Analyse der DNA
Neue Krebstherapie: Immunsystem zerstört Zellen
publiziert: Freitag, 4. Mrz 2016 / 12:33 Uhr / aktualisiert: Freitag, 4. Mrz 2016 / 13:33 Uhr
Die Therapie soll Krebszellen töten.
Die Therapie soll Krebszellen töten.

London - Wissenschaftler des University College London haben einen Weg gefunden, das Immunsystem dazu zu bringen, Krebszellen abzutöten.

5 Meldungen im Zusammenhang
Innerhalb eines Tumors soll es einzigartige Markierungen finden, die es dem Körper ermöglichen, die Krankheit zu bekämpfen. Das auf den einzelnen Patienten abgestimmte Verfahren wäre jedoch teuer und wurde bisher nicht am Menschen getestet.

Etliche Mutationen als Problem

Experten wie Stefan Symeonides von der University of Edinburgh beurteilen diesen Ansatz zwar positiv. Die Umsetzung in der Wirklichkeit könnte jedoch schwierig sein. Die Forscher selbst gehen davon aus, dass die in «Science» veröffentlichten Forschungsergebnisse die Grundlage für neue Behandlungsansätze sein können. Innerhalb von zwei Jahren sollen Tests mit Patienten beginnen.

Die Behandlung soll durch die Analyse der DNA möglich werden. Es gab bereits Versuche, das Immunsystem in die Richtung zu steuern, Tumore abzutöten. Impfstoffe gegen Krebs waren bisher jedoch wenig erfolgreich. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass die Abwehrmechanismen des Körpers dazu gebracht werden, die falschen Ziele zu verfolgen.

Krebs besteht nicht aus identischen, sondern aus sehr verschiedenen Zellen mit zahlreichen Mutationen. Proben von verschiedenen Stellen eines Tumors können daher sehr verschieden aussehen und sich auch sehr verschieden verhalten. Sie entsprechen in etwa einem Baum mit entscheidenden Mutationen am Stamm und weiteren, die sich in alle Richtungen verbreiten.

Schlüsselansatz über Antigene

Das internationale Wissenschaftlerteam hat ein Verfahren zur Identifizierung der Mutationen am Stamm entwickelt, die die Antigene verändern - also jene Proteine, die aus der Oberfläche der Krebszellen hinausreichen. Laut Forscher Charles Swanton können jetzt Tumor-Antigene, die in jeder Zelle enthalten sind, priorisiert und auf sie abgezielt werden. «Damit erreichen wir die Achillesferse von Krebserkrankungen.»

Zwei Ansätze könnten für das Abzielen auf die Mutationen am Stamm eingesetzt werden. Zum einen Impfstoffe für jeden Patienten, die das Immunsystem darauf trainieren, sie zu erkennen. Zum anderen könnte nach Immunzellen «gefischt» werden, die bereits auf diese Mutationen abzielen, ihre Anzahl im Labor erhöht und sie dann wieder dem Körper zugeführt werden.

(nir/pte)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Manchen Patienten mit Brustkrebs, Lungenkrebs oder Leukämie geht es nach der ... mehr lesen
Bei Brustkrebst erhöhte sich das Sterberisiko um 74 Prozent. (Archivbild)
Zahlreiche Krebspatienten und Überlebende meiden oder verzögern die medizinische Versorgung.
Richmond - Das Überleben einer Krebserkrankung ist eigentlich ein Anlass zum Feiern, doch drei von zehn Betroffenen haben danach finanzielle Probleme. mehr lesen
Edinburgh - Typ-1-Diabetes kann das ... mehr lesen
Beim allgemeinen Krebsrisiko wiesen Männer mit Typ-1-Diabetes keine erhöhten Werte auf.
Wegen der klimabedingten Ernteausfälle sollen weniger Kalorien pro Mensch zur Verfügung stehen.
London - Experten erwarten Hunderttausende zusätzlicher Todesopfer durch den Klimawandel in den kommenden Jahrzehnten. Die Wissenschaftler rechnen im Jahr 2050 mit einer halben ... mehr lesen
Bern - Die Schweiz erhält ein nationales Krebsregister. Auch der Ständerat ... mehr lesen
Mit dem Register sollen Krebserkrankungen künftig schweizweit einheitlich registriert werden. (Symbolbild)
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Ein neuer optischer Sensor könnte verwendet werden, um Konzentrationen des Virus an stark frequentierten Orten zu messen.
Ein neuer optischer Sensor könnte verwendet ...
Publinews Coronavirus in der Luft nachweisen  Dübendorf, St. Gallen und Thun - Einem Team von Forschern der Empa, der ETH Zürich und des Universitätsspitals Zürich ist es gelungen, einen neuartigen Sensor zum Nachweis des neuen Coronavirus zu entwickeln. Er könnte künftig eingesetzt werden, um die Virenkonzentration in der Umwelt zu bestimmen - beispielsweise an Orten, an denen sich viele Menschen aufhalten oder in Lüftungssystemen von Spitälern. mehr lesen  
Publinews Nahrungsergänzungsmittel erfreuen sich seit Jahren hoher Beliebtheit bei den Deutschen. Der Trend, Nahrungsmittelergänzungsmittel zu verwenden, stammt aus den ... mehr lesen  
Nicht nur im medizinischen Bereich finden CBD Produkte Akzeptanz.
Einschulung.
Publinews    Wenn man von optimaler Begleitung ... mehr lesen  
Der Sehsinn gilt als wichtigster Sinn des Menschen. Rund 90 Prozent aller Umwelteindrücke hängen von den Augen ab. Trotzdem steigt die Anzahl an fehlsichtigen Menschen seit einigen Jahren auf der ganzen Welt an. Ganz besonders seit der Digitalisierung. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 7°C 20°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Basel 8°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
St. Gallen 7°C 18°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Bern 7°C 20°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Luzern 8°C 20°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Genf 10°C 22°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Lugano 14°C 25°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten