Angenehmeres Älterwerden
Muskelalterung bei Mäusen rückgängig gemacht
publiziert: Freitag, 20. Dez 2013 / 16:10 Uhr
Eine Verjüngungspille für Menschen bleibt jedoch vorerst Utopie.
Eine Verjüngungspille für Menschen bleibt jedoch vorerst Utopie.

Boston - Wissenschaftlern der Harvard Medical School ist in Tierstudien eine drastische Umkehr des Alterungsprozesses gelungen. Sie nutzten die Chemikalie NAD, um Muskeln bei Mäusen zu verjüngen.

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Die Verwandlung entsprach in etwa der von Muskeln eines 60-Jährigen in die eines 20-Jährigen. Die Muskelstärke verbesserte sich dabei allerdings nicht, schreibt das Fachmagazin Cell.

Mitochondrien als Schlüssel

Alterung gilt allgemein als Einbahnstrasse. Jetzt ist es allerdings gelungen zu zeigen, dass einige Aspekte wieder rückgängig gemacht werden können. Die Forscher konzentrieren sich vor allem mit NAD auf eine Chemikalie, deren Werte im Körper im Laufe der Jahre natürlich sinken.

Das Team konnte zeigen, dass dadurch die Funktion der Mitochondrien gestört wurde und eine geringere Energieproduktion und Alterung die Folge waren. Experimente wiesen nach, dass die Erhöhung der NAD-Werte durch eine Chemikalie, die die Tiere natürlich in NAD umwandelten, das Fortschreiten der Zeit rückgängig machen konnte.

Keine «Heilung» vor Alterung

Eine Woche der Verjüngungskur führte bei zwei Jahre alten Mäusen dazu, dass ihre Muskeln in einigen Bereichen wieder jenen eines erst sechs Monate alten Tieres entsprachen. Dazu gehörten die Funktion der Mitochondrien, der Muskelabbau, Entzündungen und Insulinresistenz.

Laut Ana Gomes, eine der Autorinnen der Studie, könnte die Muskelkraft bei einer längeren Behandlung ebenfalls wieder zurückkehren. Es handelt sich bei diesem Ansatz jedoch nicht um eine «Heilung» vor der Alterung. Andere Aspekte wie die Verkürzung der Telomere oder die Schädigung der DNA können bislang nicht wieder rückgängig gemacht werden.

Der Fachfrau zufolge ist die Alterung multifaktoriell. Es gibt demnach nicht nur einen Faktor, der verändert werden müsste. Daher ist es schwer, auf das gesamte Phänomen abzuzielen. «Ich gehe davon aus, dass es sehr viel Kommunikation zwischen den Zellen gibt und dass Energie in den Zellen eine sehr wichtige Rolle spielt. Beide Faktoren dürften bei der Alterung eine entscheidende Rolle spielen und weitere Alterungsvorgänge auslösen.» Die Wissenschaftler planen für 2015 klinische Studien.

Weitere Studien erforderlich

Die Behandlung von Menschen ist trotz aller Erfolge in diesem Bereich jedoch noch in weiter Ferne. «Ausgehend von dem, was wir heute wissen, dürfte es jedoch nicht so sein, dass ein Medikament vom 20. Lebensjahr bis zum Tod eingenommen werden müsste. Es scheint ausreichend zu sein, damit zu beginnen, wenn wir bereits älter sind», so Gomes.

Entscheidend dabei ist aber, dass der Mensch noch nicht so alt ist, dass eine Schädigung eingetreten ist. Würde man mit der Einnahme um das 40. Lebensjahr herum beginnen, könnte das Älterwerden laut der Wissenschaftlerin um einiges angenehmer verlaufen. Das sei allerdings derzeit nur eine Vermutung, die erst durch entsprechende Studienergebnisse belegt werden müsse.

(ig/pte)

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