Lage in Mitrovica gespannt - NATO erwägt Entsendung weiterer Truppen
NATO will endlich Ruhe in der geteilten Stadt Mitrovica
publiziert: Mittwoch, 23. Feb 2000 / 19:04 Uhr

Pristina/Kosovska Mitrovica/Belgrad/Brüssel - Die NATO erwägt wegen der angespannten Lage in der geteilten Kosovo-Stadt Kosovska Mitrovica die Entsendung weiterer KFOR-Soldaten in das Krisengebiet.

«KFOR wird keine Barrikaden, Stacheldraht oder andere Barrieren dulden», sagte ein hoher NATO-Beamter in Brüssel, der ungenannt bleiben wollte. Auch am Mittwoch waren KFOR-Soldaten wieder Ziele von Attacken. Verletzt wurde jedoch niemand.

Die internationale Friedenstruppe setzte ihre am Vortag vorübergehend ausgesetzte Suche nach Waffen in der zwischen Albanern und Serben geteilten Stadt fort. KFOR-Kommandant General Klaus Reinhardt sprach sich nachdrücklich für einen Verbleib der Serben in Mitrovica aus.

Sondereinheiten nötig

Der NATO-Beamte in Brüssel fügte hinzu, die Friedenstruppe könne nicht allein für Ordnung sorgen. Es würden dringend Sondereinheiten für Polizeiaufgaben, wie etwa die italienischen Carabinieri, benötigt. Die KFOR-Soldaten müssten jetzt an anderen Stellen des Kosovo, etwa zur Bekämpfung des Rauschgiftschmuggels, eingesetzt werden.

Derzeit sind im Kosovo 30 000 Soldaten aus NATO-Staaten sowie 7000 aus Partnerländern der Allianz stationiert. Der NATO-Rat in Brüssel hatte sich am Mittwoch mit der Lage in Mitrovica befasst. Für Freitag ist eine Sondersitzung des NATO-Rates mit General Reinhardt vorgesehen.

Auch die UNO-Mission im Kosovo (UNMIK) will sich aktiv um eine Normalisierung der Lage in der Stadt bemühen. UNMIK-Chef Bernard Kouchner plane einen «Mitrovica Appell», um mehr Gelder und öffentliche Aufmerksamkeit für die dortige Situation zu bekommen, teilte eine UNMIK-Sprecherin mit.

Gespannte Lage
In Mitrovica war die Lage auch am Mittwoch weiter gespannt. Eine Gruppe junger Männer bewarf im serbischen Nordteil der Stadt ein gepanzertes Mannschaftsfahrzeug der deutschen Bundeswehr mit Flaschen und Steinen. Wenige Kilometer nördlich der Stadt wurden Schüsse auf einen französischen KFOR-Soldaten abgefeuert, wie Medien berichteten.

Amerikanische und französische Soldaten der KFOR-Friedenstruppe setzten ihre Suche nach versteckten Waffen fort. Sie konzentrierten sich auf den nördlichen, von den Serben kontrollierten Stadtteil, meldete die Belgrader Nachrichtenagentur Beta. Der Bezirk sei mit gepanzerten Fahrzeugen und Stacheldraht abgesperrt worden.

KFOR-Kommandant Reinhardt sprach sich für den sicheren Verbleib der Serben in Mitrovica aus. Wie zuvor schon NATO-Generalsekretär George Robertson und das US-Aussenministerium warf auch Reinhardt dem jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic vor, für die jüngsten Unruhen im Kosovo verantwortlich zu sein.

(sda)

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