DNA-Bots können Rechenleistung eines Acht-Bit-Computers erreichen
Nanoroboter erfolgreich in Lebewesen getestet
publiziert: Montag, 14. Apr 2014 / 20:21 Uhr / aktualisiert: Montag, 14. Apr 2014 / 23:36 Uhr
Die Technik könnte die Krebsbehandlung revolutionieren.
Die Technik könnte die Krebsbehandlung revolutionieren.

Cambridge - Forscher der Harvard haben haben mit ihren israelischen Kollegen erfolgreich nano-grosse Roboter bestehend aus DNA in ein Lebewesen eingeführt.

3 Meldungen im Zusammenhang
Die «Nanobots» können miteinander interagieren und logische Operationen wie ein Computer ausführen. Sogar die Leistung eines Acht-Bit-Rechners wie des Commodore 64 aus den 1980er-Jahren soll innerhalb der Küchenschabe möglich sein, an der die Forscher das Experiment ausgeführt haben. Die Krebsbehandlung könnte revolutioniert werden, denn die Bots transportieren in ihren DNA-Strängen Medikamente zu den Krebszellen.

Revolution in der Medizin

«DNA-Nanoroboter könnten gegebenenfalls komplexe Programme ausführen, die eines Tages dazu dienen könnten, Krankheiten mit nie dagewesener Raffinesse zu diagnostizieren und zu behandeln», erklärt Daniel Levner, Bioingeneur in Harvard. Er und seine Kollegen von der israelischen Bar Ilan University haben die Nanobots erschaffen, indem sie verschiedene Eigenschaften von DNA nutzten.

Wenn diese auf ein bestimmtes Protein trifft, entfaltet sie sich in zwei Stränge. Es ist so möglich, dass sich die Nanobots entfalten, wenn sie auf spezifische Moleküle treffen, etwa die einer kranken Zelle. So können Medikamente mit Hilfe der Roboter gezielt bei Krebszellen landen. Im Experiment injizierten die Forscher verschiedene Nanobots in Küchenschaben. Nachverfolgt wurden die Bots mit fluoreszierenden Markierungen.

Laut den Forschern sind Präzision und Kontrolle der Roboter im Körper vergleichbar mit einem Computersystem. «Es ist das erste Mal, dass biologische Therapie so funktioniert wie ein Prozessor», so Ido Bachelet vom Institut für Nanotechnologie an der Bar Ilan University. Je mehr Bots präsent seien, desto komplexere Anwendungszwecke würden möglich. «Ab einer gewissen Schwelle kann man alle möglichen Rechenoperationen ausführen. Diese Schwelle haben wir erreicht.»

Tests an Menschen ab 2019

So ist es nach Angaben des Teams möglich, die Computerleistung in der Küchenschabe auf die eines alten Rechners wie dem C 64 zu steigern. Bei der Nutzung im Körper von Krebspatienten existiert allerdings das Problem der Immunreaktion. Das Team ist aber zuversichtlich, das lösen zu können und will die Roboter stabil genug machen, um die Abwehrreaktion zu überleben. Laut Bachelet könnten Tests an Menschen innerhalb der nächsten fünf Jahre beginnen.

 

 

(fest/pte)

?
Facebook
SMS
SMS
1
Forum
Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Zürich - Wissenschaftler der ETH Zürich haben eine winzige Fertigungslinie entwickelt, die dem Zusammenbau von biologischen ... mehr lesen
Sogenannte Mikrotubuli dienen als Transporter für die Montage mehrerer molekularer Objekte.
Das Neuste von Neusten, der «nanoFSM».
Hightech-Nanotechnik soll Mooresches Gesetz weiter am Leben erhalten. McLean - ... mehr lesen
London - Bereits innerhalb der nächsten 30 Jahre wird Künstliche Intelligenz (KI) an menschliche heranreichen oder diese sogar ... mehr lesen
Die Technologien entwickeln sich immer rasanter.
Der perfekte (Massen-)Mord.
"Bei der Nutzung im Körper von Krebspatienten existiert allerdings das Problem der Immunreaktion. Das Team ist aber zuversichtlich, das lösen zu können und will die Roboter stabil genug machen, um die Abwehrreaktion zu überleben."

Toll! Die perfekte Killermaschine. Kaum auffindbar.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 16
Das Berner Inselspital stellt die Proben für mehrere Forschungsprojekte und einem grösseren Forscherkreis zur Verfügung.
Das Berner Inselspital stellt die Proben für mehrere ...
Medizinische Forschung  Bern - Das Inselspital nimmt mit der «Liquid Biobank Bern» das derzeit modernste Tiefkühllager für Blut und andere flüssige Bioproben in der Schweiz in Betrieb. Die Biobank soll zur wichtigen Forschungsressource für massgeschneiderte Medizin werden. mehr lesen 
Wegen Zika - Acht Wochen nur geschützt  Genf - Touristen sollen nach ihrer Heimreise aus Zika-Gebieten mindestens acht Wochen ... mehr lesen  
Zika wird hauptsächlich durch Mückenstiche verbreitet.
Das Zika-Virus kann auch bei Erwachsenen schwerwiegende neurologische Erkrankungen auslösen.
Experten: Europa muss sich auf die Zika-Epidemie vorbereiten Kopenhagen - «Die Zeit ist nicht auf unserer Seite. Das Zika-Virus zeigt nicht nur sein immer hässlicheres ...
In 60 bis 80 Prozent der Fälle verläuft eine Infektion unbemerkt. (Symbolbild)
16 Personen in der Schweiz Zika-infiziert Bern - In der Schweiz sind seit Einführung der Meldepflicht Anfang März 16 Fälle von Infektionen mit dem Zika-Virus festgestellt ...
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 17°C 24°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 17°C 25°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
St. Gallen 15°C 23°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 18°C 24°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Luzern 18°C 24°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Genf 17°C 26°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen freundlich
Lugano 19°C 30°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten