Festsetzung der Medikamentenpreise
Nationalrat kommt Pharmaindustrie entgegen
publiziert: Donnerstag, 27. Sep 2012 / 14:28 Uhr / aktualisiert: Freitag, 26. Okt 2012 / 17:49 Uhr
Die Pharmaindustrie kritisierte, dass sich der Bundesrat zu stark am Auslandpreis der Medikamente orientiere.
Die Pharmaindustrie kritisierte, dass sich der Bundesrat zu stark am Auslandpreis der Medikamente orientiere.

Bern - Der Nationalrat will bei der Festsetzung der Medikamentenpreise der Pharmaindustrie entgegenkommen. Er hat am Donnerstag eine Motion angenommen, die den Bundesrat verpflichten will, erneut mit den Pharmafirmen und den Krankenkassen über die Festsetzung der Medikamentenpreise zu verhandeln.

Transparenter CH Medikamentenpreisvergleich
6 Meldungen im Zusammenhang
Der Entscheid fiel - ausgerechnet am Tag der Bekanntgabe der neuen Prämienrunde - gegen den Widerstand der Ratslinken mit 99 zu 67 Stimmen bei 2 Enthaltungen. Die neuen, seit Mai gültigen Regeln zur Preissetzung der Medikamente stehen damit schon wieder auf der Kippe. Der Ständerat muss noch entscheiden.

Der Bundesrat hatte im Frühling beschlossen, sich bei der Festlegung der kassenpflichtigen Medikamente nur noch am Auslandpreis der Medikamente zu orientieren - sofern die betreffenden Mittel dort im Handel sind. Entsprechend wichtig ist es, nach welchem Wechselkurs die Schweizer Preise umgerechnet werden dürfen.

Medikamente dürfen teurer sein als im Ausland

Gemäss den alten Verordnungen wäre nun zur Umrechnung für neue Medikamentenpreise ein Wechselkurs von 1.23 Franken pro Euro zur Anwendung gekommen. Gesundheitsminister Alain Berset wollte aber den Pharmafirmen entgegenkommen und beschloss eine Toleranzmarge von 5 Prozent statt wie bisher 3 Prozent.

Das heisst, die Krankenkassen müssen seit letztem Mai auch für Medikamente aufkommen, die in der Schweiz 5 Prozent mehr kosten als im Ausland - konkret in den Ländern Deutschland, Dänemark, Frankreich, den Niederlanden, Österreich und Grossbritannien. Anders ausgedrückt: Die Pharmafirmen dürfen für die Medikamente in der Schweiz bis zu fünf Prozent Währungsgewinne einstreichen.

Weil das Bundesamt für Gesundheit die Preise jedes Jahr jeweils nur für ein Drittel der Medikamente neu bestimmt, gilt für den Rest der Medikamente noch bis 2013 respektive 2014 der alte, am aktuellen Kurs gemessen viel zu hohe Wechselkurs von 1.55 Franken pro Euro.

Kritik der Pharmaindustrie

Die Pharmaindustrie zeigte sich dennoch mit dieser Lösung unzufrieden und kritisierte, dass sich der Bundesrat zu stark am Auslandpreis der Medikamente orientiere.

Die Gesundheitskommission des Nationalrats (SGK) hatte ein offenes Ohr für diese Anliegen und arbeitete nach einer Anhörung verschiedener Interessengruppen eine Motion aus, die den Bundesrat beauftragen will, «zusammen mit den Versicherern und der Pharmaindustrie eine einvernehmliche Lösung zu finden».

Jacqueline Fehr (SP/ZH) kämpfte vergeblich gegen das Ergebnis «eines beeindruckenden Lobbyings der Pharmaindustrie».

