MRI-Scans machen Ähnlichkeiten in Gehirnstrukturen sichtbar
Mütter übertragen Depressionen auf Töchter
publiziert: Sonntag, 31. Jan 2016 / 15:52 Uhr
Stress der Mütter während der Schwangerschaft hat eher Auswirkungen auf die Gehirnstruktur von Töchtern als von Söhnen. (Symbolbild)
Stress der Mütter während der Schwangerschaft hat eher Auswirkungen auf die Gehirnstruktur von Töchtern als von Söhnen. (Symbolbild)

San Francisco - Depressionen werden von Müttern an ihre Töchter weitergegeben, wie Forscher der University of California herausgefunden haben. Das Team um Fumiko Hoeft hat die Ähnlichkeiten der Gehirnstrukturen zwischen den Generationen untersucht.

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Rund acht Prozent der US-Amerikaner über zwölf Jahren leiden an Depressionen. Diese Krankheit tritt laut früheren Studien häufig bei Müttern und ihren Töchtern auf.

Kortiko-limbisches System

Tierstudien haben bereits gezeigt, dass Stress der Mütter während der Schwangerschaft eher Auswirkungen auf die Gehirnstruktur von Töchtern als von Söhnen hat. Besonders betroffen ist dabei das kortiko-limbische System. Es wird gebraucht, um Gefahren zu beurteilen und hier werden auch Gefühle verarbeitet und reguliert.

Affektive Störungen wie Depressionen, Angstgefühle oder Stress spiegeln sich in Veränderungen dieses Systems wider. Diese Veränderungen werden sehr wahrscheinlich eher von den Müttern als von den Vätern weitergegeben. Auch sind Töchter eher betroffen als Söhne. Die Forscher untersuchten 35 Familien, bei denen keine Depressionen diagnostiziert wurden, um diese beiden Studienbereiche zu kombinieren.

Vermessen wurde das Volumen der grauen Substanz im kortiko-limbischen System der Eltern und ihrer Kinder. Dafür wurden MRI-Scans eingesetzt. Die Ergebnisse zeigten viel mehr Ähnlichkeiten zwischen den Müttern und ihren Töchtern als zwischen den Müttern und ihren Söhnen oder Väter und Söhnen oder Töchtern.

«Nur ein Teil des Puzzles»

Laut Hoeft bedeuten die aktuellen Forschungsergebnisse jedoch nicht, dass die Mütter für die Depressionen ihrer Töchter verantwortlich sind. Zahlreiche Faktoren wie Gene, die nicht von der Mutter geerbt werden, spielten beim Entstehen dieser Krankheit eine Rolle. Die aktuellen Studienergebnisse seien nur ein Teil des Puzzles.

Für diese Art von Studie wurde MRI-Scans erstmals eingesetzt. Die Forscherin geht davon aus, dass nicht nur Depressionen, sondern auch andere neuropsychiatrische Krankheiten wie Autismus, bei denen die Vererbung eine Rolle spielt, besser erforscht werden können. Die Forschungsergebnisse wurden im «Journal of Neuroscience» veröffentlicht.

(asu/pte)

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