Neue Strafklage noch vor Todespfleger-Prozess
publiziert: Dienstag, 4. Jan 2005 / 13:24 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 4. Jan 2005 / 13:57 Uhr

Luzern - Kurz vor Beginn des Prozesses gegen den Todespfleger in Luzern wirft eine Strafklage eine brisante Frage auf: Wäre das letzte der 24 Opfer vermieden worden, wenn Behörden und Heimleitung rechtzeitig eingegriffen hätten?

Der Kläger will rechtliche Klarheit ohne Schuldzuweisungen.
Der Kläger will rechtliche Klarheit ohne Schuldzuweisungen.
1 Meldung im Zusammenhang
Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins 10vor10 des Schweizer Fernsehens hat der Sohn einer 2001 verstorbenen Frau eine Strafklage eingereicht. Ursprünglich richtete sie sich gegen das Betagtenzentrum Eichhof Luzern. Im November 2004 weitete er sie auf Polizei und Amtsstatthalteramt aus.

Die damals 76-jährige Mutter des Klägers war das letzte Opfer des Todespflegers. Die Behörden, so der Kläger, hätten vor ihrem Tod gewusst, dass vom verdächtigten Pfleger Gefahr ausgehe. Er könne zwar niemandem vorwerfen, Tötungen in Kauf genommen zu haben, aber es sei ihm wichtig, dass dies abgeklärt werde.

Todesfallhäufung schon früh bekannt

Er und sein Anwalt stützten sich auf Protokolle, nach denen die gehäuften Todesfälle im Eichhof bereits im Februar 2001 in Zusammenhang mit dem jetzt Angeklagten in Verbindung gebracht wurden. Dennoch habe man weitere vier Monate mit der Verhaftung zugewartet.

Der Sozialdirektor der Stadt Luzern, Ruedi Meier, ist der Auffassung, man habe umsichtig gehandelt. Doch seien die Behörden froh, wenn ein Gericht die Vorwürfe überprüfe. Die schwierige Beweislage sei der Grund, dass vom ersten Verdacht bis zur Verhaftung mehrere Monate verstrichen.

Prozess gegen Pfleger in den nächsten Wochen

Der Prozess gegen den Zentralschweizer Todespfleger wird in den nächsten Wochen vor dem Kriminalgericht Luzern beginnen. Das Datum ist noch nicht bekannt, soll aber in den nächsten Tagen veröffentlicht werden.

Dem inzwischen 36-jährigen Pfleger wird vorgeworfen, zwischen 1995 und 2001 in den Kantonen Obwalden, Schwyz und Luzern 24 alte kranke Menschen getötet zu haben; mehrheitlich Frauen. Der Mann ist geständig.

(fest/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Luzern - Der Heimarzt, der die Tötungen des Luzerner «Todespflegers» aufgedeckt ... mehr lesen
Der «Todespfleger» wird für neun Tote im Pflegeheim Eichhof verantwortlich gemacht. (Archivbild)
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Zahl der Einbrüche ist in der Schweiz seit Jahren rückläufig. So viel zu den guten Nachrichten. Damit das auch so bleibt, ist es wichtig, grundsätzlich auf gutes Material an den Schwachstellen (Türen, Fenster, Tore) zu setzen und zusätzliche Sicherungen zu installieren.
Die Zahl der Einbrüche ist in der Schweiz ...
Publinews Smarter Einbruchschutz  Nahezu alle Diebstahlkategorien weisen eine rückläufige Tendenz auf. 2017 wurden in der Schweiz 4,9 Einbrüche pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner gezählt. Das entspricht 113 Einbruch- und Einschleichdiebstählen pro Tag. 2012 lag diese Zahl bei 202. mehr lesen  
Opfer weiterhin vermisst  Rafz ZH - Die Kantonspolizei Zürich hat am Dienstagvormittag in Rafz ZH zwei Personen verhaftet: Sie ... mehr lesen  
Der 67-Jährige Gino Bornhauser wird seit dem 22. April vermisst.
In Indien hat es 18,3 Millionen Sklaven.
Deutlich höhere Zahl  Sydney/London - Mindestens 45,8 Millionen Menschen leben zurzeit weltweit in modernen ... mehr lesen  
Flüchtiger Mörder  Aarau - Der flüchtige Mörder, der aus der Psychiatrischen Klinik Königsfelden in Windisch AG ausgebrochen ist, hätte in einer Einrichtung mit höherer Sicherheitsstufe untergebracht werden sollen. Von möglichen Institutionen erhielten die Aargauer Behörden allerdings Absagen. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • paparazzaphotography aus Muttenz 1
    Foto Sanatorio Liebes news.ch Team, es ist für mich eine Ehre dass sie mein Foto des ... Di, 03.01.17 22:12
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Motor hinten oder vorne war dem Tram in Basel völlig egal! Ob ein Auto über- oder untersteuert, ist nicht von der Lage des Motors ... Mi, 01.06.16 10:54
  • Mashiach aus Basel 57
    Wo bleibt das gute Beispiel? Anstatt sichere, ÜBERSTEUERNDE Heckmotorwagen zu fahren, fahren sie ... Mo, 30.05.16 11:56
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Zugang "Das sunnitische Saudi-Arabien, das auch im Jemen-Konflikt verstrickt ... So, 29.05.16 22:06
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Pink Phanter-Bande? Am 25. 7. 2013 hat eine Befreiung von Pink Panther-Mitglied Milan ... So, 29.05.16 15:38
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    ja, weshalb sollte man solches tun? Ist doch krank, Gott zu beschimpfen! Das hat etwas, ... So, 29.05.16 12:12
  • Gargamel aus Galmiz 10
    Warum sollte man überhaupt den Glauben an Gott beschimpfen oder verspotteten? Wie krank ... So, 29.05.16 10:11
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wir sind ja alle so anders als diese "Flüchtlinge". Warum sind auch nicht alle so edel, wie ... Sa, 28.05.16 20:25
Unglücksfälle Zorn über Tötung von Gorilla in US-Zoo Cincinnati - Die Tötung eines Gorillas im Zoo der ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 7°C 17°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Basel 9°C 19°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt, Regen
St. Gallen 8°C 15°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Bern 6°C 16°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wolkig, aber kaum Regen
Luzern 7°C 17°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Genf 6°C 17°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 9°C 19°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich bedeckt, wenig Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten