Neue Entwicklerwerkzeuge, viele Neuerungen bei Android
Mozilla veröffentlicht Firefox 16
publiziert: Mittwoch, 10. Okt 2012 / 21:53 Uhr
Firefox 16 mit der neuen Entwicklerleiste am unteren Bildschirmrand.
Firefox 16 mit der neuen Entwicklerleiste am unteren Bildschirmrand.

Die Mozilla Foundation hat mit Firefox 16 eine neue Version seines Internetbrowsers veröffentlicht.

Der neue Browser soll schneller reagieren und verfügt über eine neue Leiste mit einer Kommandozeile und Verknüpfungen zu Entwicklerwerkzeugen. Die Android-Variante schützt Nutzer vor Links, die manipulierte Rufnummern enthalten und Daten auf dem Smartphone löschen können. Für Nutzer sind aktuell auf der Android-Plattform die meisten Änderungen direkt ersichtlich.

Neue Funktionen: Schnellere Javascript-Engine

Die neue Version verfügt über ein besseres Speichermanagement. Die bereits seit längerem integrierte Garbage Collection arbeitet nun inkrementell. Es werden nun also immer nur kleine Speicherbereiche auf nicht mehr benötigte Daten geprüft. Das führt zu kürzeren Blockierungen des Browserfensters. Dieses Feature sei mehr als ein Jahr lang entwickelt worden. Vorher habe Firefox stets nur den gesamten Speicher bereinigen können. Während der Bereinigung kann der Browser keine anderen Aktivitäten ausführen - es kommt also zu einem kurzen Einfrieren. Die Bereinigung werde etwa alle 5 Sekunden durchgeführt, wie Bill McCloskey in einem Blogeintrag ausführt. Der Browser sollte jetzt also insgesamt reaktionsfreudiger sein.

Für Entwickler hat die neue Firefox-Version eine Developer Command Line. Diese Kommandozeile führt kein Javascript aus, sondern kontrolliert die verschiedenen Entwicklerwerkzeuge, die in den letzten Versionen eingeführt wurden. Entwickler müssen sich so nicht mehr diverse Tastenkürzel merken. Mit der Tastenkombination Alt+F2 wird die Leiste am unteren Bildschirmrand angezeigt. Für Surfer interessant ist die Möglichkeit, ganz einfach einen Screenshot anzufertigen.

Einige CSS-Eigenschaften, mit denen Animationen gesteuert werden, können nun auch ohne das -moz-Präfix genutzt werden. Diese Präfixe werden eingesetzt, wenn der Standardisierungsprozess des W3C noch nicht abgeschlossen ist oder wenn der Hersteller nicht sicher ist, ob die eigene Implementierung den Standard-Vorgaben entspricht.

Firefox für Android zieht mit

Firefox für Android ist ebenfalls in einer neuen Version erschienen. Hier hat ein Feature Einzug gehalten, welches Webseiten zum einfacheren Lesen umformatiert. So sollen Bilder an das Display angepasst, Navigationselemente entfernt und die Schriftgrösse angepasst werden. Wir haben diese neue Funktion auf einigen Seiten getestet. Es hat auf einigen Seiten ganz gut funktioniert - jedoch meist auf solchen, die bereits gut lesbar waren. Auf komplizierteren Webseiten und den Desktop-Versionen zu Textumstellungen. Auch wurden Bilder manchmal ausgeblendet. Die Funktion wird mit einem Klick auf ein Symbol in der AwesomeBar aufgerufen. Leider wird die Schaltfläche nicht auf jeder Seite eingeblendet. Hier hat Mozilla noch etwas Arbeit vor sich, bis die Funktion völlig ausgereift ist.

Der Firefox für Android ist darüberhinaus sicherer geworden. Das betrifft diesmal nicht nur die üblichen Sicherheitslücken. Mit der neuen Version hat Mozilla die Unterstützung für tel-Adressen entfernt. Diese speziellen Links hatten vor zwei Wochen für Aufsehen gesorgt, da es damit möglich war, Smartphones auf den Werkszustand zurück zu setzen und so alle Daten des Nutzers zu löschen, sobald der Link geklickt wurde.

Nutzer können nun auch in statischem Web-Inhalt Text markieren. Bisher war dies nur in Texteingabefeldern möglich. Mit Hilfe von Firefox Sync können nun Links ganz leicht vom Smartphone oder Tablet auf den Desktop geschickt werden.

(Hans-Georg Kluge/teltarif.ch)

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