Bundesrat mit Startschuss
Neuer Anlauf zum Kauf von Kampfjets
publiziert: Mittwoch, 24. Feb 2016 / 14:54 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 24. Feb 2016 / 15:40 Uhr
Neue Kampfflugzeuge sind wieder ein Thema.
Neue Kampfflugzeuge sind wieder ein Thema.

Bern - Der Bundesrat hat am Mittwoch den Startschuss gegeben für den Kauf neuer Kampfflugzeuge. Vorerst geht es um die Vorbereitungsarbeiten für das Auswahlverfahren. Dieses soll wie angekündigt 2017 beginnen. Im Einsatz stehen würden die Kampfjets nicht vor 2025.

4 Meldungen im Zusammenhang
Vor zwei Jahren ist die Beschaffung von 22 Gripen-Kampfjets an der Urne gescheitert. Damit bleiben die 54 F-5 Tiger vorerst ohne Ersatz. Die Flugzeuge sind über 30 Jahre alt und können nur auf Sicht und tagsüber fliegen. Für den geplanten 24-Stunden-Betrieb der Luftwaffe sind sie daher untauglich.

Zudem stellt sich die Frage, wie es in der nächsten Dekade mit den 31 F/A-18 weitergeht. Diese können technisch bis 2025 genutzt werden. Eine Verlängerung um fünf Jahre ist zwar möglich, kostet nach Angaben des Verteidigungsdepartements VBS aber schätzungsweise eine halbe Milliarde Franken.

Parteien einbezogen

Mit diesen Fragen befasst sich nun eine Expertengruppe mit Vertretern von Armee, armasuisse und VBS, wie der Bundesrat mitteilte. Sie soll bis im Frühling 2017 grundlegende Fragen zu Bedarf, Vorgehen und industriellen Aspekten einer Beschaffung beantworten. Geleitet wird die Expertengruppe vom Claude Meier, Chef des Armeestabs.

Der Bundesrat will auch die Bundesratsparteien früh einbeziehen. Sie sollen in einer Begleitgruppe Einsitz nehmen, in der auch andere Departemente, die Industrie und die Offiziersgesellschaft vertreten sind.

2017 möchte der Bundesrat dem Parlament einen Kredit zur Planung, Erprobung und Beschaffungsvorbereitung (PEB-Kredit) vorlegen können. Dies wäre dann der formelle Beginn des Projekts für die Beschaffung eines neuen Kampfflugzeuges. Nach gegenwärtiger Planung soll 2020 der Typenentscheid fallen und 2022 der Beschaffungskredit im Parlament beantragt werden. Ab 2025 sollen die neuen Flugzeuge geliefert werde.

Grosse Bedenken

Eigentlich hätten schon ab 2018 Kampfjets des schwedischen Herstellers Saab am Schweizer Himmel kreisen sollen. Insgesamt sollten 22 Flugzeuge für 3,1 Milliarden Franken beschafft werden. Am 18. Mai 2014 lehnten aber 53,4 Prozent der Stimmenden den Kauf an der Urne ab.

Die Beschaffung stand von Anfang an unter einem unglücklichen Stern. Aufgrund einer Indiskretion wurde bekannt, dass der Gripen in der technischen Evaluation schlechter als die Konkurrenten Eurofighter und Rafale abgeschnitten hatte. Auch die Tatsache, dass der beschaffte Typ erst auf dem Papier existierte, löste Bedenken aus.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - In den Querelen um den Kauf eines neuen Fliegerabwehr-Systems erhält der Luftwaffenchef Aldo Schellenberg vorerst ... mehr lesen
André Blattmann steht hinter dem Luftwaffenchef.
Bern - Der Nationalrat hat nach dem Nein zum Gripen-Kampfjet den Kauf von weiteren Rüstungsgütern bewilligt. Das ... mehr lesen
Die Armee erhält weitere Rüstungsgüter.
Eine neue Kampfjet-Evaluation ist in Planung.
Payerne VD - Nach der Bruchlandung des Gripen an der Urne prüft die Luftwaffe eine moderate Lebensverlängerung für die 32 ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 19
Die Armee wächst in ihrem Ansehen.
Die Armee wächst in ihrem Ansehen.
In unsicheren Zeiten  Bern - Flüchtlingsströme, Terrorismus und Kriege verunsichern die Bevölkerung. Nie haben Schweizerinnen und Schweizer die weltpolitische Lage in den letzten Jahren so düster eingeschätzt wie heute. Mit der Unsicherheit wächst die Bedeutung der Armee. mehr lesen 1
Vermutlich Wirtschaftsspionage  Bern - Beim Cyber-Spionage-Angriff auf den bundeseigenen Rüstungskonzern RUAG sind mehr als 20 Gigabyte Daten entwendet worden. Darunter dürften auch ... mehr lesen  
Es sei konkret danach gesucht worden, welche Projekte die RUAG derzeit am laufen habe.
Frische Milch zum Frühstück bleibt für die Soldaten wohl ein Wunsch.
Ständeratskommission lehnt ab  Bern - Schweizer Soldaten sollen nicht unbedingt frische Milch zum Frühstück bekommen: Das Anliegen von Toni Brunner hatte in der ... mehr lesen  
Rede von Armeechef André Blattmann  Bern - Die Aufnahme einer umstrittenen Rede von Armeechef André Blattmann hat ein juristisches Nachspiel. Die Militärjustiz eröffnete eine ... mehr lesen 1
Vor Generalstabsoffizieren hatte sich Blattmann harsch über einen mutmasslichen Whistleblower geäussert. (Archivbild)
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 9°C 20°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig Nebel
Basel 10°C 21°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
St. Gallen 10°C 18°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Bern 9°C 19°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig Nebel
Luzern 11°C 19°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig Nebel
Genf 11°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Lugano 16°C 20°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten