Mubarak will bis September im Amt bleiben
publiziert: Dienstag, 1. Feb 2011 / 23:09 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 2. Feb 2011 / 12:55 Uhr
Husni Mubarak klebt an seinem Stuhl.
Husni Mubarak klebt an seinem Stuhl.

Kairo - In Ägypten sind Hunderttausende dem Aufruf der Opposition gefolgt und haben gegen das Regime von Präsident Husni Mubarak demonstriert. Dieser klammert sich jedoch weiterhin an die Macht und verzichtet lediglich auf eine neue Amtszeit.

10 Meldungen im Zusammenhang
In einer am Staatsfernsehen ausgestrahlten Rede an die Nation gab der 82-Jährige bekannt, er werde bei den für September geplanten Präsidentschaftswahlen nicht mehr antreten. Er habe «unabhängig von den aktuellen Umständen» niemals die Absicht gehabt, erneut für das Präsidentenamt anzutreten.

Bis im Herbst will Mubarak die Stabilität wieder herstellen und eine friedliche Machtübergabe ermöglichen - kurz: die Forderungen der Protestierenden erfüllen. So plant er beispielsweise eine Verfassungsreform mit einer Amtszeitbeschränkung für Präsidenten und Änderungen bei der Zahl der zugelassenen Kandidaten.

Nicht ins Exil

Seinen Stellvertreter Omar Suleiman habe er angewiesen, den Dialog mit allen politischen Kräften zu suchen. Gleichzeitig schloss er aus, ins Exil zu gehen: «Dieses Land ist auch meine Heimat und in diesem werde ich sterben», sagte er.

Tausende von Menschen befanden sich während der Rede am Dienstagabend noch auf dem Tahrir-Platz in Kairo. Sie gaben sich mit dem Gehörten nicht zufrieden und forderten nach wie vor seinen sofortigen Rücktritt.

Marsch der Millionen

Zu Hunderttausenden nahmen am Dienstag in vielen Städten Menschen am Marsch der Millionen teil. Allein in der Hauptstadt Kairo versammelten sich nach Medienangaben bis zu zwei Millionen Menschen um den zentralen Tahrir-Platz. Nach Angaben der Sicherheitskräfte waren es mindestens 500'000. Auch in anderen Städten wie Alexandria, Suez oder Ismailija forderten Zehntausende einen Neuanfang.

Chaos am Flughafen

Immer mehr Ausländer und Ägypter versuchen derweil das Land zu verlassen. Am Flughafen in Kairo führte dies teils zu chaotischen Zuständen, wie Reisende berichteten. Zwar trafen weitere Sondermaschinen ein, um Passagiere ausser Landes zu fliegen, doch warteten tausende auf ihre Ausreise.

Mehrere Schweizer Firmen mussten unterdessen ihre Büros und Fabriken schliessen. UBS, ABB und Nestlé stellten ihre Aktivitäten am Nil vorübergehend ein. Die Mitarbeitenden bleiben zu Hause oder kehren in ihre Heimat zurück. Weiter produzieren konnte Novartis.

 

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Washington - Die Ankündigung des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak, Ende ... mehr lesen
Husni Mubarak.
Washington - Die ägyptische Armee ... mehr lesen
Sanaa/Istanbul - Im Nahen Osten gibt ... mehr lesen
Ali Abdullah Saleh: Nun doch keine lebenslange Herrschaft.
Ausharren bis das Unrechtsregime weg ist: Demonstranten in Kairo
Dschungelbuch Tunesien, Ägypten, der Jemen, ... mehr lesen 1
Washington - US-Präsident Barack ... mehr lesen
US-Präsident Barack Obama.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Demonstranten haben hunderte von Anti-Mubarak-Schildern vor das Regierungsgebäude gelegt.
Al Jazeera berichtet, dass knapp ... mehr lesen
 
Nebelspalter Während Pyramiden seit Tausenden Jahren der Geschichte trotzen, scheint der Fortbestand der Mubarak-Dynastie weniger denn je ... mehr lesen
Kairo - Ungeachtet der Ausgangssperre gehen die Proteste gegen das Regime des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak auch in der Nacht zum Dienstag weiter. Am Dienstag Morgen finden sich bereits wieder Demonstranten auf der Strasse. mehr lesen 
Etschmayer Der nullte Hauptsatz der ... mehr lesen
Dampfkochtopf: 1: Griff/Entrigelung, 2: Druckeinstellung, 3: Wo Mubarak drauf sitzt
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. (Archivbild)
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. ...
«Überall ist Taksim, überall ist Widerstand»  Istanbul - Zum dritten Jahrestag des Beginns der Gezi-Proteste haben in Istanbul Hunderte Menschen gegen die islamisch-konservative Staatsführung der Türkei demonstriert. mehr lesen 1
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. Versuche von oppositionellen syrischen Kräften, die am Freitag begonnene Offensive zurückzuschlagen, seien gescheitert. mehr lesen   1
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben Deutschland und Grossbritannien am Dienstag gemeinsam der tausenden Toten des grössten Seegefechts der Geschichte ... mehr lesen
Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck nahm an der Gedenkfeier teil.
Die Schweizer Botschaft in Berlin mit Tunnel-Schriftzug.
Gotthard 2016  Berlin - «Tunnel» - mit sechs Riesenbuchstaben feiert die Schweizer Botschaft in Berlin die Eröffnung des neuen Gotthard-Basistunnels. Während zwei Monaten wird der ... mehr lesen   1
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 6°C 19°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Basel 8°C 19°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
St. Gallen 10°C 17°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Bern 4°C 18°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 9°C 18°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Genf 4°C 18°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Lugano 8°C 20°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten