Gegner des Bausparens führen eine Kampagne
Nein-Komitee kritisiert «Bausparzwängerei»
publiziert: Montag, 7. Mai 2012 / 16:17 Uhr

Bern - Die Gegner des Bausparens bleiben dabei: Vom Bausparen könnten nur Reiche profitieren, kritisieren sie. Am Montag hat das Nein-Komitee dazu aufgerufen, auch die zweite Bauspar-Initiative abzulehnen.

2 Meldungen im Zusammenhang
Das Stimmvolk muss am 17. Juni bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr über das Bausparen befinden. Die erste Initiative hatte es im März mit einem Nein-Stimmen-Anteil von 56 Prozent verworfen.

Offensichtlich leuchte es der Mehrheit nicht ein, weshalb der Erwerb von Wohneigentum über steuerliche Abzüge gefördert werden solle, sagte SP-Nationalrätin Marina Carobbio, Präsidentin des Schweizerischen Mieterinnen- und Mieterverbands, am Montag vor den Medien in Bern.

Auf eigene Gefahr

Dass das Volk erneut Stellung nehmen muss, bezeichnen die Gegner als «Zwängerei». Dennoch wollen sie nichts dem Zufall überlassen: Eine Kampagne führen sie auch diesmal. «Nein und nochmals Nein», heisst es auf dem Plakat. Dazu der Slogan: «Annahme der Bauspar-Initiative auf eigene Gefahr.»

Die Initianten machten den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern weis, die zweite Initiative sei moderater als die erste, sagte Carobbio. Das sei unredlich, denn das Gegenteil sei der Fall.

Anders als bei der ersten Initiative wären Bund und Kantone diesmal nämlich verpflichtet, das Bausparen einzuführen. Die Gegner kritisieren auch, dass die zweite Initiative offen lässt, in welchem Zeitraum das Sparguthaben für Wohneigentum eingesetzt werden muss.

Reiche profitieren

Das Hauptargument aber ist dasselbe wie vor der letzten Abstimmung: Vom Bausparen könnten nur Personen mit hohem Einkommen profitieren, monieren die Gegner. Dass das Bausparen auch dem Mittelstand zugute käme, streiten sie ab. Die von den Initianten vorgelegte Studie zum «Bausparkanton» Basel-Landschaft ist in ihren Augen denn auch kein Beweis dafür.

Zwar gebe die Studie Auskunft über das Einkommen, nicht aber über das tatsächliche Vermögen jener, die vom Bausparen profitierten, kritisierte SP-Nationalrat Carlo Sommaruga. Das Bausparen könne sich nur leisten, wer zumindest über ein kleines Vermögen verfüge. Die Auswertung aus dem Baselbiet mache zudem deutlich, dass eine grosse Mehrheit der Bausparer so oder so Wohneigentum erworben hätte.

Steuerausfälle zulasten aller

Der grösste Teil der Bevölkerung könne schon die Sparmöglichkeiten für die Altersvorsorge nicht nutzen, gab Louis Schelbert, Nationalrat der Grünen, zu bedenken. Nur knapp ein Drittel der Steuerpflichtigen zahle in die 3. Säule ein, davon wiederum ein Drittel den Maximalbetrag.

Schliesslich warnen die Gegner vor den Steuerausfällen für Bund und Kantone, die ein Ja zur Initiative nach sich ziehen würde. Die Auswirkungen hätten alle zu tragen, auch Mieterinnen und Mieter, sagte SP-Nationalrätin Hildegard Fässler. Zu fördern sei viel mehr der genossenschaftliche Wohnungsbau.

Nein-Lager wächst

Das Nein-Lager ist seit der Abstimmung vom März gewachsen: Neben dem Mieterverband, SP, Grünen und Grünliberalen stellt sich neu auch die CVP gegen das Bausparen, und die BDP hat diesmal Stimmfreigabe beschlossen.

Die Initiative des Hauseigentümerverbandes sieht vor, dass Ehepaare während maximal 10 Jahren Spareinlagen von bis zu 20'000 Franken jährlich vom steuerbaren Einkommen abziehen können. Für Alleinstehende wären es 10'000 Franken. Während der Spardauer wären auch die Zinsen auf dem Bausparkonto von den Einkommenssteuern befreit. Zudem würde auf dem angesparten Kapital keine Vermögenssteuer erhoben.

(alb/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Die Parteien FDP, EVP, SP und die Grünen empfehlen den ... mehr lesen
Wohneigentum soll nicht weiter begünstigt und gefördert werden.
Bauspar-Initiative: 68,9 Prozent Nein-Stimmen.
Bern - Bausparen ist in der Schweiz vom Tisch. Das zweite Mal innerhalb eines halben Jahres haben sich Volk und Stände dagegen ausgesprochen. Spareinlagen zum Kauf von Wohneigentum ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Zwischen Bodensee und Säntis ist eine Landesausstellung geplant.
Zwischen Bodensee und Säntis ist eine Landesausstellung geplant.
Abstimmung am 5. Juni  Bern - Neben den fünf eidgenössischen Abstimmungsfragen entscheiden am 5. Juni die Stimmberechtigten über zahlreiche kantonale Vorlagen. In den Kantonen St. Gallen und Thurgau wird über das Schicksal der Expo2027 befunden. mehr lesen 
Laut Umfrage  Zürich - Die Zustimmung für die Pro-Service-public-Initiative schmilzt laut einer Umfrage. Doch die Befürworter der Vorlage behalten trotz dem starken Vormarsch der Gegner mit 48 Prozent vorerst die Oberhand. mehr lesen  
Etschmayer Durch ungeschickte Avancen von SBB- und Post-Chefs, droht die Service-Public-Initiative tatsächlich angenommen zu werden. Von ... mehr lesen  
Künftig mindestens 500'000.-- und die ganze Schweiz inklusive: SwissPass, der schon bald mal GACH heissen könnte.
Migration, Asyl und Flüchtlinge galten bei der Wählerschaft als wichtigstes Problem. (Symbolbild)
Wahlen 2015  Bern/Lausanne - Die SVP hat ihr gutes Resultat bei den Wahlen 2015 einer soliden Wählerbasis und der ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 16°C 30°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Basel 16°C 31°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
St. Gallen 16°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Bern 15°C 30°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 17°C 30°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Genf 18°C 31°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 21°C 32°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten