Kontroverse Ansichten über die Muba-Werbung:
Nackte Schwangere auf Muba-Plakat spaltet Region Basel
publiziert: Mittwoch, 26. Apr 2000 / 17:03 Uhr

Basel - Die Diskussionen über die nackte schwangere Frau auf dem Plakat zur Muba 2000 reisst nicht ab. Jetzt wurden in Basel erste Plakate aus Protest übermalt und verklebt.

Unbekannte haben die Nackte auf dem Muba-Plakat in Basel mit Farbe
Unbekannte haben die Nackte auf dem Muba-Plakat in Basel mit Farbe "angezogen".
Die Leser der Basler Internet-Zeitung netzpress stimmten zwar mit 63 zu 37 Prozent eindeutig für das Plakat, in der Bevölkerung der Region Basel aber bleibt man geteilter Meinung. Das Büro für Gleichstellungsfragen des Kantons Basel-Landschaft beispielsweise stört sich an der Muba-Werbung mit der nackten Schwangeren: "Da wird eine sexistisch dargestellte Frau auch noch als Mutter aller Messen bezeichnet. Das ist eindeutig gegen die Frau gerichtet", sagt eine Sprecherin. Ihre stadtbasler Kollegin allerdings findet an der nackten Schwangeren auf dem Plakat "nichts anstössiges". Sie bezeichnet das Plakat sogar als schön.
Auch in der Bevölkerung reisst die Diskussion um das Plakat nicht ab. Erste Plakate wurden an verschiedenen Stellen der Stadt sogar übermalt: Unbekannte pinselten der Frau Kleidungsstücke auf. An verschiedenen Orten sind die Brüste einfach überklebt worden.
Bereits in der Vorphase der Plakataktion gab es geteilte Ansichten über das Motiv. Im Kanton Bern durften die Muba-Plakate nur mit überklebten Brüsten aufgehängt werden, im Kanton Solothurn wurde das Aufhängen der nackten Schwangeren total untersagt. In Basel ging das Plakat "als Kunst" problemlos durch die Bewilligungsinstanzen, nachdem der Verwaltungsrat der Messe Basel der extravaganten Werbekampagne zugestimmt hatte.

(klei/news.ch)

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