Nach Bundesratswahl wollen Frauenorganisationen demonstrieren
publiziert: Freitag, 12. Dez 2003 / 16:20 Uhr

Bern - Die Bundesratswahlen stellen nach Ansicht der Frauenorganisationen den Beginn einer frauenpolitischen Eiszeit dar. Sie rufen deshalb für Samstag zu einer nationalen Demonstration in Bern auf.

Die aus Frauensicht ersatzlose Abwahl Ruth Metzlers sorgt wie erwartet für Unruhe.
Die aus Frauensicht ersatzlose Abwahl Ruth Metzlers sorgt wie erwartet für Unruhe.
Ein Gesellschaft, die die Hälfte der Bevölkerung diskriminiert ist weder gerecht noch demokratisch, sagte die Genfer SP-Nationalrätin Maria Roth-Bernasconi. Die Abwahl Ruth Metzlers und die Nichtwahl Christine Beerlis stellten eine historische Ohrfeige für die Schweizer Frauen dar.

Gefragt seien jetzt Frauen und Männer, die für gleichstellungspolitische Fragen einstünden, sagte Nani Moras, Co-Präsidentin der Frauenkommission des Gewerkschaftsbundes.

Christoph Blocher kämpfe als Mitglied des Referendumskomitees gegen die Mutterschaftsversicherung. Aus der gleichen patricharchalen Mottenkiste stamme auch Hans-Rudolf Merz, ergänzte sie.

Das Frauenstimmrecht in seinem Heimatkanton habe er dereinst mit der Begründung abgelehnt, nur jene sollten politisch mitbestimmen dürfen, die das Land auch militärisch verteidigten.

Das Parlament habe am vergangenen Mittwoch zwei erklärte rechtsbürgerliche Patriarchen in die Landesregierung gewählt, sagte Regula Rytz, Berner Grossrätin und Präsidentin des Grünen Bündnisses ihres Kantons.

Die Kundgebung wird von rund dreissig Organisationen unterstützt, darunter dem Bund Schweizerischer Frauenorganisationen (alliance F), den Gewerkschaften, der SP, den Grünen und Studentinnen-Organisationen. Die Berner Stadtpolizei rechnet mit Behinderungen im öffentlichen und privaten Verkehr.

(tr/sda)

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