Nach dem Kollaps der UdSSR: Pulverfass Kaukasus
publiziert: Sonntag, 10. Aug 2008 / 08:54 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 10. Aug 2008 / 09:28 Uhr

Moskau - Seit dem Kollaps der UdSSR sind im Kaukasus immer wieder bewaffnete Konflikte ausgebrochen. Hauptbrennpunkt war lange Zeit die Region Tschetschenien. Doch auch andere Gebiete machen den Kaukasus zu einem permanenten Pulverfass.

Auch in Tschetschenien dauert der Konflikt noch immer an.
Auch in Tschetschenien dauert der Konflikt noch immer an.
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Tschetschenien

Die Unabhängigkeitsbestrebungen des Gebiets lösten zwei Kriege aus. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion hatte sich die Kaukasusregion 1991 einseitig von Moskau losgesagt und betrachtet sich seither als unabhängig. 1994 startete Russland seinen ersten Tschetschenien-Feldzug. Nach 21 Monaten musste die russische Armee das Feld geschlagen räumen.

Im Oktober 1999 marschierten erneut russische Soldaten in Tschetschenien ein. Zwar war der Krieg nach wenigen Monaten beendet - doch der Konflikt dauert seither an und hat auch ausserhalb der Grenzen Tschetscheniens zahlreiche Menschenleben gekostet.

Dagestan

Die grösste russische Kaukasusrepublik war in den Tschetschenien-Kriegen immer wieder ein Nebenschauplatz. Der zweite Tschetschenien-Konflikt begann im Oktober 1999, nachdem in Dagestan tschetschenische Kämpfer unter dem Rebellenführer Schamil Bassajew einmarschiert waren.

Moskau antwortete darauf mit einer Militäroffensive. Dagestan wird häufig von kleineren Anschlägen auf Polizisten und Soldaten erschüttert.

Inguschetien

In der ärmsten russischen Republik leben etwa eine halbe Million Einwohner, die historisch enge Kontakte zu Tschetschenien haben. Im Juni 2004 geriet Inguschetien ins Visier der Rebellen von Bassajew. Hunderte Männer überfielen zeitgleich mehrere Ortschaften und nahm Staatsgebäude unter Beschuss. Dabei starben knapp 90 Menschen.

Nordossetien

Die Osseten leben in zwei Staaten: Während Südossetien völkerrechtlich zu Georgien gehört, ist Nordossetien an Russland angegliedert. Moskau hat dort seine wichtigste Militärbasis im Kaukasus. Der Konflikt um das benachbarte Tschetschenien belastet auch Nordossetien stark.

Die Provinz war im September 2004 Schauplatz des Massakers von Beslan. Ein pro-tschetschenisches Kommando überfiel die Grundschule und hielt 1200 Menschen tagelang als Geiseln. Bei einem desaströs gescheiterten Einsatz russischer Sicherheitskräfte starben 331 Menschen, mehr als die Hälfte davon Kinder.

Südossetien

Nach einem bewaffneten Konflikt mit Georgien sprachen sich die Südosseten Anfang 1992 in einem Referendum mit überwältigender Mehrheit für ihre Unabhängigkeit und die Vereinigung mit Nordossetien aus.

Im Juni 1992 wurde nach einem Waffenstillstandsabkommen zwischen Russland und Georgien eine aus den drei Konfliktparteien bestehende Friedenstruppe an der georgisch-südossetischen Grenze stationiert. Doch damit endete die Gewalt nicht. Am Freitag entbrannte der Kampf zwischen Georgien und Russland um die Vormacht in der Provinz.

Abchasien

Die Region an der Schwarzmeerküste erklärte 1992 einseitig ihre Unabhängigkeit von Georgien. Nach einem einjährigen Krieg, bei dem tausende Menschen starben, unterlag die georgische Armee den Aufständischen. Nach den Kämpfen stationierte die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) eine Friedenstruppe in dem Gebiet.

Im Zuge von Spannungen um den Status Abchasiens stockte Russland zur Verärgerung Georgiens Anfang Mai seine Truppen in dem Gebiet auf. Einen Friedensplan des deutschen Aussenministers Frank-Walter Steinmeier lehnten die Separatisten ab.

Berg-Karabach

Die hauptsächlich von Armeniern bewohnte Enklave auf aserbaidschanischem Territorium war während des Zerfalls der UdSSR Anfang der 90er Jahre Schauplatz eines blutigen Konfliktes. Etwa 20'000 Menschen kamen damals ums Leben.

Seit der Waffenruhe 1994 steht das strittige Gebiet unter der Kontrolle Armeniens. Dennoch reissen Vorfälle zwischen armenischen und aserbaidschanischen Sicherheitskräften nicht ab.

(tri/sda)

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