Massiver Polizeieinsatz mit Tränengas und Wasserwerfer
Neue Proteste gegen Premier Erdogan in Istanbul
publiziert: Samstag, 1. Jun 2013 / 09:48 Uhr / aktualisiert: Samstag, 1. Jun 2013 / 13:17 Uhr
In der Nacht widersetzten sich tausende Demonstranten der Polizei und zogen in kleinen Gruppen durch die Strassen.
In der Nacht widersetzten sich tausende Demonstranten der Polizei und zogen in kleinen Gruppen durch die Strassen.

Istanbul - Nach den Strassenschlachten in der türkischen Metropole Istanbul will Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan weiter gegen die Demonstranten durchgreifen. Die Polizei werde am Wochenende im Stadtzentrum präsent bleiben, sagte Erdogan am Fernsehen.

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Der Taksim-Platz dürfe «kein Ort sein, an dem Extremisten machen können, was sie wollen». Seine Regierung werde die nötigen Vorkehrungen treffen, um «die Sicherheit von Menschen und ihres Eigentums» sicherzustellen, sagte Erdogan. Zugleich bekräftigte er, an dem Bauvorhaben im Gezi-Park am Taksim-Platz festzuhalten, gegen das sich die Proteste richten.

Am Vormittag setzte die Polizei erneut Tränengas gegen Demonstranten in der Nähe des Platzes ein. Nach dem Bericht eines AFP-Reporters gingen die Einsatzkräfte gegen Demonstranten vor, die in einer Einkaufsstrasse eine Barrikade errichtet hatten. Zusammenstösse mit der Polizei wurden auch aus dem Stadtviertel Besiktas gemeldet.

Immer mehr Demonstranten

Gegen die Umgestaltung des Gezi-Parks demonstrieren seit Tagen immer mehr Menschen im Zentrum von Istanbul. Am Freitag und in der Nacht zum Samstag setzte die Polizei Tränengas, Pfefferspray und Wasserwerfer gegen Teilnehmer des Protests ein.

Bei den Strassenschlachten wurden laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (ai) mehr als 100 Menschen verletzt. Nach offiziellen Angaben wurden zwölf Menschen im Spital behandelt, darunter eine Frau mit einem Schädelbruch. Die Polizei berichtete von 63 Festnahmen.

Die aktuellen Proteste in Istanbul gehören zu den stärksten seit dem Amtsantritt von Erdogan vor mehr als zehn Jahren. Der Unmut richtet sich auch allgemein gegen Grossprojekte der Regierung, etwa die neue Brücke über den Bosporus und einen dritten internationalen Flughafen für Istanbul.

(asu/sda)

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