Mourinhos heisser Tanz gegen den Ex-Klub
publiziert: Mittwoch, 24. Feb 2010 / 10:59 Uhr

1965, als die TV-Bilder noch schwarz-weiss in die Stuben flimmerten, gewann Inter Mailand letztmals die Champions League. 2010 soll das Warten dank José Mourinhos Geschick zu Ende gehen. Doch schon in den Achtelfinals wartet Chelsea, der frühere Klub Mourinhos mit Milan-Legende Carlo Ancelotti auf der Trainerbank.

Für Jose Mourinho ist ein Weiterkommen fast schon Pflicht. (Archivbild)
Für Jose Mourinho ist ein Weiterkommen fast schon Pflicht. (Archivbild)
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Inter macht Lärm. Egal, ob die Mailänder gewinnen, verlieren oder unentschieden spielen: nach jeder Partie in der Serie A sind Gezeter und Lamento gross. Trainer José Mourinho und seine Entourage haben in diesen Wochen nämlich viele Feindbilder (geschaffen).

Da sind die Schiedsrichter, die scheinbar nichts unversucht lassen, damit Inter nicht Meister wird. Da sind die gegnerischen Trainer, denen in einer Fernanalyse unter die Nase gerieben wird, was sie bisher in ihrem Leben alles erreicht und vor allem nicht erreicht haben. Und da ist der italienische Verband, der mittels unverständlichen Spielansetzungen Nachteile für Inter schaffen würde.

Inter überragt in Italien alle

Auf den ersten Blick ist dieses unangenehm aggressive Verhalten ohne Not entstanden. Inter ist der nationalen Konkurrenz seit Jahren, seit dem Calcio-Skandal im Sommer 2006, klar überlegen. Auch in der aktuellen Saison führt kein Weg an den «Nerazzurri» vorbei, denn sie haben auch nach drei schwächeren Leistungen und drei Remis in Folge noch immer fünf Punkte Vorsprung auf die Verfolger.

Auf den zweiten Blick aber wird rasch klar, dass Lärm und Wehklagen genauso zur Taktik Inters gehören, wie einst der Catenaccio unter Helenio Herrera zum erfolgreichen Inter der Sechzigerjahre. Mourinho entwickelt bei seinen Spielern das Gefühl, allein gegen den Rest der (Fussball-)Welt antreten zu müssen. Er hält die Spannung im Team auf diese Weise Spiel für Spiel hoch.

Mit Verstärkung weiter als in den Jahren zuvor

Vor dem Hinspiel im Champions-League-Achtelfinal gegen Chelsea liegt Mourinhos Verhalten noch ein weiteres Motiv zugrunde. Beim italienischen Meister sind sie in diesen Tagen nervös und fürchten ein erneutes Scheitern in der Champions League. Trotz nationalem Monolog schied Inter zuletzt in der Königsklasse nämlich dreimal in den Achtelfinals aus.

Vor Jahresfrist (Out gegen Manchester United) sprach Mourinho seiner Gladiatoren-Truppe die internationale Konkurrenzfähigkeit ab. Präsident Massimo Moratti erhörte die Rufe des Portugiesen und verstärkte die Mannschaft mit Samuel Eto'o, Wesley Sneijder, Lucio, Thiago Motta, Goran Pandev und Diego Milito. Ausreden gibt es jetzt keine mehr. Moratti, Mourinho und Inter wollen und müssen die Champions League gewinnen. Erstmals seit 45 Jahren.

Doch schon in der ersten K.o.-Runde türmt sich vor Inter ein Koloss auf. Chelsea gilt als härtester Herausforderer von Titelverteidiger FC Barcelona. Und zu Chelsea hat Mourinho ein gespaltenes Verhältnis. Mit den Londonern wurde er zweimal Meister, blieb aber in der Champions League erfolglos. Im Herbst 2007 verliess Mourinho Chelsea im Zwist mit Klubbesitzer Roman Abramowitsch. Doch noch immer hängt Mourinhos Herz an Chelsea («Ich habe den Klub zu dem gemacht, was er heute noch ist.»).

Ancelotti kennt Inter bestens

Jetzt legt ausgerechnet der Italiener Carlo Ancelotti Hand an Mourinhos Erbe an. Ancelotti, der mit Inters Stadtrivale Milan die Champions League zweimal als Spieler und zweimal als Trainer gewann. Er kennt aus seiner achtjährigen Zeit als Coach von Milan den heutigen Gegner bestens. Und er kennt José Mourinho und seine Taktik. Schon vor Jahresfrist feuerte Mourinho einige Giftpfeile in Richtung des gutmütigen und gemütlichen Ancelotti. Revanchieren konnte sich dieser auf dem Rasen nicht.

Seine alternde Milan-Squadra gestaltete zwar die Derby-Bilanz ausgeglichen, doch im Kampf um den Scudetto war sie gegen den Power-Fussball Inters chancenlos. Jetzt trainiert Ancelotti ein Team mit John Terry, Michael Essien, Michael Ballack und Didier Drogba. Er kämpft diesmal gegen José Mourinho und Inter mit ausgeglichenen (physischen) Waffen. Und er weiss, wie man Inter aus der Champions League eliminiert. Mit Milan schaffte er dies 2003 und 2005. Ein drittes Mal will Inter auf europäischer Bühne nicht an Ancelotti scheitern. Es wäre für Moratti und das «Popolo interista» eine derart krachende Schmach, dass sie Mourinho auch mit Lärm nicht übertönen könnte.

(pad/Si)

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