Dutzende Kumpel in Südafrika freigelassen
Mordanklagen gegen Kumpel in Südafrika vorerst zurückgezogen
publiziert: Montag, 3. Sep 2012 / 20:46 Uhr
Die Platinmine Marikana.
Die Platinmine Marikana.

Pretoria - Nach dem tödlichen Polizeieinsatz in der südafrikanischen Platinmine Marikana sind die ersten festgenommenen Minenarbeiter wieder auf freien Fuss gesetzt worden. Ein Gericht nahe Pretoria entschied am Montag, 47 von 270 inhaftierten Bergarbeitern freizulassen.

5 Meldungen im Zusammenhang
Richter Esau Bodigelo bestätigte zugleich Angaben der Staatsanwaltschaft vom Vortag, wonach die Mordanklagen gegen die Arbeiter vorerst zurückgezogen werden.

Allerdings bleiben nach den Worten von Staatsanwalt Nigel Carpenter einige Anklagepunkte wie öffentliche Gewalt und illegaler Besitz von Feuerwaffen bestehen.

Bodigelo hatte mit der Mordanklage gegen die 270 Bergleute vergangene Woche für Empörung gesorgt, nachdem 34 ihrer Kollegen bei dem blutigen Einsatz im Zuge eines Streiks Mitte August in Marikana von der Polizei erschossen worden waren.

Der Richter hatte die Anklage nicht begründet. Juristen gehen jedoch davon aus, dass er sich dabei auf ein Gesetz aus der Zeit der Apartheid berief, wonach bei einer Schiesserei unter Beteiligung der Polizei alle Menschen angeklagt werden, die vor Ort festgenommen wurden.

Angesichts der öffentlichen Empörung hatte die Staatsanwaltschaft am Sonntag die Aussetzung der Mordanklagen verkündet. Die inhaftierten Arbeiter können aber nur auf freien Fuss gesetzt werden, wenn sie eine gültige Adresse vorweisen.

Jubelnder Empfang

Für viele ist das unmöglich, da es sich bei ihnen oftmals um Wanderarbeiter handelt, die in Baracken bei den Minen hausen. Die Bergleute erschienen am Montag in Gruppen vor Gericht.

Die freigelassenen Kumpel verliessen das Gericht tanzend und singend. Sie wurden von jubelnden Angehörigen empfangen und mit bereitstehenden Minibussen zu einem Fest nach Marikana gefahren.

Viele Fälle mussten noch geklärt werden, bis die Leute dann freigelassen werden können. Rund 110 Bergmänner bleiben aber in Haft, weil die Angaben ihrer Wohnorte gar nicht überprüft werden konnten.

Kaum Notwehr

Während des wilden Streiks in der Lonmin-Mine westlich von Pretoria waren 34 Bergleute bei den Ausschreitungen am 16. August von der Polizei getötet worden. Die Ordnungskräfte hatten angegeben, in Notwehr gehandelt zu haben. Diese Darstellung wurde aber zusehends angezweifelt.

Zehn Menschen waren bereits in den vorangegangenen Tagen bei Zusammenstössen gestorben, darunter vier Sicherheitskräfte. Die Ausschreitungen gelten als die schlimmste Gewaltwelle dieser Art seit dem Ende des Apartheid-Regimes 1994. Die Arbeiter hatten eine deutliche Lohnerhöhung verlangt.

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Johannesburg - Mehr als drei Jahre nach den Todesschüssen der südafrikanischen Polizei auf 34 streikende Bergleute hat der ... mehr lesen
Südafrikanische Minenarbeiter nehmen nach Unruhen Arbeit wieder auf.
Johannesburg - Nach den Unruhen im Zuge von Protesten streikender Bergarbeiter in ... mehr lesen
Johannesburg - Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen in einer südafrikanischen Goldmine sind nach Polizeiangaben vier Minenarbeiter verletzt worden. Rund ... mehr lesen
60 entlassene Arbeiter hatten versucht, den Eingang zur Mine zu blockieren. (Archivbild)
Jacob Zuma, Präsident Südafrika
Johannesburg/Pretoria - Nach dem tödlichen Polizeieinsatz in der südafrikanischen Platinmine Marikana hat die Staatsanwaltschaft ... mehr lesen
Rustenburg - Knapp zwei Wochen nach dem tödlichen Polizeieinsatz gegen streikende Arbeiter der südafrikanischen ... mehr lesen
Beginn der Verhandlungen im Konflikt um südafrikanische Platinmine.
Statt zu fliessen, tröpfeln die Daten in den meisten Fällen dahin.
Statt zu fliessen, tröpfeln die Daten in ...
Grüne in Deutschland fordern  Frankfurt am Main - Geht es nach den Grünen in Deutschland, müssen Internetanbieter künftig Bussgelder oder Schadenersatz zahlen, wenn sie ihren Werbeversprechen in Sachen Übertragungsgeschwindigkeit nicht nachkommen. 
Gegen Auslieferung an USA  Mexiko-Stadt - Der mexikanische Drogenboss Joaquín «El Chapo» Guzmán geht ...
Noch Anfang März hatten die Anwälte erklärt, dass Guzmán selbst eine Auslieferung in die USA wolle.
Mexiko stimmt Auslieferung von Drogenboss zu Mexiko-Stadt - Mexiko hat die Auslieferung des Drogenbosses Joaquín «El Chapo» Guzman an die ...
Guzman kann gegen die Entscheidung noch Rechtsmittel einlegen.
«El Chapo» in anderes Gefängnis verlegt Mexiko-Stadt - Der berüchtigte mexikanische Drogenboss Joaquín «El Chapo» Guzmán ist in ein anderes Gefängnis an ...
Titel Forum Teaser
 
Wettbewerb
   
Die Alp Grosser Mittelberg im Justistal.
Viel Glück  Die Alpsaison steht vor der Tür. Damit Wanderfreunde den Weg zu den schönsten Alpbeizli finden, haben wir ein Gewinnspiel parat.
Mitmachen und gewinnen.  Rechtzeitig zur Premiere von «The First Avenger: Civil War» verlosen wir zwei Fan-Pakete mit jeweils zwei Kinoeintritten.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 13°C 19°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 13°C 19°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen Wolkenfelder, kaum Regen
St. Gallen 12°C 17°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 12°C 19°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen bewölkt, etwas Regen
Luzern 14°C 18°C Gewitter möglichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Genf 12°C 19°C stark bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen wechselnd bewölkt
Lugano 13°C 20°C Gewitter möglichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Gewitter möglich Gewitter möglich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten