«Neue Deutsche Welle» bei Schumachers Erben
publiziert: Freitag, 10. Okt 2008 / 10:24 Uhr / aktualisiert: Freitag, 10. Okt 2008 / 10:42 Uhr

Jeder vierte Fahrer im aktuellen Formel-1-Feld ist Deutscher. Schumachers Erben gewinnen an Schlagkraft. 714 Tage. So lange dauerte es nach dem letzten Sieg der Galionsfigur Michael Schumacher am 1. Oktober 2006 in Schanghai, bis Deutschland vor vier Wochen in Monza wieder einen Grand-Prix-Sieger feiern konnte.

1 Meldung im Zusammenhang
Versüsst wurde der Triumph des 21-jährigen Sebastian Vettel durch zwei Altersrekorde. Am Tag nachdem er als bisher Jüngster eine Pole-Position herausgefahren hatte, stand der in Walchwil am Zugersee wohnende Heppenheimer auch als bisher Jüngster zuoberst auf dem Podest. An der Spitze dieser Liste löste er keinen Geringeren als Fernando Alonso ab.

In Deutschland wurde freilich weniger der Vergleich mit dem zweifachen Weltmeister aus Spanien, sondern vielmehr jener mit dem siebenfachen Champion aus dem eigenen Land angestellt. Michael Schumacher und Sebastian Vettel kommen beide aus Nordrhein-Westfalen und haben auf der gleichen Kartbahn, dem Erftlandring in Kerpen, ihre ersten Runden gedreht. Als Vettel 2007 seine ersten Grands Prix fuhr, gaben sie ihm zu Hause den Kosenamen «Baby-Schumi».

Schlechte Karten für Nachfolge

Dabei stehen die Chancen auf einen neuen Michael Schumacher für Deutschland nur unwesentlich besser als jene auf einen neuen Roger Federer für die Schweiz. Das weiss auch Vettel, der sich von Vergleichen mit dem Idol seiner Kindheit bewusst distanziert. Obwohl sich die Experten einig sind, dass Vettel dereinst in einem Topteam fahren wird, ist der Weg zum grösstmöglichen Ziel WM-Titel nicht einfach so vorgezeichnet.

Zuversichtlich stimmt neben dem fahrerischen Talent, dass der im Gegensatz zum verbissenen Schumacher stets lockere und freundliche Vettel den Realitätssinn und den Blick fürs Wesentliche nicht so schnell verliert.

Vettel stürmt...

Daran vermögen weder der Hype im heimischen Blätterwald noch ein Besuch bei «Wetten, dass..?» etwas zu ändern. Bis die Zeit für den ganz grossen Wurf in der Formel 1 reif ist, gibt Vettel abseits der Strecke den Gipfelstürmer. Am Montag will er den Grand Prix von Japan am Fusse des Mount Fuji mit der Besteigung des 3776 m hohen Vulkans abrunden.

Neben der neuen Vorzeigefigur sorgt ein Quartett dafür, dass Deutschlands Formel-1-Vertretung nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ beachtlich in Erscheinung tritt. Das Klassement der Flutlicht-Premiere in Singapur dient trotz des turbulenten Rennverlaufs als Beleg dafür: Zweiter Nico Rosberg, Vierter Timo Glock, Fünfter Sebastian Vettel, Sechster Nick Heidfeld.

Sutil crasht...

Nur der in Oensingen einen Steinwurf von Schloss Neu-Bechburg entfernt wohnende Adrian Sutil tanzte mit seinem Crash gegen die Mauer aus der Reihe. Obwohl er für die punktelosen Habenichtse von Force India fährt, hat auch Sutil sein Potenzial schon das eine oder andere Mal andeuten können. Der Platz im Team des indischen Milliardärs Vijay Mallya ist ihm fürs nächste Jahr jedenfalls gewiss - auch dank einer Sponsoren-Mitgift von einigen Millionen.

Am längsten musste mit Nick Heidfeld ausgerechnet der routinierteste Deutsche auf die Arbeitsplatzbestätigung warten. «Ich machte mir keine Sorgen, dass es nicht in der Formel 1 weitergehen könnte», sagte Heidfeld. Fraglich war bis zur Einigung am Freitag vor einer Woche aber, ob Heidfeld bei seinem Wunschteam BMW-Sauber würde bleiben können.

...und Heidfeld wartet

«Nick hat bestätigt, dass er wieder zur Normalform zurückfindet», sagte Teamchef Mario Theissen. «Das hat den Ausschlag gegeben.» Heidfeld wird auch im nächsten Jahr der einzige Deutsche sein, der in einem Topteam fährt.

Damit hat er auch die besten Aussichten auf Siege - obwohl er nach mittlerweile 147 Rennen immer noch auf den ersten Triumph wartet. Sebastian Vettel brauchte dafür nur gerade 21 Rennen. Gut für seine Gegner, dass der Aufsteiger des Jahres im Winter «nur» zu Red Bull wechselt!

(Philipp Bärtsch, Fuji/Si)

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