NASA arbeitet an Warp-Antrieb
publiziert: Donnerstag, 20. Sep 2012 / 11:41 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 20. Sep 2012 / 12:30 Uhr
Ein Wissenschaftler hat theoretisch ausgearbeitet, dass ein Warp-Antrieb möglich wäre.
Ein Wissenschaftler hat theoretisch ausgearbeitet, dass ein Warp-Antrieb möglich wäre.

Houston - Die US-Raumfahrtsbehörde NASA hat grünes Licht für die Erforschung von Warp-Antrieben gegeben, wie Gizmodo berichtet. Wissenschaftler sollen versuchen, eine mikroskopisch kleine Warp-Blase im Labor zu erzeugen und so die entsprechenden Theorien bestätigen.

3 Meldungen im Zusammenhang
Solche Blasen verzerren die Raumzeit und ermöglichen dadurch theoretisch überlichtschnelle Reisen, ohne Einsteins Relativitätstheorie zu verletzen, nach der nichts schneller sein kann als das Licht. «Vielleicht ist eine Star-Trek-Erfahrung noch zu unseren Lebzeiten gar nicht so unwahrscheinlich», sagt Projektleiter Harold White. Bis dahin ist es freilich noch ein sehr weiter Weg.

Theoretisch möglich

«Ein Wissenschaftler hat theoretisch ausgearbeitet, dass ein Warp-Antrieb möglich wäre, der die Raumzeit vor einem Objekt staucht und sie dahinter dehnt. So kann ein Objekt scheinbar schneller als das Licht reisen, ohne sich eigentlich schnell zu bewegen. Das heisst aber nicht, dass die Idee auch technisch umsetzbar ist. Selbst wenn das Konzept im kleinen Labormassstab realisiert werden könnte, wäre ein Raumschiff noch ein ganz anderes Thema. Andrerseits gibt die NASA für Projekte, die komplett an den Haaren herbeigezogen sind, kein Geld aus. Sag also niemals nie», so Physiker Heinz Oberhummer im Gespräch mit pressetext.

Die Wissenschaftler um White versuchen im Johnson Space Center in Houston den experimentellen Beweis für die theoretisch mögliche Raumzeitverzerrung zu finden. Ursprünglich waren Forscher davon ausgegangen, dass für die Erzeugung einer nutzbaren Warp-Blase enorme Mengen exotischer Materie notwendig wären, für einen funktionierenden Antrieb etwa eine Kugel in der Grösse des Jupiters. Neue Berechnungen der NASA haben ergeben, dass diese Menge deutlich reduziert werden kann. Schon 500 Kilogramm sollen ausreichen, um eine zehn-Meter-Blase effektiv mit zehnfacher Lichtgeschwindigkeit zu bewegen.

Keine geeigneten Kandidaten

«Die exotische Materie bräuchte die Eigenschaft, dass Massen sich abstossen anstatt sich anzuziehen. Leider ist ein solcher Stoff bisher nicht bekannt. Auch Antimaterie wirkt, wie jetzt bekannt ist, anziehend. Ob es einen solchen Stoff gibt, ist offen, es werden aber ständig neue Teilchen gefunden, wie etwa das Higgs-Boson», sagt Oberhummer. Ein Warp-Antrieb könne die Reisezeit zum Mars von einem Dreiviertel-Jahr auf 14 Minuten verkürzen und bisher unerreichbare Sterne in greifbare Nähe katapultieren, erklärt der Physiker.

«Die Wissenschaft schmettert neue Konzepte nicht ab, sondern untersucht sie. Viele heutzutage selbstverständliche Technologien galten früher als unrealisierbar. Ob oder bis wann eine Umsetzung möglich ist, lässt sich heute aber nicht sagen. Andere aus Star Trek bekannte Konzepte, wie Headsets, PCs, USB-Sticks, Handys und Flachbildschirme haben den Sprung in die Realität aber immerhin auch schon geschafft», erklärt Oberhummer.

Jedenfalls betreiben die NASA-Forscher derzeit Grundlagenforschung zum Thema. Sollte ihnen der Nachweis einer Warp-Blase im Labor gelingen, wäre das ein enormer Fortschritt für die Raumfahrt. «Selbst auf kleinstem Massstab wäre ein Beweis für die Machbarkeit von Raumzeitverzerrung ein Wendepunkt für die Wissenschaft, ähnlich dem erstmaligen Nachweis einer nuklearen Kettenreaktion, die damals auch nur ein halbes Watt lieferte», sagt White. Da ein Raumschiff mit Warp-Antrieb sich nicht durch den Raum bewegt, sondern diesen um sich herum verformt, gäbe es für die Passagiere auch keine Probleme mit Beschleunigung oder anderen Unannehmlichkeiten. Bemannte interstellare Raumfahrt wäre praktikabel.

Technische Details gibt es im Bericht unter http://bit.ly/QICUpQ .

(asu/pte)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Washington/München - Die US-Weltraumbehörde NASA plant eine Mondstation in der Umlaufbahn des Mondes, die ... mehr lesen
Ab 2019 soll auf dem Mond eine Zwischenbasis für die Marsmission gebaut werden.
Der Teilchenbeschleuniger des CERN.
Genf - Auch mit den schnellsten Neutrinos lässt sich die Relativitätstheorie von Albert Einstein allem Anschein nach nicht ... mehr lesen 1
Arlington - Geht es nach der DARPA, dem Forschungsarm des US-Verteidigungsmisteriums, wird die ... mehr lesen
Werden wir innerhalb der nächsten hundert Jahre zu den Sternen reisen können?
Zur Blütezeit im 5. und 6. Jahrhundert war Teotihuacán die wichtigste Metropole Mesoamerikas und eine der grössten Städte der Welt.
Zur Blütezeit im 5. und 6. Jahrhundert war ...
Historische Tempelanlage  Mexiko - Wissenschaftler haben in einer historischen Tempelanlage im Zentrum von Mexiko den Eingang zur «Unterwelt» der Teotihuacán-Kultur entdeckt. Im Tunnel zwischen der Sonnenpyramide und dem Tempel der gefiederten Schlange nordöstlich von Mexiko-Stadt wurden rund 50'000 Opfergaben gefunden. 
Glücksgefühl  London - Die Geburt des ersten und des zweiten Kindes kann kurzfristig den Glückslevel der Eltern ...  
Laut der Studie steigt das Glücksgefühl der Eltern im Jahr vor und nach der Geburt des ersten Kindes.
Der Fluch der frühen Geburt Irgendein Chinese hat mal auf Pergament gepinselt: «Die Erinnerung malt meist mit goldenem Pinsel.» Wohl wahr. Das bestätigt ...
 
Jedes Jahr sterben eine Million Neugeborene New York - «Die stille Tragödie» nennen es die Vereinten Nationen: Eine Million Kinder sterben jedes Jahr am ...
Die Kindersterblichkeit nimmt weiter ab.
Titel Forum Teaser
Dirk Hebel ist Assistenzprofessor für Architektur am Singapore ETH Centre (SEC).
ETH-Zukunftsblog Sand (Teil 2): nachhaltige Alternativen Der massive Abbau natürlicher Sandvorkommen in ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich 5°C 12°C nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig
Basel 4°C 13°C sonnig und wolkenlos leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
St.Gallen 4°C 11°C nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig
Bern 5°C 14°C nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig
Luzern 6°C 13°C nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig
Genf 5°C 16°C sonnig und wolkenlos leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Lugano 6°C 16°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten