Moskauer Gericht für Schweizer Mordfall
publiziert: Mittwoch, 7. Dez 2005 / 10:04 Uhr

Moskau - Der mutmassliche Täter im Tötungsdelikt an der schwangeren Ehefrau eines Schweizer Grenzwächters im Dezember 2002 in Ponte Capriasca TI wird in Moskau vor Gericht gestellt.

Die zwei Mörder im Fall Ponte Capriasca konnten nicht entkommen. (Archivbild)
Die zwei Mörder im Fall Ponte Capriasca konnten nicht entkommen. (Archivbild)
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In einem bis zwei Monaten dürfte die Untersuchung abgeschlossen sein. «Der Fall ist sehr kompliziert, weil der Beschuldigte sich weigert, Fragen zu beantworten», erklärte Andrej Winogradow, ein Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft, wie die Zeitung «Moscow Times» berichtete. «Seine Schuld ist von der Schweizer Staatsanwaltschaft nicht wirklich bewiesen worden», sagte er.

Keine Auslieferung

Der international gesuchte Mann war am 4. August bei einer Routine-Kontrolle im Süden Russlands verhaftet worden. Der heute 36-jährige Tschetschene, der seinen offiziellen Wohnsitz in Moskau hat und deshalb dort vor Gericht gestellt wird, kann nicht an die Schweiz ausgeliefert werden, da keine solchen Abkommen bestehen.

Im September hatte die russische Staatsanwaltschaft Mordanklage gegen den Tatverdächtigen erhoben. Er soll am 3. Dezember 2002 aus Rache die schwangere Ehefrau eines Grenzwächters in Ponte Capriasca ermordet haben.

Racheakt

Eigentlich wollte er sich an ihrem Mann, einem Grenzwächter dafür rächen, dass er an der Grenze beim Autobahnzoll schikaniert worden war. Der Mann war aber nicht zu Hause, worauf der Verdächtige der Frau vor den Augen einer Freundin die Kehle durchschnitt.

Der Haupttäter, ein rumänisch-deutscher Doppelbürger, war bereits im Oktober letzten Jahres in der rumänischen Hauptstadt Bukarest zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Er hatte die Bluttat dem jetzt Verhafteten angelastet.

Komplizen verurteilt

Im April 2004 waren zwei aus Moldawien stammende Komplizen vom Geschworenengericht Lugano wegen Beihilfe zum Mordversuch zu siebeneinhalb beziehungsweise sechs Jahren Zuchthaus verurteilt worden.

(lg/sda)

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