Verunsicherung:
Mordanschläge auf Ausländer in der Golfregion
publiziert: Donnerstag, 11. Okt 2001 / 22:17 Uhr

Kuwait/Riad - Ein Anschlag auf einen Kanadier in Kuwait und der Brandanschlag auf ein deutsches Ehepaar in Saudi-Arabien haben Ausländer in den Golfstaaten stark verunsichert.

Die USA und ihre Verbündeten hatten vor Anschlägen als Folge des Militäreinsatzes gegen Afghanistan gewarnt. Am Vortag war in Kuwait ein kanadischer Flugzeugtechniker auf offener Straße erschossen worden. Seine philippinische Frau wurde verletzt.
Nach Behördenangaben sagte die Frau, bei den Attentäter habe es sich um eine Person aus dem indischen Subkontinent gehandelt, möglicherweise um einen Pakistaner.
Nach einem Bericht der "Arab Times" in Kuwait sagte die Frau, ein Mann sei aus einem Auto gestiegen, habe "Allahu Akbar" (Allah ist groß) gerufen und mit einem Sturmgewehr das Feuer eröffnet. In westlichen Militärkreisen verlautete, nach ersten Erkenntnissen habe es sich dabei um einen im Voraus geplanten Anschlag gehandelt.
Am Dienstag schleuderte ein Mann einen Brandsatz auf das Auto eines deutschen Ehepaares in Saudi-Arabien. Das Ehepaar blieb unverletzt. Diplomaten gehen von einem ausländerfeindlichen Anschlag aus und forderten ihre Bürger auf, die Sicherheitsvorkehrungen zu verstärken.

Vorsichtsmassnahmen

Die US-Botschaft in Kuwait rief die etwa 8000 Amerikaner in Kuwait zur Wachsamkeit auf. Die rund 4000 Briten sollten ihren Bewegungsspielraum so weit es geht einschränken, teilte die britische Botschaft mit. Französische Diplomaten sagten, die rund 500 Franzosen im Land sollten möglichst keine Märkte besuchen und sich "angemessen" kleiden.

Foto: Überall in den Golfstaaten entlädt sich die Aggression gegen die US-Bombardierungen.

(ba/sda)

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