Neue Studie: Auswirkungen des Klimawandels auf unsere natürliche Umgebung
publiziert: Dienstag, 23. Apr 2013 / 09:24 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 23. Apr 2013 / 15:37 Uhr
Gastautorin Andrea Burkhardt ist Abteilungsleiterin Klima beim Bundesamt für Umwelt (BAFU).
Gastautorin Andrea Burkhardt ist Abteilungsleiterin Klima beim Bundesamt für Umwelt (BAFU).

Der Klimawandel schreitet voran. Der letzte Woche veröffentlichte Klimabericht von BAFU und Meteo Schweiz veranschaulicht die vielfältigen Auswirkungen auf unsere natürliche Umgebung.

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Klimaänderung in der Schweiz
Bundesamt für Umwelt BAFU, Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz
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Am augenfälligsten sind die schwindenden Gletscher. Dass sich nebst der Luft auch die Gewässer erwärmen, lässt sich an den Fischpopulationen ablesen oder an der Eisbedeckung der Seen. Zu letzterem gibt es die europaweit längste Messreihe vom St. Moritzersee.

Am sichtbarsten verändert sich die Gebirgslandschaft unter der Klimaerwärmung: Bei einer andauernden Erwärmung um ein Zehntel Grad ziehen sich die Gletscher um mehrere hundert Meter zurück. Parallel zur Luft erwärmen sich auch Flüsse und Seen. Auf höhere Wassertemperaturen reagieren bestimmte Fischarten wie Bachforelle und Äsche sensibel, was sich direkt in den Populationszahlen niederschlägt. Ein aussagekräftiger Indikator ist auch die Eisbedeckung. Die europaweit längste Zeitreihe gibt es hierzu zum St. Moritzersee ? dessen Eisschicht war bereits im frühen 19. Jahrhundert von Interesse wegen des noch heute statt findenden internationalen Pferderennens. Die Messdaten seit 1832 zeigen, dass der See immer früher auftaut.

Eine Schwalbe macht einen Frühling

Dass sich der Frühlingsbeginn vorverschoben hat, lässt sich anhand weiterer Phänomene beobachten: Um 1800 entfaltete die Rosskastanie ihre Blätter Anfang April; heute bereits Ende Februar. Die Kirschbäume blühen einige Wochen früher als noch vor hundert Jahren. Die Rauchschwalbe kehrt heute früher aus Afrika zurück; andere Vogelarten wie die Ringeltaube verzichten inzwischen gar auf ein Winterexil und bleiben ganzjährig in der Schweiz.

Lange Zeitreihen nötig

Der Bericht zeigt ferner auf, dass temporäre Schwankungen den langfristigen Trend oft überlagern. Der Klimawandel ist keine konstante Grösse, die sich jedes Jahr in gleichem Masse fortschreibt. Auch wenn uns Mitteleuropäern der hartnäckige Winter noch im Nacken sitzt: Der späte Frühlingsbeginn in diesem Jahr darf nicht isoliert betrachtet und als Indiz für eine Abkühlung gewertet werden. Das Klimaphänomen lässt sich nur über einen längeren Zeithorizont anhand aussagekräftiger Indikatoren erfassen. Historische Daten, wie sie zum Beispiel über den St. Moritzersee bestehen, sind daher für die Klimabeobachtung ein Glücksfall.

(Gastautorin Andrea Burkhardt/ETH-Zukunftsblog)

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