«National League A» startet eine Marathon-Saison
publiziert: Freitag, 14. Sep 2007 / 04:55 Uhr / aktualisiert: Freitag, 14. Sep 2007 / 05:10 Uhr

Unter neuem Label (National League statt Nationalliga) beginnt am Freitag mit der ersten von neu 50 Qualifikationsrunden die längste Schweizer Eishockey-Meisterschaft der Geschichte. Mit Davos und Bern sind die Favoriten aber die gleichen geblieben.

Wer kann in dieser Saison Bern und Davos Paroli bieten?
Wer kann in dieser Saison Bern und Davos Paroli bieten?
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Der HC Davos und der Schlittschuhclub Bern lieferten sich im vergangenen Frühling eine der spannendsten Finalserien aller Zeiten.

Die Entscheidung fiel erst im letzten Abschnitt von Spiel 7 und somit derart spät, dass die Ligaführung auf diese Saison hin mögliche Penaltyschiessen im Endkampf um den Titel abschaffen wollte.

Dieses Vorhaben wurde von den Ligavertretern zwar abgeblockt, dennoch gibt es auch für die Saison 2007/08 Neuerungen.

Weniger Ausländer

Die wichtigste betrifft die Ausländer. Nach zwei Saisons mit fünf Ausländern dürfen die NLA-Klubs in der neuen Spielzeit (wie schon 2004/05) nur noch vier Söldner pro Spiel einsetzen.

Ausserdem stehen jedem Klub bloss noch acht Lizenzen für Ausländer zur Verfügung; in den Vorjahren hatte es keine Begrenzung mehr gegeben. Ein Transferschluss per Ende Januar sorgt dafür, dass in dieser Saison nicht mehr vor Playoffs oder Playouts ganze Blöcke ausgewechselt werden können.

Mehr Spiele

Mit der Erweiterung der Qualifikation auf 50 Runden (zuvor 44) nähert sich die Schweiz den übrigen europäischen Ligen an. Noch immer dauert die Regular Season in der Schweiz weniger lang als in Deutschland (60 Runden), Russland (57), Finnland (56), Schweden (55) oder Tschechien (52). Erstmals spielen in der National League nicht mehr alle Teams gleich oft gegeneinander.

Die (tolle) Idee von sechs Derbyrunden setzte sich zwar in der Ligaversammlung vor einem Jahr (noch) nicht durch, die Schlussrangliste der letzten Qualifikation (die darüber entschied, wer gegen wen wie oft zu spielen hat) bereitete den Derby-Freunden aber dennoch Freude. Mit Bern - Langnau, Lugano - Ambri und Davos - ZSC gelangen immerhin drei «Derbys» sechs statt vier Mal zur Austragung. Wieder abgeschafft - zumindest in der NLA - wurde die letzten Frühling erstmals praktizierte Wahl des ersten Playoffgegners.

Geschwächte Favoriten

Vor der ersten Runde gelten die Vorjahresfinalisten als die heissesten Titelanwärter. Sowohl der HC Davos wie der SC Bern verloren jedoch seit dem April die grössten Teamstützen. Bei Davos entschied sich der als MVP ausgezeichnete Torhüter Jonas Hiller für die NHL (Anaheim Mighty Ducks). Auch Berns Topskorer Simon Gamache kehrt in die stärkste Liga der Welt zurück (zu den St. Louis Blues).

Mit ausreichender finanzieller Potenz - und die ist beim SC Bern vorhanden - kann ein starker Söldner ersetzt werden. Ramzi Abid, ein Kanadier mit tunesischen und schottischen Wurzeln, lässt die Berner Fans in der Postfinance-Arena (früher BernArena) Gamache womöglich schnell vergessen.

In Davos ist der Abgang des Schweizer Topgoalies (Hiller) wohl weniger rassig kompensiert. Die erst 20-jährigen Reto Berra und Leonardo Genoni aus der Organisation der ZSC Lions sollen Jonas Hiller ersetzen. Ein unmögliches Unterfangen? Vor vier Jahren sah es für Davos nach dem Abgang von Lars Weibel auch scheinbar düster aus - und dann holten die Davoser mit Newcomer Hiller auf Anhieb den Titel.

Wer spielt in der Champions-League?

Insbesondere der SC Bern schielt ohne Sonnenbrille in Richtung der Eishockey-Champions-League, die 2008 neu lanciert wird. Die zwei besten Teams dieser Saison (Meister plus Qualifikationssieger und allenfalls Playoff-Finalist) werden in der Euroliga um 17 Millionen Franken Preis- und Werbegeld mitmischen.

Wer könnte Davos und Bern die Euroliga am ehesten vermiesen? Erwartet wird, dass die Meisterschaft spannender wird als in der Vorsaison, als sich der HCD und der SCB schon vor Weihnachten von der Konkurrenz abgesetzt hatten. Alle Playoff-Mannschaften der letzten Saison glauben (oder hoffen), sich den Sommer über verstärkt zu haben.

Von den vier Mannschaften, die letzten Frühling die Abstiegs-Playoffs bestritten (Ambri, Fribourg, Basel, Langnau), dürften sich einzig die SCL Tigers verstärkt haben. Ob stärkere Ausländer und «Lion King» Michel Zeiter genügen, damit die Tiger im zehnten Anlauf (endlich) erstmals die Playoffs erreichen, wird sich weisen müssen.

(von Rolf Bichsel/sda)

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