NR Glanzmanns Kampf gegen die Grundrechte
publiziert: Donnerstag, 12. Jul 2012 / 09:42 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 12. Jul 2012 / 09:59 Uhr
Findet scheinbar, dass Grundrechte nicht allen zustehen: Nationalrätin Ida-Glanzmann Hunkeler
Findet scheinbar, dass Grundrechte nicht allen zustehen: Nationalrätin Ida-Glanzmann Hunkeler

Frau Nationalrätin Ida Glanzmann-Hunkeler zeigt sich unnachgiebig und uneinsichtig. Die parlamentarische Kruzifix-Initiative wurde vom Nationalrat angenommen, vom Ständerat dann aber versenkt. Damit ist sie vom Tisch. Jetzt soll einem Gesetz ein Kruzifix-Schutzartikel eingepflanzt werden.

2 Meldungen im Zusammenhang
Nach der Ablehnung der Parlamentarischen Initiative, welche einen besonderen Schutz für «Symbole der abendländisch-christlichen Kultur» im öffentlichen Raum in die Verfassung schreiben wollte, durch den Ständerat hätte man meinen können, Frau Glanzmann würde nun - wenn sie das Anliegen denn so wichtig findet - eine Volksinitiative starten. Fehl gegangen. Sie hat in einer Interpellation beim Bundesrat angefragt, ob man denn nicht irgend ein Gesetz finden könnte, in das man diesen Schutz noch hineinverpacken könnte.

Derlei Gebaren ist zwar nicht beispiellos, aber doch ausserordentlich. Man könnte meinen, dass sie die Diskussionen im Ständerat mitverfolgt hat, die Argumentation mittlerweile nachvollziehen kann, vielleicht sogar ein Buch oder einen Artikel gelesen hätte, der sich mit dem Thema Laizität oder Menschenrechte beschäftigt. Die Menschenrechte sind eben nicht einfach so in einer geraden Linie aus dem Christentum erwachsen. Sie scheint sich aber mit dergleichen nicht wirklich beschäftigt zu haben. Mir fällt bei ihrer Interpellation spontan das Wort «Zwängerei» ein. Aber ihr fällt ja beim Thema freies Denken auch allerhand ein, wahrscheinlich wird «Zwängerei» auch mit dabei sein.

In einem Interview mit der Luzerner Zeitung vom 12. Juni 2012 lässt Frau Glanzmann beispielsweise über mich verlauten: «Nach Triengen gabs ja einen ähnlichen Fall im Wallis. Dieser Mensch ist übrigens sehr intolerant gegenüber der ganzen christlichen Kultur. Solche Menschen wird es immer wieder geben, und genau deshalb ist es wichtig, dass unsere Institutionen dagegen eine Handhabung [sic!] bekommen. Wenn in der Verfassung verankert wäre, dass christliche Symbole im öffentlichen Raum in jedem Fall zugelassen sind, dann wäre das der Fall. Ich finde es schlimm, dass man sich überhaupt für unserer Kultur so einsetzen und immer wieder darüber diskutieren muss.»

«Atheisten sind keine Menschen»

Frau Glanzmann meint übrigens «Handhabe», nicht etwa «Handhabung». Zudem bin ich doch einigermassen froh, dass Frau Glanzmann mich wenigstens noch als Menschen bezeichnet. Denn wenn man dem deutschen Bischof Overbeck Glauben schenken darf - und was schenkte man einem Bischof denn lieber als Glauben? -, ist ein Atheist ja kein Mensch. «Ohne Religion und ohne gelebte Praxis von Religion gibt es kein Menschsein.» , heisst es aus theologischem Munde. Es bleibt natürlich sehr fraglich, ob gerade eine katholische Frau übers Menschsein richten darf. Ich denke, Bischof Overbeck sollte Frau Glanzmann diesbezüglich einmal ein wenig genauer instruieren. Auch die Lektüre von 1. Timotheus 2, 11-15 und 1. Korinther 14, 34-35 könnte bei dieser Frage hilfreich sein.

Was ich damit sagen will: In Fragen der Toleranz, Menschenrechte, Frauenrechte und Demokratie sollte halt einfach nicht immer «christlich» - und schon gar nicht «katholisch»! - auf unsere Kultur und Kulturgeschichte geschrieben werden und immer schön das Rosafarbene als christlich herausgeschält und zurechtgebogen werden.

Nationalrätin will Grundrechte abschaffen

Was mich wirklich stört und bestürzt, ist die Tatsache, dass Frau Glanzmann ganz offen eine bundesrätliche Anleitung sucht, wie sie denn die Schutzrechte von Schweizer Bürgern einschränken und abschaffen kann.

