Neue Gewaltakte: Hoffnungen auf Nahost-Gipfel geschwunden
publiziert: Freitag, 13. Okt 2000 / 23:52 Uhr

Tel Aviv/Gaza-Stadt - Die Hoffnung auf das rasche Zustandekommen eines Nahost-Gipfels ist am Freitag geschwunden. Der mögliche Gastgeber Ägypten, die USA und Israel erklärten, die Lage sei noch nicht reif für ein Gipfeltreffen.

Israels Regierungschef Ehud Barak schloss seine Teilnahme zu Bedingungen der Palästinenser aus. Palästinenserpräsident Jassir Arafat ist nach spanischen Angaben zu einem Treffen mit Beteiligung der EU bereit, wenn Israel seine Militärangriffe beendet und die Abriegelung der Grenzen aufhebt.

Im Gaza-Streifen und Westjordanland lieferten sich israelische Soldaten und Palästinenser am Freitag erneut Gefechte. Die Armee setzte auch Maschinengewehre ein. Ein Palästinenser wurde in Hebron von Israelis erschossen. Nach palästinensischer Darstellung starb er durch ein - völkerrechtlich verbotenes - Dum-Dum-Geschoss. Auch in anderen Orten des Westjordanlandes und im Gaza-Streifen kam es zu Auseinandersetzungen. Palästinenser warfen Steine oder Molotowcocktails auf israelische Soldaten, diese schossen mit Tränengasgranaten, Stahlgeschossen oder scharfer Munition. Insgesamt wurden rund 50 Menschen verletzt.

Gespannte Ruhe in Jerusalem

In Jerusalem blieb es entgegen den Befürchtungen nach dem Freitagsgebet auf dem Tempelberg weitgehend ruhig. Mehrere hundert Polizisten und Soldaten patrouillierten um das von Juden und Moslems als Heiligtum verehrte Plateau in der Altstadt. Nur Männer über 45 Jahren wurden zum Gebet in der Al-Aksa-Moschee und im Felsendom zugelassen.

Israel hatte zuvor die Sicherheitsmassnahmen verschärft. Die Armee mobilisierte Reserveeinheiten und riegelte die autonomen Palästinenserstädte weit gehend ab.

Arafat will Lynchmord untersuchen

Arafat ordnete eine Untersuchung der Vorgänge an, die am Donnerstag zum Lynchmord der israelischen Soldaten in Ramallah durch aufgebrachte Palästinenser geführt hatten. Israel hatte nach den Morden schwere Luftangriffe auf palästinensische Einrichtungen geführt.

In Israel schürte die Freilassung Dutzender islamischer Untergrundkämpfer aus palästinensischen Gefängnissen die Furcht vor neuem Terror. Barak warf Arafat vor, er unterstütze damit den Terrorismus.

Anschläge in Frankreich

In mehreren Ländern verübten mutmassliche arabischstämmige Jugendliche Anschläge auf jüdische Einrichtungen. Allein in Frankreich wurden erneut mindestens sechs Synagogen angegriffen. Vielerorts wurde gegen Israel demonstriert. Kundgebungen gab es unter anderem in Kairo, Istanbul, Jakarta und Pretoria.

Die EU-Staats- und Regierungschefs appellierten an ihrem Gipfel in Biarritz an beide Seiten, die Gewalt zu beenden und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Auch Russland Präsident Wladimir Putin rief zu einem Gewaltverzicht auf.

Der rechtsgerichtete israelische Oppositionsführer Ariel Scharon sagte nach heftigen Protesten einen für kommenden Dienstag geplanten Frankreich-Besuch ab. Die Palästinenser werfen Scharon vor, mit seinem demonstrativen Besuch auf dem Tempelberg die Unruhen ausgelöst zu haben.

(klei/sda)

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