Neue Erkenntnisse im Inzest-Fall - «Lichtermeer» für Opfer
publiziert: Mittwoch, 30. Apr 2008 / 16:45 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 30. Apr 2008 / 20:57 Uhr

Wien - Der 73-jährige Österreicher, der seine Tochter jahrzehntelang missbraucht und eingekerkert hatte, ist laut der Polizei ein Einzeltäter. Auch die Geschwister der Tochter hätten mit dem Verbrechen nichts zu tun.

Am Dienstagabend hatten mehrere Hundert Menschen mit einem «Lichtermeer» ihre Solidarität mit den Opfern der Verbrechen ausgedrückt. (Archivbild)
Am Dienstagabend hatten mehrere Hundert Menschen mit einem «Lichtermeer» ihre Solidarität mit den Opfern der Verbrechen ausgedrückt. (Archivbild)
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Spekulationen über einen Mitwisser wies die Polizei zurück. Es gebe zudem keine Hinweise, dass der Täter seine anderen Kinder - weder die ehelichen noch die insgesamt sechs überlebenden Inzest-Kinder - missbraucht habe, sagte Franz Polzer, Leiter des Landeskriminalamtes Niederösterreich.

Die Polizei brachte mehr Klarheit in die Umstände, unter denen das Drama beendet werden konnte: Demnach war die mittlerweile 43-jährige Tochter mit ihren zwei Söhnen aus dem Kellerverlies im Spital erschienen, um ihre lebensgefährlich erkrankte 19-jährige Tochter zu sehen.

Von dem Besuch erfuhr die Polizei durch einen «vertraulichen Anruf» und griff zuerst die 42-Jährige vor dem Spital auf. Danach wurde auch ihr Vater festgenommen. Polzer wollte nicht sagen, woher der Tipp gekommen sei.

Verlies im Horrorhaus

Zum Verlies in dem Horrorhaus gab die Polizei weitere Details bekannt. Der Inzest-Täter habe die schwere Stahlbetontür vor dem Verlies bereits vor der Tat ohne fremde Hilfe eingebaut.

Das Gefängnis sei mit Gefrierschrank, Herd, Waschmaschine und anderen elektrischen Geräten ausgerüstet gewesen. Das habe den vier Gefangenen erlaubt, dort auch über Wochen ohne weitere Versorgung auszuharren. So konnte der Verdächtige zwischendurch Ferien in Thailand machen.

Es gebe Hinweise, wonach der 73-jährige die Gefangenschaft beenden wollte. Er habe seiner Tochter zur Jahreswende 07/08 einen Brief an seine eigene Familie diktiert, in dem er sie ankündigen liess, sie wolle in diesem Sommer mit ihren Kindern nach Amstetten zurückkehren.

Ermittlungen zu Teenager-Mord

Die Polizei untersucht auch einen möglichen Zusammenhang mit einem ungeklärten Mord an einer jungen Frau im Jahr 1986. Sie prüft, ob der Inzest-Vater in den Mord an einer 17-jährigen Anhalterin am Mondsee in der Nähe von Salzburg verwickelt ist.

In Amstetten haben am Dienstagabend mehrere Hundert Menschen mit einem «Lichtermeer» ihre Solidarität mit den Opfern der Verbrechen ausgedrückt. Mehr als 200 Menschen waren zu der Demonstration erschienen, zu der auch die Kirchen aufgerufen hatten.

(smw/sda)

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