Nepals Polizei schiesst auf Demonstranten
publiziert: Dienstag, 11. Apr 2006 / 21:55 Uhr

Kathmandu - Am sechsten Tag der Proteste gegen das Regime von König Gyanendra in Nepal ist es erneut zu Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen.

Immer wieder kommt es zu gewalttätigen Zusammenstössen.
Immer wieder kommt es zu gewalttätigen Zusammenstössen.
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In den Aussenbezirken der Hauptstadt Kathmandu wurden Dutzende Demonstranten verletzt, als Polizisten in Richtung der Menge schossen, wie nepalesische Oppositionsquellen berichteten.

In Kathmandu wurden erstmals auch zehn ausländische Touristen verhaftet. Nach Angaben der Polizei stammten sie aus Deutschland, Israel, Russland und Frankreich.

Die Ausländer hatten nach Angaben eines AFP-Reporters im Touristenviertel Thamel Plakate mit den Aufschriften entfaltet: «Stoppt die Ausgangssperre, startet die Diskussion» und «Wiederherstellung der Demokratie in Nepal».

Ein Polizeioffizier sagte, die Touristen hätten versucht, die Ausgangssperre zu brechen. «Sie werden schnell freigelassen», fügte er hinzu.

Schüsse auf Demonstranten

In Pokhara, 200 Kilometer westlich von Kathmandu, wurden erneut zahlreiche Demonstranten durch Schüsse von Polizisten verletzt. Erneut wurden Kundgebungsteilnehmer festgenommen.

Die Proteste werden von der Sieben-Parteien-Allianz SPA organisiert. Sie will Gyanendra zur Rückkehr zu einer demokratischen Ordnung zwingen, nachdem dieser im Februar 2005 die Macht im Himalaya-Land an sich gerissen hatte.

Das Königsregime beschuldigt wiederum die Opposition, von den maoistischen Rebellen unterwandert zu sein, die seit 1996 einen Bürgerkrieg führen.

UNO verurteilt Gewalt

Das Büro des UNO-Menschenrechtskommissariats in Kathmandu verurteilte unterdessen die «exzessive Gewaltanwendung» der nepalesischen Sicherheitskräfte. Diese werde auch dadurch nicht gerechtfertigt, dass die Demonstranten gelegentlich Steine gegen Polizisten werfen, hiess es in einer Stellungnahme des Büros.

Die Erklärung kritisierte auch die Ausgangssperren und die grosse Zahl von Festnahmen sowie die Haftbedingungen, unter denen die Betroffenen festgehalten werden.

(bert/sda)

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