Natascha wird von Polizei abgeschirmt
publiziert: Sonntag, 27. Aug 2006 / 23:20 Uhr

Wien - Der Entführer der heute 18-jährigen Natascha Kampusch aus Wien ist der Polizei zuvor nicht aufgefallen.

Natascha Kampusch nach ihrer Flucht.
Natascha Kampusch nach ihrer Flucht.
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Ein Datenbank-Vergleich ergab, dass der 44-Jährige nie zuvor in einen schweren Kriminalfall in Österreich verwickelt war. Die Polizei untersuche weiter, ob es einen Komplizen oder Mitwisser gegeben haben könnte, sagten die Ermittler nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Kampusch war am Mittwoch nach acht Jahren Gefangenschaft die Flucht gelungen, der Kidnapper beging wenige Stunden später Selbstmord.

Er hatte die junge Frau in einem dunklen Verlies unter der Garage seines Hauses in Strasshof bei Wien versteckt gehalten. Nach Berichten österreichischer Medien hatte der Täter das Kidnapping über Monate hinweg penibel geplant.

Natascha wünscht Abschirmung

Kaum jemand habe den Einzelgänger gekannt, der als «Phantom im Ort» beschrieben wurde. Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren, nach wie vor gebe es viele offene Fragen, hiess es weiter.

Natascha Kampusch wird auf eigenen Wunsch weiter abgeschirmt und hat um eine Ruhepause gebeten. Frühestens am Montag will sie die Gespräche mit den Ermittlern fortsetzen. Zurzeit lebe sie an einem geheim gehaltenen Ort, wo sie medizinisch und psychologisch betreut werde.

Vater spricht von «Irrsinn»

«Warum darf ich mein Kind nicht sehen?», fragte Kampuschs Mutter am Sonntag in einem Gespräch mit der österreichischen Zeitung «Kurier». Ihr Vater sagte der Nachrichtenagentur APA, es sei «Irsinn», dass er nicht wisse, wo die Tochter sich befinde.

Laut Polizei wird Kampusch auf eigenen Wunsch abgeschirmt. Sie habe ausdrücklich darum gebeten, «bestimmte Informationen keinesfalls an Dritte weiterzugeben», sagte der Ermittler Gerhard Lang vom österreichischen Bundeskriminalamt.

Ausländische Medien sollen bis zu 50 000 Euro (79 000 Franken) für ein Exklusiv-Interview mit Kampusch bieten.

(ht/sda)

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