Gesundheitsminister Alain Berset stellte sich ebenfalls gegen die Motion. Sein Departement stehe mehrmals in der Woche in Kontakt mit den Krankenkassen wie auch mit der Pharmaindustrie. Eine solche einvernehmliche Lösung, die allen in den Kram passe, könne man mit einer Motion sowieso nicht verordnen.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
1
Forum
Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Viel zu tun: Preisüberwacher Stefan Meierhans war auch im Jahr 2012 ... mehr lesen
Preisüberwacher Stefan Meierhans.
Bern - Der Pharmaindustrie gehen die neuen Regeln für die Festlegung der Medikamentenpreise zu weit. Die ... mehr lesen
Die Pharmaindustrie wehrt sich gegen Preissenkungen bei Medikamenten.
Bundesrat soll Medikamentenpreise weniger stark senken.
Bern - Die Gesundheitskommission des Nationalrates (SGK) will den ... mehr lesen 1
Bern - Die Pharmaindustrie will die neuen Regeln des Bundes für die Festlegung der Medikamentenpreise nicht ... mehr lesen
Die Pharmaindustrie stört sich an der Streichung des therapeutischen Quervergleichs.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Der Bundesrat rechnet mit jährlichen Einsparungen für die Krankenversicherung.
Bern - Die Preise kassenpflichtiger Medikamente werden ab Mai nach neuen Regeln ... mehr lesen
Eine Katastrophe
Die SVP und FDP sind von der Pharmalobby gekauft, dies beweist sich wieder mal.

Lobbyismus ist das Krebsgeschwür jeder Regierung.
Transparenter CH Medikamentenpreisvergleich
Wir kommen zu Ihnen, damit Sie zuhause bleiben können
Massagepraxis Zürich-Oerlikon
Alexa Gesundheitsmassagen
Schwamendingenstrasse 36
8050 Zürich-Oerlikon
Akupunktur, Tuina, Massage, Laserakupunktur, Taping
Vorsorgeuntersuchung wird neu bezahlt.
Vorsorgeuntersuchung wird neu bezahlt.
EDI-Entscheid  Bern - Frauen mit erhöhtem Brustkrebs-Risiko können in Zukunft mit Magnetresonanz-Tomographie (MRI) untersucht werden. Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) hat entschieden, dass die Krankenkassen die Kosten dafür übernehmen müssen. 
Brustkrebs im Urin nachweisbar Freiburg i. Br. - Deutsche Forscher haben einen Ansatz entwickelt, Brustkrebs anhand von Urinproben nachzuweisen. ...
Mit Hilfe von Microarrays können Wissenschaftler die Konzentration von Hunderten Molekülen gleichzeitig bestimmen.
Verteilung von Jodtabletten an Firmen und Schulen verzögert sich Bern - 300'000 Betriebe, Schulen und öffentliche Einrichtungen hätten bis Ende März ...
Die Verteilung der Jodtabletten verzögern sich.
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3141
    In... vielen westlichen Ländern hat man sich mittlerweile an ein hohes Mass ... Mi, 17.06.15 11:38
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3141
    "Doch auch die Zahl der Straftaten insgesamt ging zurück" Mit kosequenten Abschiebungen dürfte die Kriminalität noch um einiges ... Mo, 23.03.15 13:17
  • Kassandra aus Frauenfeld 1381
    Auf das Leben sollten wir uns konzentrieren! sWas nützt mir ein Gott, wenn ich im Ascheregen des Vesuvs ersticke ... Sa, 14.03.15 10:40
  • Cataract aus Zürich 33
    So ein Schwachsinn.... E-Zigaretten unter das Tabakgesetzt zu stellen wäre gleich blöd, wie ... Do, 05.02.15 18:19
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3141
    Die... Asylbewerber können in jedem Land einen Asylantrag stellen, z.B. in ... Mi, 14.01.15 13:01
  • Kassandra aus Frauenfeld 1381
    Die Musen sterben! Es wäre ja eine schöne Sache, wenn alle Waren der Welt überall frei ... Sa, 22.11.14 20:28
  • LinusLuchs aus Basel 95
    Demokratie im Niedergang? Ihre Überlegungen finde ich absolut plausibel und sehr spannend, ... Sa, 22.11.14 11:32
  • Kassandra aus Frauenfeld 1381
    Kapitalismus im Niedergang? Ich möchte mich mal nur auf den Schluss ihres Beitrages konzentrieren, ... Fr, 21.11.14 18:36
Medizin Jobs und Jobs Gesundheitswesen
Übrigens: Hier könnte auch Ihr Unternehmen gefunden werden.
Erfassen Sie zuerst Ihr kostenloses Firmenporträt! Mit dem Firmenporträt präsentieren Sie Ihr Unternehmen und Ihre wichtigsten Dienstleistungen schnell und einfach auf dem wichtigsten KMU-Marktplatz der Schweiz.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DI MI DO FR SA SO
Zürich 21°C 29°C leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
Basel 19°C 31°C leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
St.Gallen 23°C 32°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen
Bern 20°C 35°C leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
Luzern 21°C 35°C leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen
Genf 21°C 37°C leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
Lugano 25°C 32°C leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten