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Nationalrat sagt Ja zur Abzocker-Initiative
publiziert: Mittwoch, 17. Mrz 2010 / 19:39 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 17. Mrz 2010 / 22:42 Uhr

Bern - Volk und Stände stimmen aller Voraussicht nach über die Abzocker-Initiative und einen Gegenvorschlag dazu ab. Der Nationalrat hat sich auf die Inhalte des Gegenvorschlags festgelegt. Die Ausgestaltung der Vorlage war von vielen taktischen Überlegungen begleitet.

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Der Nationalrat will goldene Fallschirme «grundsätzlich» untersagen.
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Nun beinhaltet sie weitgehend das, was die CVP und die FDP vorgeschlagen hatten: Eine wirtschaftsfreundlichere Alternative zum Volksbegehren.

Weil die SP den Gegenvorschlag nicht gefährden wollte, zog sie einige Anträge zurück, deren Annahme zu einer Verschärfung der Vorlage geführt hätte. Eine Verschärfung hätte bewirken können, dass die Mitteparteien die Vorlage am Ende nicht mehr unterstützt hätten, was wiederum im Interesse der SVP gewesen wäre.

Bei den inhaltlichen Entscheiden gab es indes wechselnde Allianzen: Zuweilen verhalfen SP und SVP gemeinsam einem Vorschlag zum Durchbruch, zuweilen FDP und SVP.

Boni-Ekzess verhindern

Ziel von Initiative und Gegenvorschlag ist es, Lohn- und Boni-Exzesse zu verhindern. Erreicht werden soll dieses Ziel mit einer Stärkung der Aktionärsrechte. So sollen die Aktionäre börsenkotierter Unternehmen jährlich über den Gesamtbetrag der Vergütungen an den Verwaltungsrat abstimmen.

Der Gegenvorschlag schreibt vor, dass Boni nur ausbezahlt werden dürfen, wenn jemandes Leistung zum langfristigen Gedeihen des Unternehmens beigetragen hat. Verwaltungsräte und Manager sollen mit Klagen zur Rückgabe von Geldern gezwungen werden können, wenn sie ihre Arbeit schlecht machen. Zudem sollen goldene Fallschirme grundsätzlich untersagt werden.

Die Mehrheit zeigte sich überzeugt, dass so die «Abzockerei» eingedämmt werden könnte. Die Linke betonte allerdings, für sie handle es sich nur um einen ersten Schritt. Mehr Aktionärsdemokratie führe nicht zwingend zu tieferen Löhnen, es brauche Obergrenzen.

SVP unzufrieden

Die Debatte dauerte nahezu den ganzen Tag und war geprägt vom Schlagabtausch zwischen der SVP und der SP. Unzufrieden war am Ende die SVP, die vergangene Woche mit ihrer Strategie des indirekten Gegenvorschlags auf Gesetzesebene unterlegen war.

Am Ende beschloss der Rat, Volk und Ständen sowohl die Abzocker-Initiative als auch den direkten Gegenvorschlag zur Annahme zu empfehlen. Für die Stichfrage empfiehlt er den Gegenvorschlag. Die Vorlage geht nun an den Ständerat.

(ht/sda)

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Initiativen
Ich habe die Minder Initiative schon aufmerksam gelesen. Ich finde es auch nicht gerade ausgereift.
Trotzdem war die Initiative unabhängig vom genauen Inhalt einfach nötig um mal was in Bewegung zu bringen.
Leider ist heutzutage eine Initiative auch ein reines Mittel zur Diskussionsanregung, als Ventil für die Bevölkerung ihre Ängste zum Ausdruck zu bringen usw.
Bestes Beispiel ist ja wohl die eigentlich völlig schwachsinnige Minarett Initiative.

Übrigens finde ich passt die Initiative ja wohl mehr zur SVP als zur SP, das hat Blocher ja auch bewiesen als er sich auf Minder und die Initiative stürtze und versuchte sie sich (der SVP) einzuverleiben.
Birchermüesli
Sie antworten mit den üblichen Schlagworten.

Ich habe geschrieben wir sollten entweder griffige Gesetze machen die für alle AGs gelten oder es gleich lassen. Sie erwecken den Eindruck als handle es sich bei der Minder-Initiative um Arbeit der SP. Weit gefehlt. Ich sehe den Sinn für eine Initiative die das Problem nicht löst aber den Standort schwächt beim besten Willen nicht.

Weder die Initiative, noch der Gegenvorschlag wird etwas an der Situation ändern. Sie benachteiligt jedoch rund 300 Schweizer börsennotierte Gesellschaften gegenüber anderen Gesellschaften.

Sie schreiben: "Das die Schweiz dermassen von der Finanzbranche abhängig gereded wird muss aufhören, es ist pure Propaganda". Der Bankenbereich beträgt ca. 10 %. Vielleicht ist Ihnen noch nicht aufgefallen, dass die Minder-Initiative kein Bankengesetz ist, sondern alle börsennotierten Schweizer Gesellschaften betrifft.

Dann immer diese Vermischung. Man muss schon wissen für was man sein Kreuzchen macht. Diese Initiative hat nichts mit Sozialabbau oder Steuergeschenken zu tun. Genau so falsch wie Thomy wieder mit seinem "Rentenklau" bei der Minder-Initiative kommt. Wir wählen über Gesetze ab, die in's Gesetzbuch kommen.
Nicht über Ideologien. Dieses Populismus-Birchermüesli bringt am wenigsten.

Die Grosse Ausnahme ist wirklich die UBS, weil der Staat eingreifen musste. Wir machen also Gesetze aufgrund einer Ausnahme. Alle anderen brauchten keine Staatshilfe und/oder arbeiten erfolgreich. Hätte jemand eine Ehrenmitgliedschaft bei den Linken verdient, dann wäre es der VR der UBS. Die ganze Wirtschaft wird jetzt an der UBS gemessen. Sehen Sie mal nach wie viele Banken in den USA pleite gingen und wie massiv die BRD in den Finanzbereich eingreifen musste. Dann werden Sie feststellen, dass der Finanzplatz Schweiz und die Schweizer Nationalbank gemessen an dieser internationalen Katastrophe im Vergleich wie ein Uhrwerk funktionierte.

Ist der Staat nicht an einer Gesellschaft beteiligt und musste er keine Finanzhilfe leisten, dann gehen den Staat die gezahlten Löhne auch nichts an. Wenn wir privaten Besitz nicht mehr akzeptieren können, haben wir ein massives Grundproblem. Ein Staat setzt nur die Rahmenbedingungen.

Sie haben recht. Das beste an der Initiative ist die grosse Diskussion die ausgelöst wurde. Aber das ist genau der Punkt:

"Sozialabbau, Steuergeschenke für Reiche, freie Marktwirtschaft um jeden Preis, UBS, Abzocker, Rentenklau". Schon habe ich perfekt für Ihre Seite argumentiert. Die Gegenseite hat es ein bisschen schwieriger, weil es die meisten eh nicht verstehen.

Mit dem Aktienrecht will sich am Stammtisch niemand so richtig beschäftigen. Und gegen Abzocker sind wir doch alle. Oder?
Ja ja
Gäbe es keine Abzocker Initiative, würde in Bern nicht mal ansatzweise über dieses Thema diskutiert.
Die Linken hätten ein zwei Vorstösse gewagt, die von den Bürgerlichen sofort totgestimmt würden.
In Bern läuft erst was, wenn das Volk, bzw. den Bürgerlichen gefährliche Initiativen sie dazu zwingt.
Ansonsten würde nur noch Sozialabbau, Steuergeschenke für Reiche und freie Marktwirtschaft um jeden Preis betrieben.
Das die Schweiz dermassen von der Finanzbranche abhängig gereded wird muss aufhören, es ist pure Propaganda, 170000 Stellen gehen verloren wenn die Initiative durchkommt (Aussage FDP) glaubt hoffentlich auch niemand.
Das blöde Wort Selbstverantwortung im Zusammenhang mit der Finanzbranche ist nur noch witzlos. Wer die ganze Welt in solch ein Chaos stürtzt, hat jedes Recht auf Selbstverantwortung verwirkt und muss genau kontrolliert und reguliert werden.
Sinnlos
"Aus Prinzip", "sonst wird nie was unternommen" mit Ja stimmen auch wenn es nichts bringt. Tolles Prinzip. Fehlt noch "es denen da oben mal zeigen". Putzig!

