Die Thematik rund um den NLA- und NLB-Modus lässt die Köpfe bei Fans und Funktionären rauchen. Argumentation stösst auf Argumentation. Etwas mehr als einen Monat vor dem grossen "Tag X" ist die Diskussion um 12 oder 14 NLA-Teams bereits auf dem Siedepunkt.
Was wird an diesem Tag passieren? Viele (selbsternannte, wahre, heimliche oder auch "unheimliche") Experten prophezeien, dass dann über das Schicksal des Schweizer Eishockeys entschieden wird.
Okay, so dramatisch ist es (noch) nicht: Die NLA wird nicht in sich zusammenfallen. Sie wird nicht von heute auf morgen "im Niveau verwässert" oder, im Falle einer Abstockung, werden auch nicht einige Clubs wirtschaftlich vor die Hunde gehen.
Aber dennoch: Das Beispiel Basel zeigt, wie schwerwiegend und entscheidend der Beschluss der Kommission sein wird. In der DEL hat man kürzlich eine sehr applaudierte "11 plus 1"-Lösung angenommen. Und dies, nachdem vor vier Jahren noch die DEL im Bereich Modus und Ausländerregelung sowie Teamvertretungen eher "Sodom und Gomorrha" glich als einer gut funktionierenden Liga mit klaren Richtlinien. Das zeigt, dass weder Hopfen noch Malz verloren ist. Wenn die ihren Weg finden, werden wir das auch tun! Oder?
Potentielle Investoren werden entmutigt
Einen interessanten Einwand hört man aus Basel, dessen EHC sogar droht, in die Amateurliga zu gehen, statt ein darbes, unlukratives und defizitäres NLB-Dasein zu fristen: Dieser ist, einfach und konkret formuliert, folgender: Die Liga hat sich die 13er-Version letztes Jahr eingebrockt, und nun müssen andere die Suppe auslöffeln!
EHC Basel-Manager Ueli Schwarz teilt diese Meinung und meint angriffig: "Wir können nichts dafür, dass man uns letzte Saison kampflos in die NLA geschickt hat. Wir können auch nicht akzeptieren, dass wir als einziges NLA-Team seit vielen Jahren eventuell direkt absteigen müssen. Jeder NLA-Club hatte in der Vergangenheit die Chance, sich gegen ein B-Team zu retten."
"Auch wirtschaftlich passiert hier ein grosses Unglück: Können wir es uns leisten, eine eventuell in Zukunft prosperierende Eishockeystadt vor seiner Entwicklung schon den Schnauf abzuwürgen?"
Ueli Schwarz denkt wie viele andere Befürworter einer Liga-Aufstockung: Eines Tages wird man sich auch arbeitsrechtlich der EU öffnen müssen und man wird sich kaum vor einem Heer arbeitsloser Top-Spieler retten und würde in diesem Falle froh gewesen sein, man hätte investitionswillige Vereine mit Potential zur Entwicklung nicht in die wirtschaftliche Pleite gejagt.
12er Fraktion
Dennoch bleibt die Fraktion der 12er-Liga mit ihren Argumenten weitaus stärker: Eine 14er NLA wäre nur dann sinnvoll, wenn man auch den Druck auf die Schweizer Spieler erhöht und eine andere Ausländerregelung in Betracht zieht.
Aber hier tun sich dann wieder einige Gräben auf, denn nicht jeder NLA-Verein kann sich auch mehr als drei Top-Legionäre finanziell leisten. Das würde auch bei einer 14er Liga nicht anders sein. Wollen wir das wirklich auch noch fördern?
Fakt 1: Bereits jetzt ist es für einigermassen talentierte Schweizer Spieler kein Kunststück, in der NLA Fuss zu fassen. Bei 14 Mannschaften würden noch nicht "NLA-würdige" Spieler als Stammspieler nachrücken. Das Leistungsniveau sinkt.
Fakt 2: Die Gefahr einer noch klareren Dreiklassengesellschaft mit finanzstarken Spitzenmannschaften, Mittelfeld-Teams und Kellerkinder-Vereinen würde das Gesamtniveau in der NLA beeinflussen. Zum Negativen!
Wer diese Fakten verneint, hat in den letzten Jahren die Augen vor der Wirklichkeit verschlossen.
(Von Joel Wüthrich, Working Press Basel/Montreal/eishockey.ch)
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