Parallelen zum Zeitungsmarkt
Musikerin heizt Debatte um Streaming-Einnahmen an
publiziert: Dienstag, 20. Aug 2013 / 08:35 Uhr
Daten eigener Hörer sind für US-Cellistin Zoë Keating wertvoller als Geld. (Symbolbild)
Daten eigener Hörer sind für US-Cellistin Zoë Keating wertvoller als Geld. (Symbolbild)

London - Die US-Musikerin und Cellistin Zoë Keating hat ihre Einnahmen durch Streaming-Dienste und Online-Plattformen veröffentlicht und heizt damit die Debatte rund um die Monetarisierung von künstlerischen Inhalten im Internet an.

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«Wenn wir über die ideale Struktur einer neuen Musikindustrie diskutieren, müssen wir wissen, wie Musiker ihren Lebensunterhalt verdienen», sagt Keating. Sie habe die Daten veröffentlicht, um die Debatte voranzutreiben. Sie wolle andere Musiker dazu ermuntern, es ihr gleich zu tun.

0,003 Euro pro Stream

Der von Keating ins Netz gestellte Datensatz bezieht sich auf die Einnahmen zwei ihrer Lieder in den ersten beiden Quartalen des laufenden Jahres. Aufgelistet sind dabei Dienste wie Spotify oder Rhapsody, aber auch Online-Stores wie iTunes Match oder Amazon Cloud Drive. Insgesamt wurden ihre beiden Lieder zwischen Januar und Juni 201.412 Mal auf Spotify abgespielt. Nach neunprozentigem Abzug durch den Online-Musikhändler CD Baby ergeben sich dadurch 0,003 Euro bzw. 0,3 Cent pro Stream. Die Einnahmen belaufen sich über Spotify dadurch auf 606 Euro in der ersten Jahreshälfte. Damit stellt Keating die Frage in den Raum, ob Musiker, deren Titel über Streaming-Dienste konsumiert werden, auch tatsächlich leistungsgerecht bezahlt werden.

In einem Blogeintrag aus dem Vorjahr fragt Keating auch nach für sie relevanten Daten von Internet-Nutzern, die ihre Lieder online anhören. In der Tat wären demografische Daten von streamenden Musikliebhabern für die Interpreten sehr wertvoll. So könnten sie beispielsweise ihre Tournee-Aufenthalte darauf abstimmen. «Ich wünschte, ich könnte fordern: Streamt meine Musik und gebt mir in Austausch die Daten meiner Hörer», so Keating. Die gesetzlichen Bestimmungen würden sie jedoch nicht dazu ermächtigen. «Die Gesetze sehen nur vor, dass ich mit Geld bezahlt werde, doch das ist in der gegenwärtigen Situation für mich nicht so wertvoll wie Information. Ich würde lieber in Daten bezahlt werden.»

Parallelen zum Zeitungsmarkt

Nachdem die klassische CD mittlerweile stark in den Hintergrund gerückt ist, setzt die Musikindustrie im Zuge einer flächendeckenden Breitbandanbindung immer mehr auf Musikstreaming-Dienste in Kombination mit digitalen Verkäufen. Mit dem Siegeszug des Internets und dem damit einhergehenden Erfolg von YouTube brechen Musikern jedoch die Umsätze teilweise empfindlich weg. Beobachter sehen darin Parallelen zum Zeitungsmarkt. Die Einnahmen durch Auftritte und Tourneen seien schliesslich wichtiger als noch vor zwei Jahrzehnten.

 

 

(tafi/pte)

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