Für mich ist der folgende Passus in der Interpellation jedenfalls nichts anderes als skandalös: «[...] damit nicht Einzelpersonen oder einzelne Gruppierungen unter Bezugnahme auf individuelle Grundrechte wie Glaubens- und Gewissensfreiheit unsere schweizerische Kultur infrage stellen können[...]» Da wird also gar nicht mehr verborgen, dass sie demokratische Grundrechte abschaffen will. Die Christlich-Konservativen haben es also gar nicht gerne, wenn man die einseitige Bevorzugung einer Religion durch den Staat infrage stellt, sie selber dürfen aber ohne weiteres Grund- und Menschenrechte infrage stellen. Das ist eine nützliche Lektion, fürderhin werden wir Bescheid wissen.

Auf der persönlichen Homepage von Frau Glanzmann fasst sie übrigens auch die Geschehnisse im Fall Triengen zusammen: «Der ganze Streit eskalierte dann soweit, dass am Schluss die Familie dieses Vaters, eine Freidenkerfamilie, Drohbriefe erhielt und schlussendlich als Konsequenz die Ortschaft verliess.» Frau Glanzmann formuliert das mit «Drohbriefe» etwas gar euphemistisch. Es waren konkrete Morddrohungen mit Ultimaten und zudem auch Postsendungen mit Fäkalien. Die katholischen Wutschäfchen und das gesunde Volksempfinden äussern sich halt bisweilen auf diese Art. Zwei Sätze später bekundet Frau Glanzmann: «[...] und ich habe sehr grosses Verständnis für die Einwohnerinnen und Einwohner dieser Gemeinde. In den Medien wurde das Wort Katholiban für die Einwohner dieser Gemeinde gebraucht, ein Schimpfwort, das ich sehr schlimm finde.»

Das ist doch sehr interessant. Eine Schweizer Parlamentarierin zeigt «grosses Verständnis» für solch unwürdiges Gebaren. Damit billigt sie auch, dass eine Familie aus einem Dorf vertrieben wird und wegziehen muss. Mich erschrecken solche Äusserungen. Aber wahrscheinlich hat Frau Glanzmann es einfach nur «gut gemeint» und ist sich nicht bewusst, dass sie mit einem solchen Gesetz intoleranten, rückwärtsgewandten Behörden ein Instrument in die Hände legen würde, welches immer wieder zur Verfolgung und Kasteiung von Anders- oder Nichtgläubigen, von progressiven, offenen Menschen genutzt werden könnte.

Unsere gute Verfassung wird also ohne einen religiösen Symbolschutzartikel bleiben, aber das Verhalten von Frau Glanzmann beweist, dass sich ihr christliches Selbstbewusstsein und ihre demokratische Grundhaltung eben nicht in guter Verfassung befinden.

(Valentin Abgottspon/news.ch)

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Scherenschnitt
Auf welchem Planeten leben Sie eigentlich Kassandra. Nehmen Sie mal Ihre Tageszeitungen und schneiden Sie alle Berichte über Raser mit Todesfolge, Drogenhandel, Diebstähle, schwere Körperverletzung und Morden aus. Wenn Sie dann nach drei Monaten immer noch keinen statistischen Zusammenhang bei Asylanten und Leuten aus dem Balkan in der Schweizer Kriminalität feststellen können, kann Ihnen wirklich keiner mehr helfen. Negieren löst keine Probleme.

Das ist meine IQ-Aufgabe für Sie.
Tja, warum wohl Kassandra
Kassandra: "bleiben Sie bei der Wahrheit, ich habe lediglich gesagt, dass den Füstentum im EWR gut geht, besser als so manchem EU Staat! Sie haben darauf behauptet, ich sei ein Monarchist. Ist das nun gelogen oder wahr?"

Jorian hat recht mit Doppelmoralist/in. Und Wahrheit ist Ihnen bei Ihren Verdrehungen auch egal.

Warum geht es Liechtenstein wohl gut, Sie Depperle? Finanzplatz und weil Sie nur Leute mit Kohle reinlassen. Dazu profitierten sie von Schweizer Franken (2. Finanzplatz), CH Post, CH Telekom. Wenn wir also über Rosinenpicker reden schlagen die uns. Wenn sie was brauchen nah zur Schweiz, ansonsten grosse Fresse mit EU. Der Fürst ist nichts als eine Zecke und nebenbei der Hauptbanker. Die lieben Sie doch so!

Das zweite Land dem es blenden geht ist Norwegen. Mit EWR und ohne EU. Aber nur wegen dem Öl. Trotzdem hätte die Schweiz damals das Gleiche machen sollen und dem EWR beitreten. Das hatte die SVP verhindert und das war eine Dummheit.

Allen Ländern denen es in Europa noch gut geht, geht es gut aus den Gründen die Sie ansonsten hier im Forum vehement bekämpfen. Finanzplatz, Rohstoffe, Industrie, kontrollierte und harte Migrationsauflagen.
IQ-Test!
Ja, in Berneck sind nun die Asylanten schuld, wenn die Gemeinde das das Honglerhaus frei macht und den Bewohnern kündigt? Umwerfend diese Logik!

