Ein «optimales Rennen»
Neuenschwander will Gratwanderung meistern
publiziert: Donnerstag, 14. Aug 2014 / 18:42 Uhr
«Es ist wichtig, den Körper sehr gut zu kennen, um den Motor nicht zu überdrehen. Es ist eine Gratwanderung.»
«Es ist wichtig, den Körper sehr gut zu kennen, um den Motor nicht zu überdrehen. Es ist eine Gratwanderung.»

Die grösste Schweizer Hoffnungsträgerin im Marathon der Frauen ist Maja Neuenschwander. Besonders gespannt sein darf man auf den Auftritt der Triathlon-Olympiasiegerin Nicola Spirig.

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Bei ihrer bisher einzigen Teilnahme an Europameisterschaften 2010 in Barcelona belegte Neuenschwander Rang 27. In Spanien war sie mit einer Bestzeit von 2:35:44 Stunden gestartet. Seither hat sich die 34-jähriger Bernerin massiv verbessert.

Im vergangenen Jahr lief sie beim 2. Platz am Marathon in Hamburg in 2:29:42 als zweite Schweizerin nach Franziska Rochat-Moser unter 2:30. Diese Steigerung verdankt sie ihrem enormen Willen. Die wöchentlichen Trainingsumfänge betragen 150 bis 230 Kilometer.

Ein «optimales Rennen»

Neuenschwanders Erwartungen an sich selber sind «sehr gross», viele Experten trauen ihr eine Top-8-Platzierung zu. Den 10. Rang in der Meldeliste betrachtet sie aber mit Vorsicht, da es Läuferinnen gibt, die in den letzten beiden Jahren keinen Marathon bestritten haben.

So oder so wagt sie, was die Zeit und den Rang betrifft, keine Prognose. Ihr Ziel ist es, «für mich ein optimales Rennen abzurufen und meine Haut so teuer wie möglich zu verkaufen.» Es ist für sie entscheidend, bis am Schluss an sich zu glauben - in Hamburg hat sie auf den letzten Kilometern Rang um Rang gutgemacht.

Den Körper gut kennen

Die EM-Strecke ist mit dem Anstieg zur Polyterrasse der ETH und dem Abstieg zum Bellevue, die viermal bewältigt werden müssen, äusserst anspruchsvoll.«Ich habe das ständige Auf und Ab in meinen Körper gespeichert. Nun gilt es, dies abzurufen», sagte Neuenschwander. Nach dem Abstieg schnell den Schritt wieder zu finden im Flachen, sei auch äusserst anspruchsvoll.

«Es ist wichtig, den Körper sehr gut zu kennen, um den Motor nicht zu überdrehen. Es ist eine Gratwanderung.» Eine weitere Schwierigkeit ist, angesichts der enormen Unterstützung durch die Zuschauer nicht zu überpacen, sondern die Nerven zu bewahren. Deshalb ist Neuenschwander froh, über die an den Olympischen Spielen in London gemachte Erfahrung.

Höheneffekt optimal ausnutzen

Neben Neuenschwander gilt ein besonders Augenmerk Nicola Spirig. Es wird interessant zu sehen sein, wozu die 32-jährige Zürcher Unterländerin fähig ist. Spirig ist bislang erst einmal einen Marathon gelaufen, im April in Zürich. Damals erreichte sie in 2:42:53 Stunden als Siebente das Ziel.

Mit dieser Zeit würde sie eigentlich nicht zum sechsköpfigen Marathon-Team der Schweizerinnen gehören, allerdings trat sie in Zürich nach zwei Antibiotika-Kuren geschwächt an. Zudem wäre es unverständlich, eine Läuferin mit ihrem Namen nicht starten zu lassen.

Für die EM wählte Spirig eine andere Vorbereitung als ihre Mannschaftskolleginnen. Sie reist erst heute Freitag von St. Moritz nach Zürich, um den Höheneffekt optimal zu nutzen. «Da ich ohne Erwartungen ins Rennen starten kann, werde ich auch mit etwas Risiko laufen und versuchen, für das Team ein sehr gutes Resultat zu erreichen», so die vierfache Europameisterin im Triathlon. Mit dem Abschlusstraining am Mittwoch über 25 Kilometer war sie «sehr zufrieden».

Die Nummer 10

Als weitere Schweizerinnen sind am Samstagmorgen Magali di Marco (42), Patrica Morceli (40), Ursula Spielmann-Jeitzinger (42) und Teamküken Martina Strähl (27) am Start. In die Teamwertung fliessen die besten drei Resultate ein.

Auf dem Papier sind die Einheimischen die Nummer 10. Es sei jedoch diffizil, die Leistungen richtig einzuschätzen, sagte Trainer Fritz Schmocker. Vier Equipen würden in Reichweite liegen. Eine Team-Taktik gibt es allerdings nicht. «Es sind alles Einzelathletinnen, die ihre persönlichen Ziele verfolgen wollen», sagte Schmocker.

(awe/Si)

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