Mutmasslicher Lindh-Mörder aus rechtsextremem Milieu
publiziert: Mittwoch, 17. Sep 2003 / 09:12 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 17. Sep 2003 / 09:37 Uhr

Stockholm - Der Hauptverdächtige im Mordfall von Schwedens Aussenministerin Anna Lindh wird derzeit von der Polizei vernommen. Der 35-Jährige soll Kontakte zur Rechtsextremen Szene haben.

Die Neonazi Szene in Schweden hat viel Blut an ihren Händen.
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Schwedische Neonazis sind in der Vergangenheit vor Gewaltverbrechen nicht zurückgeschreckt. Ein prominenter Gewerkschafter wurde 1999 von drei Rechtsextremisten vor seiner Haustür im Stile einer Hinrichtung erschossen.

Um ihr Opfer zu erkennen, hatten sich die Männer zuvor ganz offiziell bei den Behörden ein Foto besorgt.

Im selben Jahr starben nach einem Bankraub zwei schon entwaffnete Polizisten im Kugelhagel flüchtender Rechtsradikaler.

Unter dem Auto eines Journalisten-Ehepaares, das in der rechten Szene recherchierte, explodierte wenig später eine Bombe. Um an Sprengstoff zu kommen, überfielen Neonazis mehrfach Waffendepots des Militärs.

Das Stockholmer Justizministerium schätzt die Zahl gefährlicher Rechtsextremisten in Schweden auf 800 bis 2000. Diese verfügen durch den Vertrieb von rassistischer Musik in alle Welt über eine stabile Einnahmenquelle.

Der Verdächtige sei von einem Rechtsmediziner untersucht worden. DNA-Material des Mannes soll mit den Spuren auf der am Tatort gefundenen Baseballkappe verglichen werden. Spezialisten analysierten ausserdem die Kleidung des Mannes, der am Dienstagabend in Stockholm gefasst wurde.

(bsk/sda)

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