Muslimische Protestkundgebung in Bern
publiziert: Samstag, 11. Feb 2006 / 18:34 Uhr

Bern - Rund tausend Muslime haben am Nachmittag auf dem Bundesplatz in Bern gegen die Mohammed-Karikaturen in europäischen Zeitungen protestiert.

Angespannte Stimmung aber keine Ausschreitungen. (Archivbild).
Angespannte Stimmung aber keine Ausschreitungen. (Archivbild).
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Meinungsfreiheit dürfe kein Vorwand für Beleidigungen sein, sagte einer der Redner.

Zu der bewilligten Kundgebung aufgerufen hatte eine Vereinigung von Muslimen aus Biel, wie Mitorganisator Nicolas Blancho gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagte. Die Teilnehmer waren mit auf Deutsch und Französisch beschrifteten Transparenten aufmarschiert.

Traditionell gekleidet

«Meinungsfreiheit Ja - Beleidigungen Nein», war auf einem der Spruchbänder zu lesen. Oder: «Entschuldigt Euch» und «Ihr habt die Grenzen überschritten». Zahlreiche anwesende Frauen trugen Kopftücher, ein Teil der Männer war in traditionelle arabische Gewänder gehüllt.

Zunächst wandten sich mehrere Redner auf Arabisch an die Versammelten. Zu hören waren Gebete, Sprechchöre und Lesungen aus dem Koran. Mitorganisator Nicolas Blancho sagte danach auf Deutsch, die Karikaturen hätten Muslime in aller Welt beleidigt.

Gebete auf dem Bundesplatz

Die Protestkundgebung finde statt, um ein Zeichen zu setzen, damit dies künftig nie mehr vorkomme. Meinungsfreiheit dürfe kein Vorwand sein für Beleidigungen, sagte Blancho. Im Lauf der Veranstaltung beteten die Männer auf den Knien und gegen Mekka gewandt, zum Teil auf mitgebrachten Gebetsteppichen.

In einem von den Organisatoren unterzeichneten Communiqué wurde die Beleidigung des Propheten verurteilt. Von den Regierungen der von den Karikatur-Veröffentlichungen betroffenen Länder wurde gefordert, dass sich das Geschehene nicht wiederhole. Der Schweizer Regierung dankten die Organisatoren für ihre klare Stellungnahme.

Keine Ausschreitungen

Die Stimmung war angespannt, zu Ausschreitungen kam es aber nicht. Mitorganisator Blancho hatte zu Beginn der bewilligten Kundgebung aufgerufen, trotz der Wut friedlich zu demonstrieren. Die Stadtpolizei war vor Ort, hielt sich aber im Hintergrund. Sie schätzte die Zahl der Teilnehmer auf rund tausend.

(lg/sda)

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