Nach Evakuierung von Ausländern herrscht die Angst in Bouaké
publiziert: Freitag, 27. Sep 2002 / 17:12 Uhr

Nairobi/Abidjan - Nach der Evakuierung von rund 1200 westlichen Staatsbürgern wächst in der umkämpften Stadt Bouaké in der Elfenbeinküste die Angst vor weiterem Blutvergiessen.

Verteidigungsminister Lida Moise Kouassi erklärte die von den Meuterern belagerten Städte Bouaké und Korhogo zur Kriegszone. Jeder, der dort, abgesehen von loyalen Soldaten, Waffen trägt, wird zum Staatsfeind erklärt, sagte Kouassi im staatlichen Fernsehen. In wenigen Stunden werden die Sicherheitskräfte dort ihre Arbeit beginnen.

Während französische Truppen eine Rettungsaktion für die Ausländer durchführten, verhielten sich die Aufständischen friedlich. Zahlreiche Einheimische nutzten die Feuerpause, um aus der Stadt zu fliehen. Doch die, die zurückblieben, fürchten sich vor einer möglichen Regierungsoffensive, sagte ein Augenzeuge.

Die evakuierten US-Bürger, Italiener, Niederländer, Briten und hauptsächlich Franzosen wurden in Militärflugzeugen in die 350 Kilometer entfernte Wirtschaftsmetropole Abidjan oder ins Nachbarland Ghana geflogen.

Mitglieder der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS wollen am Sonntag in Abidjan zu einem Krisengipfel zusammenkommen. Wir werden dort den Aktionsplan festlegen, mit dem wir die Regierung der Elfenbeinküste unterstützen, sagte ECOWAS-Exekutivsekretär Mohamed Ibn Chambas nach einem Besuch beim Präsidenten der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo.

Der Aufstand im ehemals stabilsten Land Westafrikas hatte am 19. September in drei Städten begonnen. Die meuternden Soldaten forderten ihre Wiedereingliederung in die verkleinerte Armee und bessere Löhne.

(sda)

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