USA
Nach Pannenserie tritt Secret-Service-Chefin zurück
publiziert: Mittwoch, 1. Okt 2014 / 22:09 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 2. Okt 2014 / 06:37 Uhr
Eine Serie von Pannen führte zum Rücktritt von Julia Pierson.
Eine Serie von Pannen führte zum Rücktritt von Julia Pierson.

Washington - Die Chefin der Leibwache von US-Präsident Barack Obama ist nach einer Pannenserie zurückgetreten. Das Ministerium für innere Sicherheit nahm das Rücktrittsgesuch von Julia Pierson, Chefin des Secret Service, an.

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Das gab der Minister für innere Sicherheit, Jeh Johnson, am Mittwoch in Washington bekannt. Pierson hatte zuvor bei einer Anhörung im Repräsentantenhaus erklärt, die «volle Verantwortung» für das Eindringen eines mit einem Messer bewaffneten Mannes in den Präsidentensitz zu übernehmen.

Der Vorfall mit dem Irak-Veteran, der über den Zaun des Weissen Hauses springen und weit ins Haupthaus vordringen konnte, war nur der letzte von mehreren Fehlern der Leibgarde in der jüngsten Zeit.

Ein zeitlich weiter zurückliegender Vorfall war erst jetzt durch die «Washington Post» bekannt geworden. Der Secret Service hatte vor rund zwei Wochen während Obamas Besuch bei der Seuchenbehörde CDC einen bewaffneten, dreifach verurteilten Ex-Straftäter in Obamas Nähe gelassen.

Der US-Präsident und der Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma waren beim Besuch Obamas in Atlanta gemeinsam im Lift gefahren, schreibt das Blatt. Der Mann wurde auffällig, als er mit seinem Smartphone Fotos von Obama machte.

Doch erst als die Agenten sich beschwerten, der Mitarbeiter von der Sicherheitsfirma auf der Stelle gefeuert wurde und daraufhin seine Dienstwaffe abgeben musste, wurde ihnen klar, dass der Mann bewaffnet war. Die strengen Sicherheitsprotokolle verbieten jedoch, dass sich ausser dem Secret Service Bewaffnete in Obamas Nähe aufhalten.

Reformen sind nötig

Mit dieser Panne war der Druck auf Secret-Service-Direktorin Pierson weiter angestiegen, Reformen umzusetzen. Nun führte diese Serie von Pannen zu ihrem Rücktritt.

Regierungssprecher Josh Earnest sprach sich am Mittwoch für Neuerungen aus. «Es ist klar, dass einige Reformen umgesetzt werden müssen», sagte Earnest dem TV-Sender CNN. Die rund 3400 Agenten zählende Behörde prüfe derzeit, welche Änderungen gemacht werden müssten. Pierson hatte sich noch am Dienstag im Kongress für die Zaunspringer-Panne entschuldigt. Der Mann ist angeklagt worden.

Die «Washington Post» (Mittwoch) forderte eine unabhängige Untersuchung der Abläufe bei der Leibgarde. Die «New York Times» sprach vom «Kollaps des Secret Service» und sagte, der Zaunspringer habe die Idee der «weltweit undurchdringlichsten Sicherheitstruppe» zerschlagen.

«Inkompetent und doppelzüngig»

Die Agenten hätten sich als «stümperhaft» entpuppt. Das «Wall Street Journal» schrieb, der Vorfall habe eine «Kultur der Inkompetenz und Doppelzüngigkeit» offenbart. Denn der Secret Service hatte zunächst behauptet, den Eindringling schon im Eingangsbereich gestoppt zu haben - erst später kam ans Licht, dass er bis tief ins Innere des Weissen Hauses vordringen konnte.

«Dies sind Profis, die einen sehr schwierigen Job haben», nahm Earnest den Secret Service am Mittwoch in Schutz. Die Agenten hätten eine besondere Aufgabe und würden ihr Leben jeden Tag zum Schutz anderer riskieren. Auch Obama hatte die Agenten zuletzt verteidigt und ihnen für ihren unermüdlichen Einsatz gedankt. Die am Mittwoch zurückgetretene Pierson war im März 2013 von Obama als erste Frau an die Spitze des Secret Service geholt worden.

(flok/sda)

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