Tägerwilen: Neun Asylbewerber, sieben aus Nigeria und zwei aus Gambia, wurden festgenommen. Die meisten Männer wohnen in der Unterkunft in Tägerwilen, zwei leben in anderen Asylunterkünften. (kapo/sg)
Das ist natürlich repräsentativ für alle Thurhauger Asylanten. Bestechende Logik!

Können Sie, gute Frau jorian, innert 10 Minuten die Frage beantworten? In welcher Stadt befindet sich der Hauptbahnhof von München?
IQ-Test!
Können Sie, jorian, innert 10 Minuten die Frage beantworten? In welcher Stadt befindet sich der Hauptbahnhof von München?
Kultur
Für religiöse Fanatiker gibt es keinen Unterschied zwischen Kultur und Religion.

Heidi vielen Dank für die Denkanstösse von Ihrer Seite!
mal ganz ernst
Kultur = Religion? Frau Glanzmann sieht dort anscheinend keinen Unterschied. Ihre Religion scheint ihre Kultur zu sein und was sich daraus ergibt, kann man sehen.

Und noch was, jorian. Wir haben immer die Dreifaltigkeit vor Augen und diese drei Möglichkeiten: Wir können lachen, weinen oder uns ärgern.

Egal, worüber.










Ja, ich auch. Bin auch ausgetreten aus diesem Läster- und Heuchlerverein.
Witzig oder dumm Herr Kassandra
Ja ja dem FL Volk geht es super! Die wollen ja auch eine Diktatur. Ich schrieb schon; einmal Leibeigener immer Leibeigener.

Im FL würde ich 500 bis 600 CHF weniger verdienen dank den vielen Grenzgängern.

Die Mieten sind gleich hoch wie in der CH.

Ich behaupte immer noch, dass Sie für eine Diktatur sind.

Mensch Herr Kassandra Sie spielen sich auf wie eine Popdiva!

Wer hat den erbarmen mit den armen Asylanten? Doch nicht etwas die von den CH Demokraten?

In der Gemeinde Berneck wurde einer CH Bürgerin der Mietvertrag gekündigt damit nachher Asylanten einziehen können...........

Tägerwilen TG; Asyl-Heim ist ein Dealer-Zentrum.

Wer hat geschrieben, dass es im Kanton Thurgau keinen Probleme mit Asylanten gibt? Waren das nicht Sie Herr Kassandra?

Verdammt genau diese obengannten Fälle sind doch Munition für die S(chweizerische)V(erarschungs)P(artei)!

Mensch Herr Kassandra jetzt habe ich mich doch voll auf Ihre Hautcreme runtergelassen! (Nivea)u
Frau jorian,
bleiben Sie bei der Wahrheit, ich habe lediglich gesagt, dass den Füstentum im EWR gut geht, besser als so manchem EU Staat! Sie haben darauf behauptet, ich sei ein Monarchist. Ist das nun gelogen oder wahr?
Weshalb müssen Sie eigentlich immer die Menschen mit Etiketten versehen? Klappt es bei Ihnen ohne Katalogdenken nicht im Hirnstübli?
Wem habe ich einen Pass nachgeschmissen? Ihnen vielleicht?
Wieso braucht Sie dazu Mut, jemanden von der CVP etwas zu fragen?
Ihre Unterstellungen und Verdrehungen und Halbwahrheiten stören mich gar nicht, aber man kann daraus Schlüsse auf Ihren noblen Charakter ziehen.
Es scheint, dass Sie einem Bibelkundler näher sind, als Sie glauben!
Lachen ist gesund!
Sind Sie nicht diese Verrückte, die einen Royalist nennt, nur weil einem Schottland gefällt. Oder war das Monarchist, weil ich die Malbuner Erzeugnisse mag?
Nun, sei es wie es wolle, Sie bringen so manches durcheinander, damit Sie sich hier ein wenig sicherer bewegen können, ich greife nicht die Menschen einer ganzen Religionsgemeinschaft an, sondern die Religion selbst und und diese religiösen Ausnahmetalente, wie diese Frau Glanzmann. Aber ich bin sehr dafür, dass man alle Religioenen gleich behandelt, wie ist eigentlich Wurscht, aber eben gleich. Nur das ist liberal und gerecht!
Nur, was gab es da so zu lachen? Lachen Sie auch wenn ihr Hund stirbt, oder so? Sie nannten mich eine, na, ist ja auch egal, aber die Frage sei mir erlaubt, sind Sie vielleicht eine lächerliche Figur?
HAHAHAHA
1. Sie haben recht.

2. Wer hat mich angegriffen, als ich fanatische Moslems angegriffen habe?

Fazit Sie sind ein/e Doppelmoralist/in.
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