Musik: Start-ups zeigen alternative Erlösmodelle
publiziert: Dienstag, 4. Dez 2012 / 17:59 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 4. Dez 2012 / 18:15 Uhr
Das Modell Musikstreaming wird auch auf mobilen Geräten immer beliebter.
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Lüneburg - Innovative Start-ups zeigen der Musikindustrie Wege auf, neue Einnahmequellen zu erschliessen.

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Die Stimmung in der Branche war zuletzt trotzdem eher gedrückt, weil sich angeblich kein Geld mit dem digitalen Vertrieb von Musik verdienen lässt. Neue Unternehmen konzentrieren sich deshalb vermehrt auf Alternativen wie das Geschäft mit Live-Musik, den Verkauf von Daten zur Musiknutzung, Merchandise-Produkte oder die verstärkte Erschliessung des Computerspiele-, Film- und Fernsehmarktes, wie paidContent berichtet.

Grosse Labels

Diese Trends haben neben einigen Start-ups auch die traditionellen Musik-Labels erkannt. Zwischen diesen Unternehmen gibt es einen Wettbewerb, da viele Start-ups auch darauf setzen, die Anzahl der Mittelmänner zwischen Künstlern und Publikum zu reduzieren, um die Gewinne für die Beteiligten zu erhöhen. Diese Entwicklungen zeigen, dass Bewegung in der Musikbranche ist, auch wenn Portale wie All Things D schreiben, dass es wegen geringer Aussicht auf Gewinne wenig Sinn macht zu versuchen, in der Musikbranche etwas Neues auf die Beine zu stellen.

«Das Geschäft mit dem Verkauf von MP3 bei iTunes, Amazon und Co läuft gut, auch wenn die Umsätze mit physischen Trägern rückläufig sind und die Streaming-Dienste derzeit keinen Gewinn abwerfen. Die grossen Musiklabels diversifizieren ihre Einnahmen mit 360-Grad-Verträgen. Sie übernehmen dann alles für die Künstler, vom Konzertmanagement bis zum Merchandising. Unter Druck geraten deshalb hauptsächlich die kleinen Independent-Labels, von denen viele vor dem Ruin stehen», sagt Ole Seelenmeyer, Vorstand des Deutschen Rock- & Pop Musikerverbandes.

Neue Chancen

Für kleine Labels und Start-ups besteht die Chance, mit einfachen, bequem zu nutzenden Angeboten neue Geldquellen zu erschliessen, die für unbewegliche grosse Plattenfirmen schwierig anzuzapfen sind. Als Betätigungsfelder sind hier etwa mobile Angebote oder Services zum Entdecken neuer, unbekannter Künstler zu nennen. Hier gibt es bereits erste Ansätze, genau wie im Bereich Konsumenten-Datenerhebung. Die Schaffung eines Online-Handelsplatzes für einfachen Verkauf der Rechte für Medienproduktionen und starke Merchandising-Plattformen sind ebenfalls im Gespräch.

Viele dieser Geschäftsfelder umgehen das Minenfeld Musik-Lizenzierung, das vielen Dienstleistern das Leben schwer macht. «All diese Ideen müssen in Zukunft berücksichtigt werden. Auch kleine Firmen können sich zumindest die Rosinen herauspicken. Nur so können beispielsweise auch die tausenden kleinen Labels in Deutschland überleben. In Zukunft wird es sicher noch weitere Innovationen geben, wir brauchen viele neue Ideen für die Zukunft», so Seelenmeyer.

 

(fest/pte)

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