Ägypter aus Flugschule geworfen
Nach Drohung gegen Trump - Muslim verlässt die USA
publiziert: Freitag, 4. Mrz 2016 / 21:59 Uhr

Los Angeles - Ein 23-jähriger Ägypter verlässt freiwillig die USA, um weitere Auseinandersetzungen mit den Behörden wegen eines Facebook-Eintrags gegen Donald Trump zu vermeiden. Dies erklärte er vor dem Gericht in Kalifornien.

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Der Muslim hatte sich von Trumps islamfeindlicher Rhetorik so abgestossen gefühlt, dass er ein Bild des Präsidentschaftsbewerbers ins Netz stellte. Kommentar: «Würde ich diesen Kerl umbringen, wäre mir auch eine lebenslange Haftstrafe egal, und die Welt würde mir danken.»

Emad Elsayed, Flugschüler, sagte am Freitag vor einem Bezirksgericht in Los Angeles, er werde bis zum 5. Juli das Land verlassen. Er wolle ein formales Abschiebungsverfahren vermeiden.

Elsayeds Verteidiger Hani Bushra kritisierte das Vorgehen der Behörden scharf. Es handle sich nur um einen Schüler, der etwas Dummes gesagt habe. Das Verfahren sei unverhältnismässig.

Islam und Herkunft als Auslöser

Es gebe in den sozialen Medien sehr viele, bedeutend schlimmere Äusserungen über andere Kandidaten als Trump, sagte Bushra vor dem Hintergrund des laufenden Präsidentschaftswahlkampfes. Er glaube, dass die muslimische Religion und die Abstammung des Mannes eine grosse Rolle dabei gespielt hätten, Elsayed ausweisen zu wollen.

Nach Elsayeds Facebook-Post hatte der Eigentümer der Flugschule die Behörden informiert, daraufhin verhörten Agenten des Secret Service den Mann. Weil keine Strafanzeige gestellt werden konnte, forderten die Beamten die Flugschule dazu auf, Elsayed die Schulbescheinigung zu entziehen. Damit verlor das Studentenvisum des Schülers seine Gültigkeit, und er konnte festgenommen werden.

Anwalt Bushra sagte US-Medien, er strebe eine weitere Anhörung an, das ganze Verfahren sei ungesetzlich. Er verstehe zwar, dass der Fall habe untersucht werden müssen. Aber diese Untersuchung hätte zwingend ergeben müssen, dass kein Grund zur Beunruhigung bestehe. «Es ist nicht fair, einen solchen Druck auf die Schule auszuüben», sagte Bushra.

(bert/sda)

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