Noch keine direkte Entspannung
Münchner Polizei bleibt in Alarmbereitschaft
publiziert: Freitag, 1. Jan 2016 / 15:15 Uhr
Die Polizei ist in München zurzeit verstärkt präsent. (Archivbild)
Die Polizei ist in München zurzeit verstärkt präsent. (Archivbild)

München - Nach der Räumung des Münchner Hauptbahnhofs wegen einer Terrorwarnung bleibt die Polizei in Alarmbereitschaft. Sie geht nach eigenen Angaben weiter von einer Terrorgefährdung aus. Es gebe «noch keine direkte Entspannung», sagte ein Sprecher am Neujahrsmorgen.

4 Meldungen im Zusammenhang
Am Hauptbahnhof und am Bahnhof Pasing im Westen der Stadt werde verstärkt kontrolliert. Auch in der Innenstadt sei die Polizei verstärkt präsent. Die Ermittlungen liefen. Festnahmen habe es bislang keine gegeben.

Am Silvesterabend hatte die Polizei wegen drohender Doppel-Anschläge durch Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat die beiden Bahnhöfe evakuiert. Rund 550 Einsatzkräfte waren im Einsatz. «Es gab Hinweise auf konkret fünf bis sieben Attentäter», sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann in der Nacht.

Der Verbleib der Verdächtigen, bei denen es sich nach Informationen des Bayerischen Rundfunks (BR) um Iraker handeln soll, blieb unklar. Das Polizeipräsidium München kündigte für 11.30 Uhr eine weitere Medienkonferenz an.

Mit Maschinenpistolen bewaffnete Polizisten bewachten in Kampfmonturen nachts den Hauptbahnhof. Laut BR sollen sich die verdächtigen Iraker in München aufgehalten und namentlich bekannt sein. Geplant war demnach wohl, dass sich die Männer zu zweit an die Anschlagsorte begeben, um sich kurz hintereinander in die Luft zu sprengen.

Konkrete Hinweise

Aus Sicherheitskreisen hiess es, die erste konkrete Warnung sei vom französischen Geheimdienst gekommen. Unklar sei noch, ob die Verdächtigen selbst die Tat verüben wollten oder Helfer gewesen wären. Bereits am Mittag des 31. Dezembers gab es nach BR-Informationen erste Warnungen von US-Geheimdiensten.

Innenminister Herrmann hielt in der Neujahrsnacht eine Medienkonferenz ab. «Der Hinweis bezog sich ganz konkret auf eine Tatausführung um Mitternacht», sagte er.

«Nun sind seither schon wieder zwei Stunden vergangen. Wir hoffen, dass es weiterhin ruhig bleibt und dass dieser Anschlag nicht stattfindet - vielleicht weil er tatsächlich gar nicht so geplant war oder vielleicht weil die Täter jetzt davon Abstand genommen haben.» Das sollten die Ermittlungen der nächsten Tage zeigen.

Auch Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä sagte gegen 2 Uhr, die Behörden sähen die Lage momentan als entspannter an als vor Mitternacht. Trotz intensivster Ermittlungen seien die Informationen über einen Selbstmordanschlag nicht konkretisiert worden, teilte Andrä mit.

Islamischer Staat involviert

Der Hinweis kam laut Herrmann gegen 19.40 Uhr vom Bundeskriminalamt - nachdem dieses von einem befreundeten Nachrichtendienst die «dringende Warnung» vor einem Anschlag in München um Mitternacht erhalten habe.

Der Hinweis habe eine konkrete Uhrzeit, einen konkreten Ort und eine klare Benennung von Tätern aus dem Bereich des sogenannten Islamischen Staates (IS) beinhaltet. «Das Bundeskriminalamt und die bayerische Polizei waren übereinstimmend der Auffassung, dass das nicht einfach ignoriert werden kann.»

Die Einschätzung der Gefährdung sei vergleichbar gewesen mit der in Hannover, wo Mitte November nach den Anschlägen von Paris ein Fussball-Länderspiel abgesagt worden war.

Hauptbahnhof vorübergehend abgeriegelt

Am Silvesterabend hatte die Münchner Polizei um 22.40 Uhr via Twitter gewarnt, den Hauptbahnhof und den Bahnhof in Pasing zu meiden. Zudem empfahl sie, einen Bogen um grössere Menschenmassen gerade im Innenstadtbereich zu machen.

Es sei nicht klar, wohin mutmassliche Täter gingen, wenn sie nicht an die eigentlichen Anschlagziele gelangten, sagte ein Sprecher. Der Hauptbahnhof war abgeriegelt, Einsatzkräfte mit schweren Waffen sicherten ihn. Zwischen 3.30 und 4.00 Uhr gab die Polizei die Bahnhöfe wieder frei. Der Bahnverkehr konnte planmässig fahren.

Viele Münchner liessen sich die Silvesterlaune auch so nicht verderben. Sie feierten, liessen Raketen steigen und zündeten Böller. Vielerorts trübte eher der Regen die Stimmung.

(bg/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
München - Nach dem Terroralarm in ... mehr lesen
München - Nach der Münchner Anschlagswarnung aus der Neujahrsnacht hat die Polizei keine konkreten Erkenntnisse über mögliche Attentate gewonnen. Die Hinweise darauf hätten sich nicht ... mehr lesen
München - Wegen eines drohenden ... mehr lesen 1
Die Polizei in München ist in erhöhter Alarmbereitschaft. (Symbolbild)
München - Die Polizei in München ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Übung mit 500 Helfern  Mit einem simulierten Attentat im Stade de France ist am Dienstag ein Worst-Case-Szenario für die EM in Frankreich durchgespielt worden. mehr lesen 
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. ... mehr lesen   1
Idlib wurde mindestens sieben Mal aus der Luft angegriffen.
Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck nahm an der Gedenkfeier teil.
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben Deutschland und Grossbritannien am Dienstag gemeinsam der tausenden Toten des grössten Seegefechts der Geschichte ... mehr lesen  
NATO-Generalsekretär hält Rede in Warschau  Warschau - NATO-Generalsekretär Stoltenberg sieht das Bündnis wenige Wochen vor dem Warschauer Gipfel vor grossen Herausforderungen. Einen neuen ... mehr lesen   1
Die NATO sei weiterhin an einem Dialog mit Russland interessiert.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 11°C 21°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Basel 13°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
St. Gallen 11°C 19°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Bern 11°C 22°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 12°C 21°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Genf 13°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 18°C 28°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen gewitterhaft
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten