Ausstellung «Tierschmuggel: tot oder lebendig»
Naturhistorisches Museum Bern thematisiert Tierschmuggel
publiziert: Donnerstag, 26. Nov 2015 / 15:40 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 26. Nov 2015 / 15:57 Uhr
Vor acht Jahren töteten Wilderer in Südafrika 13 Nashörner. Im letzten Jahr waren es schon 1215 Tiere.
Vor acht Jahren töteten Wilderer in Südafrika 13 Nashörner. Im letzten Jahr waren es schon 1215 Tiere.

Bern - Das Naturhistorische Museum der Burgergemeinde Bern (NMBE) thematisiert ab Freitag in der Ausstellung «Tierschmuggel: tot oder lebendig» den illegalen Handel mit Tierprodukten - und räumt dabei mit Vorurteilen auf.

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Die Ausstellung beginnt in einer improvisierten Flughafenlounge, «dort, wo Sie vielleicht selber schon einmal zum Tierschmuggler wurden», sagte NMBE-Direktor Christoph Beer bei der Ausstellungsbesichtigung am Donnerstag. Die Mehrzahl der Schmuggler seien nämlich Touristen und etliche von ihnen wüssten nicht einmal, dass sie dabei eine Straftat begingen.

Herzstück der Ausstellung ist eine Asservatenkammer mit Schmuggelware. Auf dutzenden Gestellen stapeln sich Elfenbeinzähne, Tierfelle, asiatische Medikamente, Felle, seltene Muscheln und weitere Souvenirs. «Hinter jedem dieser Objekte steht ein Tier und eine Geschichte», sagte Beer.

Die Exponate stammen aus der Asservatenkammer des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV). Was an der Grenze oder bei Razzien konfisziert wird, landet in diesem Lager in Liebefeld bei Bern, gut abgeriegelt im dritten Untergeschoss. «Nicht einmal ich habe einen Schlüssel für diesen Raum», sagte BLV-Direktor Hans Wyss bei der Präsentation.

Ausstellung nicht nur zum Betrachten

Die Besucherinnen und Besucher müssen sich aber nicht auf das Betrachten der geschmuggelten Gegenstände beschränken. Sie können Zöllner spielen, Exponate in die Hand nehmen, Elfenbein wiegen und Fellhaare unter dem Mikroskop analysieren.

Ziel der Ausstellungsmacher ist, auf die soziale Dimension des Tierschmuggels aufmerksam zu machen. So fokussiert die Ausstellung weniger auf das Tierwohl als auf den Menschen als Konsument und Schmuggler. Der Handel mit Elfenbein etwa schade nicht nur den Elefanten, sondern finanziere auch Terroristen, begründete Dora Strahm, die Kuratorin des NMBE.

Der illegale Handel mit wildlebenden Tier- und Pflanzenarten ist denn auch keine Randerscheinung. Laut Strahm gehört er hinter Drogen- und Waffenhandel zu den lukrativsten Verbrechen überhaupt. Alleine mit mit dem Elfenbeinhandel würden jährlich schätzungsweise 160 - 188 Millionen Franken umgesetzt.

(sda)

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