Skeleton
Nächste Schritte Richtung Weltspitze
publiziert: Freitag, 12. Dez 2014 / 08:27 Uhr
Die Rahmenbedingungen, um auf höchstem Level den Skeleton-Sport zu betreiben, sind in der Schweiz nach wie vor schwierig.
Die Rahmenbedingungen, um auf höchstem Level den Skeleton-Sport zu betreiben, sind in der Schweiz nach wie vor schwierig.

In Lake Placid (USA) eröffnen heute Freitag auch die Skeleton-Sportler ihre Weltcup-Saison. Marina Gilardoni, die Schweizer Nummer 1, hat gute Erinnerungen an diesen Ort. Hier hat sie im letzten Winter als Fünfte ihr Karriere-Bestresultat erreicht.

Gilardoni hat sich für die neue Saison zum Ziel gesetzt, regelmässig in die Top 8 zu fahren. In der EM-Wertung in La Plagne (Fr) soll bei idealem Wettkampf-Verlauf gar ein Podestplatz herausschauen.

Die Basis für solche Ergebnisse ist gelegt. Gilardoni hatte eine gute Vorbereitung. Sie liess sich auch durch eine Brustmuskelzerrung nicht aus dem Konzept bringen. Kerstin Szymkowiak, die Skeleton-Sportchefin von Swiss Sliding, schwärmt: «Marina war athletisch noch nie so parat wie jetzt.» Das will etwas heissen. Gilardoni hatte schon in der vergangenen Saison zu den besten Starterinnen gezählt. Fragt sich nur, welche Fortschritte sie in der Bahn machen kann. In diesem Bereich fehlt es der 27-jährigen St. Gallerin im Vergleich mit den Weltbesten immer noch an Erfahrung. Gilardoni ist jedenfalls frohen Mutes. Sie sagt, sie fühle sich auf ihrem neuen, etwas sensibler zu steuernden Schlitten sehr wohl.

Planung auf 2018

Ausgerichtet ist Gilardonis Planung auf 2018. An den Olympischen Spielen in Pyeongchang will sie um eine Medaille mitkämpfen - und zeigen, dass sie es besser kann als zuletzt in Sotschi. Bei ihrem Olympia-Debüt im Februar hatte sie als 18. viel Lehrgeld bezahlen müssen. Unterstützt wird Gilardoni auf ihrem Weg immer noch vom österreichischen Coach Michael Grünberger, der 2010 die Britin Amy Williams zum Olympiasieg geführt hatte.

Die Rahmenbedingungen, um auf höchstem Level den Skeleton-Sport zu betreiben, sind in der Schweiz nach wie vor schwierig. Die Athleten und Betreuer haben mit Widerwärtigkeiten aller Art zu kämpfen. Von den Beteiligten ist eine gehörige Portion Idealismus gefordert. Sportchefin Szymkowiak spricht von «1000 Problemen neben dem Eiskanal». Aus Deutschland, wo sie herkommt, sei sie sich ganz andere Verhältnisse gewohnt. Umso erstaunlicher wäre es, wenn sich Gilardoni in den nächsten Jahren in der Weltspitze etablieren könnte.

Perspektiven bei Männern weniger rosig

Bei den Schweizer Männern sehen die Perspektiven weniger rosig aus. Nach dem Rücktritt von Lukas Kummer schickt Swiss Sliding zum Auftakt der neuen Weltcup-Saison in der Person von Ronald Auderset einen Debütanten ins Rennen. Für den 24-jährigen Freiburger geht es zunächst primär darum, die verschiedenen Bahnen besser kennen zu lernen.

(flok/Si)

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