Studie
Musikvideos helfen Schülern beim Lernen
publiziert: Sonntag, 6. Apr 2014 / 10:30 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 27. Apr 2014 / 23:09 Uhr
Die Schüler nehmen Sachinformationen mit Hilfe von Musik schneller auf. (Symbolbild)
Die Schüler nehmen Sachinformationen mit Hilfe von Musik schneller auf. (Symbolbild)

Seattle - Musikvideos sind ein probates Mittel, um Schülern wissenschaftliche Inhalte zu vermitteln.

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Diese Ansicht vertreten Forscher der University of Washington (UW), die das auch mit einer aktuellen Studie untermauern. In einem Test mit 15 Clips wie dem "Fossil Rock Anthem" - einer Erdgeschichts-Parodie des erfolgreichen "Party Rock Anthem" - haben die Clips in zwei Dritteln aller Fälle dazu geführt, dass die Hörer danach bei einem kleinen Wissensquiz besser abgeschnitten haben.

Freilich geht es dem UW-Team nicht darum, klassische Lehrmethoden zu verdrängen, sondern die Wissensvermittlung breiter aufzustellen. "Wir müssen verschiedene Zugänge zu allen Themenbereichen bieten. Musik ist ein anderer Zugang zu wissenschaftlichen Konzepten", betont Katie Davis, Informationswissenschaftlerin an der UW. Das Team geht davon aus, dass der Ansatz wissenschaftliche und technologische Themen für ein breiteres Spektrum an Schülern verständlich machen kann.

Hip-Hop mehrt Wissen

Es ist bereits bekannt, dass passende Musik den Stress beim Lernen mindern kann. Doch das UW-Team setzt darauf, Musikvideos nicht einfach nur als Lernhilfe, sondern wirklich als Lernmittel zu nutzen. Der UW-Biologe Greg Crowther sammelt schon seit einem Jahrzehnt auf einer Website passende Clips und hat mittlerweile über 7000 davon zusammengetragen. Ein Beispiel ist das "Fossil Rock Anthem" des Stanford-Absolventen Tom McFadden. Zu den Hip-Hop-Klängen des 2011 auch in den heimischen Charts auf Platz eins gestürmten "Party Rock Anthems" geht es um jahrmilliarden alte Steine, Fossilien und die Kontinentalbewegung.

Dass solche Clips wirklich Inhalte vermitteln können, hat eine Versuchsreihe gezeigt, bei der Schulkinder aller Altersstufen im Fokus standen. Die Teilnehmer haben dabei jeweils erst ein kurzes Quiz beantwortet, dann eines der Wissenschafts-Musikvideos angesehen und schliesslich erneut ein Quiz beantwortet. Bei zehn der 15 getesteten Videos konnten Probanden nachher eindeutig mehr zu den Inhalten passende Fragen richtig beantworten - während die Testresultate bei Fragen, die von den Videos nicht abgedeckt wurden, gleich geblieben sind.

Die Macht des Gesangs

Bei Musikvideos könnte man annehmen, dass auch die Bildinhalte sehr wichtig für ihren Wert als Lernmittel sind. Doch sind es den Tests zufolge offenbar speziell die Songtexte, auf die Schüler ansprechen. Denn Videos, bei denen auf dem Bildschirm nur Karaoke-artig der Text mitzulesen war, haben ebenso gut funktioniert wie optisch aufwendiger gestaltete Clips. Jedenfalls hat sich gezeigt, dass der Ansatz einen grossen Vorteil hat. "Leute haben sich die Videos freiwillig zum Spass angesehen", erklärt Crowther. Genau solche Lehrmittel brauche man. "Schüler werden sie hernehmen, einfach weil es Spass macht und interessant ist."

(ww/pte)

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