Keine Golden Hellos? Auch gut. Dann zahle ich Ihnen eine Sonderprämie nach 12 Monaten oder bastle es in's Grundgehalt. Kein Parachute? Bleiben Sie einfach noch 12 Monate als Berater ohne was zu machen, natürlich bei gleichem Gehalt. Sie können das Geld als Herr X nicht entgegennehmen? Kein Problem die XY-Ltd. Cayman Island schickt eine Rechnung für geleistete Dienste. Oder noch besser! Wir legen den VR oder das Operative in's Ausland, machen Verträge über Drittfirmen, etc. etc. Sinnlos, alles sinnlos.

Kurz, es wird nichts ändern ausser dass wir uns besser fühlen und die Zahlen nicht mehr oder anders auftauchen.

Es ist ja unpopulär aber halt Realität. Wenn einer 30 Millionen in der Schweiz verdient zahlt er auch für 30 Millionen Steuern. Der Staat verdient ausgezeichnet an solchen Löhnen und Bonis in der Schweiz. Mal ausrechnen! Mit solchen Gesetzen machen diese Herren dies halt irgendwie dann nur noch im Ausland.

Entweder wir machen ein wirklich griffiges Gesetz dass alle AGs betrifft und etwas bringt oder wir lassen es. 300 Schweizer Firmen gegenüber ausländischen Gesellschaften zu benachteiligen bezeichne ich zumindest nicht als intelligent.

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Gegen die Globalisierung zu demonstrieren ist so sinnvoll wie gegen das Wetter zu demonstrieren. Sie existiert. Versuchen wir mit "einseitiger Abrüstung" Klassenprimus zu sein, ziehen wir den Kürzeren. Zu glauben wir ändern den globalen Finanzmarkt und die Wirtschaft als der Mückenschiss in der Welt der wir sind ist lustig.

Nein Jason, die Abzockerinitiative schwächt die Schweiz nicht stark. Die Summe der neuen Einschränkungen und Verschärfungen innert kurzer Zeit aber schon. Der ganze Finanzplatz muss sich umstellen und dies kommt noch obendrauf.

Wenn wir diese Salami-Taktik an Selbstgeisselung weiterfahren, war Wohlstand gestern.
Nein keine Sternstunde
Klar macht die SP keine gute Falle in dieser Sache, eigentlich keine Partei, höchstens noch die CVP die einigermassen gute Ideen hat.
Das die Initiative eigentlich nichts mit Lohndeckelung oder Boni Kürzungen zu tun hat ist auch klar. Wenigstens werden aber golden parachutes und golden hellos verboten damit.
Das der Standort geschwächt wird, bin ich mir nicht sicher. Könnte sein, aber sicher nicht in hohem Masse.
Eigentlich scheint die ganze Initiative irgendwie recht irrelevant.
Aber als Ventil für die Bevölkerung und deren Wut auf die Hochfinanz dient sie perfekt.
Ich werde sicher ja stimmen, schon aus Prinzip, das schulden wir unseren Politiker einfach, sonst wird dort nie etwas unternommen werden gegen die wirkliche Abzockerei.
Keine Sternstunde 2
Natürlich sind für Sie die Gegner wieder nur dumm. Es gibt genau wie bürgerliche Propaganda auch linke Propaganda. Auch die SP hatte bei der Minder Initiative keine Sternstunde.

