Nahost: Am «Tag des Zorns» sterben erneut neun Menschen
publiziert: Freitag, 8. Dez 2000 / 18:21 Uhr

Jerusalem - An einem von den Palästinensern ausgerufenen «Tag des Zorns» sind am Freitag in Jerusalem und im Westjordanland mindestens neun Menschen getötet worden. Israel hatte seine Armee in höchste Alarmbereitschaft versetzt.

In Jerusalem kam es nach dem Freitagsgebet auf dem Tempelberg zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen israelischen Polizisten und Palästinensern.
In Jerusalem kam es nach dem Freitagsgebet auf dem Tempelberg zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen israelischen Polizisten und Palästinensern.
Bei einem Panzerangriff der israelischen Armee auf Dschenin im Westjordanland wurden palästinensischen Angaben zufolge vier palästinensische Polizisten sowie ein Zivilist getötet; in Bethlehem und Jerusalem starben zwei junge Palästinenser bei gewalttätigen Zusammenstössen mit israelischen Sicherheitskräften. Bei einem Anschlag in Hebron im Westjordanland wurden zwei Israeli getötet.

Mehrere palästinensische Organisationen, darunter die Fatah- Bewegung von Palästinenserpräsident Jassir Arafat und die radikalislamische Hamas, hatten für Freitag und Samstag zu «Tagen des Zorns» aufgerufen.

Die Besatzung des Panzers habe «ohne Vorwarnung» auf eine Strassensperre der palästinensischen Polizei im Norden Dschenins geschossen, sagte der Bürgermeister der palästinensisch verwalteten Stadt. Die vier palästinensischen Polizisten seien von Panzergranaten getroffen und «total zerfetzt» worden, sagte der Direktor des Spitals der Stadt. Auch ein Zivilist sei ums Leben gekommen.

In Jerusalem kam es nach dem Freitagsgebet auf dem Tempelberg zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen israelischen Polizisten und Palästinensern. Nach einer Verfolgungsjagd durch die Strassen der Altstadt schossen die Polizisten mit gummi-ummantelten Geschossen.

Dabei wurde ein 16-jähriger Palästinenser am Kopf getroffen, der Spitalangaben zufolge für klinisch tot erklärt wurde. Nach palästinensischen Angaben wurden zudem elf Palästinenser verletzt. Israel hatte wegen Angst vor Anschlägen Palästinensern aus den Autonomiegebieten die Teilnahme am Freitagsgebet in Jerusalem untersagt.

Den Anschlag auf jüdische Siedler bei Hebron verurteilte Israels Ministerpräsident Ehud Barak als «ernsten Zwischenfall» und «feigen Angriff auf Zivilisten». Eine Lehrerin war auf der Stelle tot, als ihr Auto am Morgen von mehreren Schüssen getroffen wurde.

Ihr Fahrer starb nach Spitalangaben wenige Stunden später. Eine weitere Lehrerin wurde bei dem Angriff verletzt. Nach israelischen Armeeangaben wurden die Schüsse aus einem Wagen abgefeuert, der daraufhin in den palästinensischen Teil Hebrons fuhr.

Am Donnerstag waren drei Israeli, darunter ein Militär, im Norden des Westjordanlandes bei einem ähnlichen Angriff verletzt worden. Die Bewohner der jüdischen Siedlung Kirjat Arba warfen der Regierung vor, nicht hart genug auf die Angriffe zu reagieren. Sie forderten, den Palästinensern die Benutzung von PKW zu verbieten.

(sda)

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