Mehrere Mädchen und Jungen sterben bei NATO-Angriff in Afghanistan
NATO tötet 12 afghanische Kinder
publiziert: Sonntag, 29. Mai 2011 / 19:45 Uhr
Bei einem ISAF-Einsatz der NATO in Afghanistan sind mehrere zivile Opfer zu beklagen.
Bei einem ISAF-Einsatz der NATO in Afghanistan sind mehrere zivile Opfer zu beklagen.

Kandahar - Bei einem NATO-Luftangriff in der südafghanischen Provinz Helmand sind nach Angaben der Provinzregierung 14 Zivilisten getötet worden. Bei einem Rebellenüberfall auf ein militärisches Treffen im Norden des Landes kamen zwei deutsche Militärs ums Leben.

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Nach afghanischen Behördenangaben wurden beim NATO-Angriff in der südlichen Provinz Helmand am Samstag 14 Zivilisten getötet. Der Sprecher des Provinzgouverneurs, Daud Ahmadi, sagte, bei dem Bombardement in der Nacht zu Sonntag seien fünf Mädchen, sieben Knaben und zwei Frauen ums Leben gekommen.

Ahmadi sagte, US-Truppen seien im Distrikt Nawzad zunächst von Taliban-Kämpfern beschossen worden und hätten um Luftunterstützung gebeten. Daraufhin seien zwei Wohnhäuser mit Zivilisten bombardiert worden.

Menschliche Schutzschilde

Bei einem weiteren NATO-Luftangriff wurden in der ostafghanischen Provinz Nuristan nach Angaben des Gouverneurs "versehentlich" 18 Zivilisten und 20 Polizisten getötet. Gouverneur Dschamaluddin Badr, sagte am Sonntag, zu den Opfern in der Zivilbevölkerung und unter der Polizei sei es bereits am Donnerstag gekommen.

Taliban hätten Dorfbewohner als menschliche Schutzschilde missbraucht und von Wohnhäusern aus auf afghanische und ausländische Truppen geschossen. Badr sagte weiter, Polizisten seien im Nahkampf mit Aufständischen versehentlich bombardiert und getötet worden.

Ein Sprecher der NATO-geführten Internationalen Schutztruppe Isaf sagte, man kenne die Vorwürfe über angebliche zivile Opfer in Helmand und Nuristan. Die Isaf untersuche beide Vorfälle.

Deutsche Soldaten getötet

Zum zweiten Mal binnen weniger Tage sind Angehörige der deutschen Bundeswehr in Afghanistan bei einem Überfall getötet worden. Ein als Polizist getarnter Selbstmordattentäter verschaffte sich am Samstag Zugang zu einem Treffen von ranghohen deutschen und afghanischen Sicherheitsvertretern am Sitz des Gouverneurs in der nordafghanischen Provinz Tachar.

Ein 43 Jahre alter Major und ein 31-jähriger Hauptfeldwebel starben nach Angaben des deutschen Einsatzführungskommandos in Potsdam, fünf weitere Deutsche wurden verletzt - darunter auch General Markus Kneip, der im Norden Afghanistans die internationalen Schutztruppen führt.

Ein Sprecher der Provinzregierung von Tachar sprach von vier getöteten Afghanen, darunter der Polizeichef von Nordafghanistan und der Polizeichef von Tachar.

(fest/sda)

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