Auch wenn man SPler ist, so hat jeweils nicht nur eine Partei die Weisheit für sich gepachtet Jason. Es lohnt sich durchaus auch mal den Kopf zu gebrauchen um ein paar Gegenargumente zu überlegen. Ich tue das bei der SP auch ohne Scheuklappen.

Die Initiative oder der Gegenvorschlag wird angenommen. Da mache ich mir keine Illusionen. Die Befürworter müssen nur "Ospel, UBS, Boni und Abzocker" schreien. Argumente über den eigentlichen Inhalt sind total irrelevant. Ansonsten müsste man sich juristische mit dem Aktiengesetz abgeben und das wird fast niemand machen. Alle sind gegen Abzocker und darum finden Sie die Initiative toll. Sie wirklich gelesen und aktienrechtlich verstanden haben jedoch nur die wenigsten.

Wir werden eine Initiative annehmen die das Problem nicht beseitigt und massive Lücken aufweist, aber den Standort schwächt.
Midas, doch noch einen Einwurf ...
... Bei der "letzten" Abstimmung hatten mehr als 70% der Schweizer StimmbürgerInnen gegen die herabsetzung des Umwandlungssatzes gestimmt. Das meinen Sie wohl.

DIESE Abstimmung war aber keine politisch motivierte - letztlich! Klar gesehen hatten die Stimmbürger und den bodenlosen Unsinn erkannt, der hier von bürgerlicher Seite so vehement dahergelogen wurde!

Wahr ist, dass die bürgerlichen Parteien CVP, SVP und FDP sich für eine Herabsetzung des Umwandlungssatzes eingesetzt hatten und deshalb KLAR gegen das weniger Verdienende Volk sich stellten! Polemisch gesagt "Reich gegen Arm!". Toll, nicht wahr, diese Haltung der bürgerlichen Parteien!

UND das Traurige ist, dass dieses Klauen des Geldes der weniger gut Verdienenden weiter gehen sollte, wenn nicht WIEDER ein Referendum dagegen ergriffen würde! Auch toll, nicht wahr!
Danke
Danke für den Link.
Das Herr Noser von der UBS bezahlt sein könnte, war eigentlich mehr ironisch gemeint in meinem Beitrag, stand nur symbolisch dafür, das solche "Volksvertreter" eben schon abartig viel Mandate haben und deshalb nur noch in dessen Interessen handeln.
Sternstunde
Nun für König Midas war das halt die Sternstunde der Politik was Herr Noser da alles so propagiert hat in der Arena. Kann ich verstehen, jeder FDP Fan, Banker und Manager war sicherlich hoch entzückt, das hier einer gratis Propaganda erster Güte vermittelt in einer Sendung die von sehr vielen gesehen wird.
Nur...so dumm ist heute niemand mehr um das zu glauben.
Übrigens kann man vor dieser Leistung von Noser nicht Respekt haben, er hat auch nicht des Teufels Advokat gespielt.
Und ich bin sicher nicht der einzige der einiges Unbehagen gespürt hat während Noser's Aussagen. Sogar fast alle anderen bürgerlichen Politiker in der Runde waren von unangenehm überrascht bis entsetzt.

Es hat nichts mit einer Diskussionsrunde zu tun, wenn einer so offensichtlich nur die Propaganda vertritt, die uns die Hochfinanz die ganze Zeit aufdrückt.
Sogar von Minder kam immer wieder nur betretenes Schweigen, obwohl er ja nicht gerade auf den Mund gefallen ist.

Nun, der mündige Bürger wird sich auf das alles schon seinen Reim machen, und bei den Wahlen dementsprechend vorgehen.
Antwort ging an JasonBond
nicht an Sie, Midas.
Er fragte, ob Noser wohl von der UBS bezahlt werde. Nun kann er selber schauen, in welchen Verwaltungsräten NR Noser sitzt. War nur ein Tipp, sonst nichts.
Was haben Sie da wieder dahinter gesehen?
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