Nach Absturz: In Bagdad zwei alliierte Piloten auf der Flucht
publiziert: Sonntag, 23. Mrz 2003 / 15:13 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 23. Mrz 2003 / 15:57 Uhr

Bagdad/Kairo - Soldaten und Einwohner von Bagdad haben in der irakischen Hauptstadt nach zwei britischen oder amerikanischen Piloten gesucht. Sie sollen sich beim Absturz ihrer Maschine mit Fallschirmen gerettet haben, meldete El Dschasira.

Britischer Soldat auf der Al Faw Halbinsel.
Britischer Soldat auf der Al Faw Halbinsel.
Der arabische TV-Sender zeigte Bilder von Soldaten, die mit Booten im Tigris nach den Männern suchten sowie Zivilisten, die am Ufer auf und ab liefen und teilweise in den Fluss schossen.

Kurz vorher heulten in Bagdad erneut die Sirenen. Darauf erfolgten laut einem dpa-Korrespondenten neue Luftangriffe auf Bagdad.

Der irakische Vizepräsident Taha Jassin Ramadan hatte zuvor erklärt, irakische Truppen hätten Kriegsgefangene unter den amerikanisch-britischen Angreifern gemacht. Diese würden binnen Stunden im Fernsehen vorgeführt. Bisher wurde diese Ankündigung nicht umgesetzt.

Aus britischen Militärkreisen verlautete, dass die Truppen der USA und Grossbritannien bis Dienstag die irakische Hauptstadt Bagdad erreichen könnten. Wir rechnen für Montagnacht oder Dienstag mit der Bodenoffensive auf Bagdad, hiess es .

Das irakische Fernsehen zeigte erneut Bilder von einem Treffen des irakischen Staatschefs Saddam Hussein mit mehreren Ministern und Kommandanten. Die Bilder sollen offenbar beweisen, dass Saddam die Bombenangrifffe bisher unbeschadet überstanden hat. Über Ort und Zeitpunkt der Aufnahmen wurde jedoch nichts bekannt.

Bei der Explosion in der Nähe des US-Hauptquartiers in Katar hat es sich laut US-Angaben nicht um einen Anschlag, sondern um einen Industrieunfall gehandelt.

Die Explosion kam von einem Gaszylinder in einem Auto, das in einer Pressanlage verschrottet wurde, sagte ein Sprecher der US-Armee. Die Anlage befinde sich in einem Industriegebiet rund eineinhalb Kilometer von dem Hauptquartier entfernt. Von Katar aus koordinieren die USA und Grossbritannien ihre Angriffe auf Irak.

Amerikanische und britische Truppen führten erneut mehrere Angriffe in Nordirak durch. So wurden Luftangriffe aus Mosul und von nahe der iranischen Grenze gemeldet. Dort soll kurdischen Angaben eine angeblich El Kaida nahestehende Moslemgruppe aus der Luft angegriffen worden sein.

Im Süden sind die US-geführten Truppen offenbar auf Widerstand gestossen: CNN meldete am Morgen, dass auf Bagdad vorrückenden Einheiten unter Granatfeuer gekommen seien. Laut der Agentur Reuters stiess auch eine US-Infanterie-Division nahe der Stadt Nadschaf auf Widerstand.

Auch ganz im Süden - nahe Kuweit - gab es irakische Gegenwehr. So war am Morgen in der südlichen Hafenstadt Umm Kasr verschiedentlich Maschinengewehrfeuer zu hören. Laut Berichten der britischen BBC sind diese Kämpfe inzwischen offenbar beendet.

Über Opfer des Krieges gibt es keine verlässlichen Informationen. In Bagdad sollen nach offiziellen irakischen Angaben bislang 3 Menschen getötet und mehr als 250 verletzt worden sein. Bei Luftangriffen auf Tikrit seien vier Menschen getötet worden. Bei den Kämpfen um Basra seien 77 Zivilisten getötet und 366 Personen verwundet worden.

Am Morgen war ein britisches Militärflugzeug bei Kuwait von einer Patriot-Rakete der US-Streitkräfte abgeschossen wurde, wie das britische und amerikanische Verteidigungsministerium erklärten.

Der Granatenanschlag auf ein US-Militärcamp in Kuwait mit einem Toten und mindestens zwölf Verletzten geht offenbar auf das Konto eines US-Soldaten. Ein Verdächtiger gestand die Tat laut Medienberichten.

(fest/sda)

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