Nun im Militärspital
Mubarak verlässt das Gefängnis
publiziert: Donnerstag, 22. Aug 2013 / 17:06 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 22. Aug 2013 / 18:54 Uhr
Husni Mubarak sitzt nicht mehr im Knast.
Husni Mubarak sitzt nicht mehr im Knast.

Kairo - Der ägyptische Ex-Präsident Husni Mubarak hat am Donnerstag das Gefängnis verlassen können. Er wurde per Helikopter in ein Militärspital im Kairoer Stadtteil Maadi gebracht.

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Dort wird der 85-Jährige, der wegen der Tötung von mehr als 800 Demonstranten angeklagt ist, unter Arrest gestellt, wie das Innenministerium in Kairo mitteilte. Mubarak hatte zwei Jahre und vier Monate in Untersuchungshaft gesessen. Er soll an Herzproblemen leiden und war schon mehrfach im Spital.

Mubarak war fast 30 Jahre lang Präsident des bevölkerungsreichsten arabischen Landes. Nach Massenprotesten hatte ihn das Militär im Februar 2011 zum Rücktritt gezwungen.

Ein Gericht hatte am Mittwoch seine Entlassung aus der Untersuchungshaft verfügt. Die Regierung ordnete jedoch kurz darauf Hausarrest für Mubarak an, um den Ausbruch neuer Unruhen zu vermeiden. Dabei berief sie sich auf den Ausnahmezustand, der nach den jüngsten Strassenschlachten zwischen der Polizei und den im Juli entmachteten Islamisten verhängt worden war.

Protest gegen Freilassung

Einige Dutzend Anhänger des Ex-Präsidenten warteten am Donnerstag vor dem Gefängnistor, um ihm zuzujubeln. Sie trafen aber nur auf eine tief verschleierte Tochter des im gleichen Gefängnis inhaftierten stellvertretenden Oberhauptes der Muslimbruderschaft, Chairat al-Schater. Chadidscha, die gekommen war, um ihren Vater zu besuchen, nutzte die Anwesenheit zahlreicher Reporter, um gegen die Freilassung Mubaraks zu protestieren.

Mubarak wurden in zwei Verfahren Korruption und in einem weiteren Prozess die Tötung von Demonstranten vorgeworfen. Dieses Hauptverfahren wird am Sonntag fortgesetzt. Die maximale Dauer der Untersuchungshaft dafür war abgelaufen.

Vor allem das Königshaus von Saudi-Arabien soll sich in Kairo mehrfach für die Freilassung des ehemaligen Staatschefs starkgemacht haben. Saudi-Arabien hat der neuen Übergangsregierung grosszügige Finanzhilfen zugesichert.

Unterdessen verschwinden in Ägypten immer mehr Angehörige der Muslimbruderschaft hinter Gittern. Die Polizei nahm am Donnerstag auch Mustafa Ghoneim fest, ein Mitglied des obersten Weisungsrates der Muslimbruderschaft.

«Freitag der Märytrer»

Blogger und Aktivisten protestierten in sozialen Netzwerken gegen Mubaraks Haftentlassung. Für Freitag wurden weitere Kundgebungen angekündigt. Die entmachteten Islamisten stellen ihre Proteste unter das Motto «Freitag der Märtyrer».

(bg/sda)

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