Forscher entwickeln Verbände
Neuartige Bandagen für Brandwunden
publiziert: Donnerstag, 25. Feb 2016 / 14:25 Uhr
Die neuen Bandagen beschleunigen die Wundheilung. (Symbolbild)
Die neuen Bandagen beschleunigen die Wundheilung. (Symbolbild)

Lausanne - Eine neue Art von Wundverbänden könnte Infektionen bei schweren Brandwunden verhindern und die Todesrate unter Brandopfern senken. Die Entwicklung beruht auf einer Zusammenarbeit von Forschern der EPFL und des Centre hospitalier universitaire vaudois.

2 Meldungen im Zusammenhang
Brandopfer sind sehr anfällig für Bakterien, da ihr Immunsystem geschwächt ist und ihnen stellenweise die Haut als Schutzschicht fehlt. Viele sterben nicht an den Verletzungen, sondern an Infektionen. Deshalb hat ein Team Schweizer Forschender Bandagen entwickelt, welche sowohl die Wundheilung beschleunigen, als auch Bakterien am Wachstum hindern.

Gemäss einer Mitteilung der ETH Lausanne (EPFL) vom Donnerstag basiert das biologisch abbaubare Verbandsmaterial auf tierischem Kollagen und Vorläuferzellen, die sich rasch teilen, um Wunden zu schliessen.

Bakterien wachsen auf konventionellen Verbänden

Die erste Version der Bandage wurde bereits 2005 am Centre hospitalier universitaire vaudois (CHUV) entwickelt. Sie beschleunigte das Abheilen, verhinderte aber nicht das Bakterienwachstum. «Verbände sind eine günstige Umgebung für das Wachstum von Bakterien», liess sich Dominique Pioletti von der EPFL in der Mitteilung zitieren.

In Zusammenarbeit mit der EPFL ergänzten die Experten des CHUV deshalb die Bandagen mit antibakteriellen Polymeren, sogenannten Dendrimeren. Diese wandern zum einen vom Verband in die Wunde und zerstören dortige Bakterien. Zum anderen verbleiben Dendrimere in der Bandage, um weitere Eindringlinge auszuschalten.

Mit seinem Forschungsteam suchte Pioletti deshalb nach Möglichkeiten, die Dendrimere in dem biologischen Verband so einzubetten, dass sie dort verblieben und ihre antibakterielle Funktion ausübten.

Infektionen trotz grosser Vorsichtsmassnahmen

Die neue Bandage löst ein grosses Problem der Intensivmedizin. «Bisher mussten wir enorme Vorsichtsmassnahmen bei unseren Patienten treffen», sagte Brandwunden-Spezialistin Lee Ann Laurent-Applegate vom CHUV. «Die Verbände, die manchmal den Grossteil des Körpers bedecken, müssen monatelang täglich gewechselt werden.» Trotzdem käme es zu Infektionen.

«Wir können nicht allen Patienten prophylaktisch Antibiotika geben, da wir die Bakterien dadurch resistenter machen könnten», sagte die Medizinerin. Mit den neuen Verbänden könne man Infektionen gleich verhindern, anstatt sie zu behandeln und das Problem im Keim ersticken.

Die Forschenden stellen den neuen Verband im Fachjournal «Scientific Reports» vor. Als nächstes sollen die Bandagen in Zürich weiter getestet werden, bevor sie in Spitälern zum Einsatz kommen.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bath - Ein Wundverband, der seine Farbe ändert, wenn er eine Infektion erkennt, könnte laut der University of Bath den Einsatz von ... mehr lesen
Innovativer Wundverband: Die Farbe zeigt eine Infektion an.
Forscher der University of Bath haben einen Wundverband entwickelt, der aufleuchtet, wenn eine Verbrennung infiziert ist.
Bath - Forscher der University of ... mehr lesen
Akupunktur, Tuina, Massage, Laserakupunktur, Taping
Hypnose und Hypnosetherapie in Baden / Aargau
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. 13
Das Berner Inselspital stellt die Proben für mehrere Forschungsprojekte und einem grösseren Forscherkreis zur Verfügung.
Das Berner Inselspital stellt die Proben für mehrere ...
Medizinische Forschung  Bern - Das Inselspital nimmt mit der «Liquid Biobank Bern» das derzeit modernste Tiefkühllager für Blut und andere flüssige Bioproben in der Schweiz in Betrieb. Die Biobank soll zur wichtigen Forschungsressource für massgeschneiderte Medizin werden. 
Wegen Zika - Acht Wochen nur geschützt  Genf - Touristen sollen nach ihrer Heimreise aus Zika-Gebieten mindestens acht Wochen auf ungeschützten Sex verzichten. Das riet ...
Zika wird hauptsächlich durch Mückenstiche verbreitet.
Experten: Europa muss sich auf die Zika-Epidemie vorbereiten Kopenhagen - «Die Zeit ist nicht auf unserer Seite. Das Zika-Virus zeigt nicht nur sein ...
Das Zika-Virus kann auch bei Erwachsenen schwerwiegende neurologische Erkrankungen auslösen.
In 60 bis 80 Prozent der Fälle verläuft eine Infektion unbemerkt. (Symbolbild)
16 Personen in der Schweiz Zika-infiziert Bern - In der Schweiz sind seit Einführung der Meldepflicht Anfang März 16 Fälle von Infektionen mit dem Zika-Virus festgestellt ...
Titel Forum Teaser
Massagepraxis in Zürich-Oerlikon
Medizin Jobs und Jobs Gesundheitswesen
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 14°C 22°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 12°C 22°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig vereinzelte Gewitter
St. Gallen 12°C 20°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig vereinzelte Gewitter
Bern 12°C 22°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Luzern 14°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig vereinzelte Gewitter
Genf 12°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig vereinzelte Gewitter
Lugano 19°C 27°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten