Rekurs der Pfizer AG gegen BSV gutgeheissen
Neubeurteilung von Viagra als kassenpflichtiges Medikament
publiziert: Mittwoch, 4. Apr 2001 / 19:55 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 4. Apr 2001 / 20:28 Uhr

Lausanne/Zürich - Das Bundesamt für Sozialversicherung muss auf seinen Entscheid, Viagra nicht als kassenpflichtiges Medikament zuzulassen, nochmals zurückkommen. Ein Rekurs der Pfizer AG wurde von der Eidg. Rekurskommission für die Spezialitätenliste gutgeheissen.

Gemäss dem Urteil der Eidg. Rekurskommission für die Spezialitätenliste (RKSL) ist nicht ersichtlich, weshalb das Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) der Empfehlung der vorberatenden Arzneimittelkommission nicht Folge leistete. Diese wollte Viagra mit bestimmten Einschränkungen in die Liste der von der sozialen Krankenversicherung vergüteten Medikamente aufnehmen.

Nach Ansicht der RKSL kann das Potenzmittel unter folgenden Voraussetzungen in die Spezialitätenliste aufgenommen werden: Wenn bei Patienten eine Erektionsstörung seit mindestens sechs Monaten besteht, die auf eine Rückenmarkverletzung, eine multiple Sklerose, eine Radiotherapie oder auf Verletzungen respektive Operationen im kleinen Becken oder Genitalbereich zurückzuführen sind.

Auch bei Erektionsstörungen, verursacht durch Diabetes mellitus oder Depressionen als chronische Erkrankung, soll Viagra von den Krankenkassen vergütet werden, hält die RKSL in ihrem Urteil vom 26. März fest. Es sollen maximal vier Tabletten pro Monaten vergütet werden.

Um den Medikamentenmissbrauch einzuschränken, muss laut RKSL vor der Abgabe des Präparates die Zustimmung des Vertrauensarztes oder der Vertrauensärztin der Krankenversicherung eingeholt werden. Unter den genannten Einschränkungen hält die RKSL die Forderung des KVG als erfüllt, wonach die kassenpflichtigen Leistungen «wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich» sein müssen.

Aufhebung der Verfügung

Im Juni 1999 hatte das BSV die Aufnahme von Viagra als kassenpflichtiges Medikament abgelehnt mit der Begründung, die Einschränkung der Pille auf eine eng begrenzte Patientengruppe sei nicht durchsetzbar. Ein objektiver Nachweis der krankhaften Impotenz bei depressiven Patienten sei praktisch unmöglich.

Gegen die Verfügung reichte die Herstellerin Pfizer AG eine Beschwerde ein, welche nun weitgehend gutgeheissen wurde. Das BSV muss auf seinen Entscheid nochmals zurückkommen. Die Verfügung von 1999 wird aufgehoben.

Das BSV will das Ende letzter Woche an die Parteien verschickte Urteil dann kommentieren, wenn es im Amt eingetroffen ist, wie ein BSV-Sprecher auf Anfrage sagte. Am Mittwoch ist die Gutheissung des Rekurses bereits bei der Pfizer AG eingetroffen, welche mit Genugtuung vom Urteil Kenntnis nimmt.

(kil/sda)

.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Judith Bellaiche setzt sich als Wirtschafspolitikerin konsequent für Innovation und Digitalisierung ein.
Judith Bellaiche setzt sich als Wirtschafspolitikerin konsequent für ...
Judith Bellaiche vertritt die ICT Branche  Kürzlich wurde die neue Geschäftsführerin von Swico, Judith Bellaiche, von ihrer Partei als Nationalratskandidatin nominiert. Der Vorstand freut sich - und hofft auf ein positives Wahlergebnis. mehr lesen 
Gotthard 2016  Berlin - «Tunnel» - mit sechs Riesenbuchstaben feiert die Schweizer Botschaft in Berlin die Eröffnung des neuen Gotthard-Basistunnels. Während zwei Monaten wird der ... mehr lesen 1
Die Schweizer Botschaft in Berlin mit Tunnel-Schriftzug.
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für Homosexuelle regt sich Widerstand. Sollte das Parlament das neue Adoptionsrecht in der vorliegenden Form verabschieden, will ein überparteiliches Komitee aus den Reihen der SVP, CVP und EDU das Referendum ergreifen. mehr lesen   3
Finanzhilfen für bestehende Grosswasserkraftwerke waren im ersten Massnahmenpaket zur Energiestrategie ursprünglich nicht vorgesehen.
Ständerat schwenkt auf Linie des Nationalrats  Bern - Grosswasserkraftwerke sollen Subventionen erhalten, wenn sie den Strom zu tiefen Preisen ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 2°C 4°C Hochnebelleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt
Basel 2°C 5°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
St. Gallen 1°C 3°C Hochnebelleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt
Bern 1°C 3°C Hochnebelleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt
Luzern 2°C 4°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt
Genf 2°C 7°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt
Lugano 6°C 11°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten