NATO steht trotz interner Konflikte hinter Irak-Resolution
publiziert: Donnerstag, 21. Nov 2002 / 18:53 Uhr

Prag - Die NATO-Staaten haben sich bei ihrem Gipfel in Prag hinter die Irak-Resolution der UNO gestellt. Auf eine Teilnahme an ihrer militärischen Durchsetzung konnten sich die Bündnispartner wegen interner Differenzen aber nicht festlegen.

In der Erklärung der NATO ging es nicht um ein Engagement des Bündnisses im Fall eines Irak-Krieges. Die 19 Staats- und Regierungschefs forderten Bagdad aber auf, vollständig mit der UNO zusammenzuarbeiten und alle Resolutionen des Sicherheitsrats unverzüglich zu erfüllen.

Die UNO habe Bagdad eine letzte Möglichkeit gegeben, hiess es in der Erklärung. Zugleich wiesen die NATO-Verbündeten darauf hin, dass der Sicherheitsrat Irak in der UNO-Resolution 1441 vor ernsten Konsequenzen warne, wenn er weiter seine Abrüstungsverpflichtungen nicht erfülle.

Für den Fall eines solchen Militärschlages haben die USA in Prag auch Deutschland um Unterstützung ersucht. Der deutsche Aussenminister Joschka Fischer sagte jedoch: Unsere Haltung ist eindeutig klar. Wir werden uns nicht beteiligen.

Trotz der Aufnahme der Waffenkontrollen rechnet die irakische Führung in Bagdad immer noch jederzeit mit einem amerikanischen Angriff. Das sagte der Vizepräsident Taha Jassin Ramadan in der Nacht zum Donnerstag in der irakischen Hauptstadt.

Er sei überzeugt, dass die Kriegsgefahr für die Region immer noch nicht gebannt sei, selbst wenn Irak vollständig mit den Waffenkontrolleuren kooperierten.

Drei Schweizer Festungswächter nahmen derweil ihre Arbeit in Bagdad auf. Sie untersuchen das seit 1998 verlassene Gebäude der UNO-Waffeninspektoren.

Währenddessen bombardierten britische und US-Kampfflugzeuge erneut eine Luftabwehrstellung in Irak. In den vergangenen fünf Tagen hatten die Alliierten viermal irakische Luftabwehrstellungen beschossen.

(fest/sda)

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