Drei unwirksame Medikamente sind gemeinsam hocheffizient
Neuer Antibiotika-Cocktail tötet MRSA-Keime
publiziert: Mittwoch, 16. Sep 2015 / 15:11 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 16. Sep 2015 / 15:48 Uhr
Forscher entdecken Medikamente die eine gute Mischung erzeugen.
Forscher entdecken Medikamente die eine gute Mischung erzeugen.

Ein neuer Mix aus drei Antibiotika, die einzeln nichts gegen multiresistente Staphylokokken (MRSA) ausrichten, scheint gegen die gefährlichen Keime zu wirken. Forscher der Washington University School of Medicine haben damit nicht nur im Laborversuch Erfolg gehabt.

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Auch bei «MRSA-Mäusen» hat der Cocktail die Infektion tatsächlich geheilt. «Der Einsatz der Arznei-Kombination bei Menschen könnte potenziell schnell beginnen, da alle drei Antibiotika von der FDA zugelassen sind», sagt Gautam Dantas, Professor für Pathologie und Immunologie.

Die Mischung macht's

Der sogenannte Krankenhauskeim MRSA ist gegen fast alle Antibiotika resistent und entsprechend gefährlich. «MRSA-Infektionen töten in den USA 11.000 Menschen pro Jahr», so Dantas. Die wenigen sogenannten Reserveantibiotika, die noch gegen die Bakterien wirken, haben teils äusserst schwere Nebenwirkungen. Eine Behandlungsmöglichkeit mit relativ normalen Antibiotika könnte daher sehr interessant sein. Genau diese stellt das Team um Dantas nun mit einem Cocktail aus drei Wirkstoffen in Aussicht, die eigentlich als unwirksam gegen MRSA gelten.

Die drei Substanzen Meropenem, Piperacillin und Tazobactam sind Antibiotika aus der Klasse der Beta-Lactame, die auf Penicillin zurückgeht und schon seit Jahrzehnten nicht mehr gegen MRSA-Keime helfen. Doch in Laborversuchen haben die Forscher 73 MRSA-Stämme genetisch analysiert und dann erfolgreich mit einer Mischung der drei Arzneien bekämpft. Dem folgten ebenfalls erfolgreiche Versuche an Mäusen in Zusammenarbeit mit der University of Notre Dame. «Ohne Behandlung leben die MRSA-infizierten Mäuse meist weniger als einen Tag, aber die Drei-Arzneien-Kombi hat sie geheilt», verdeutlicht Dantas.

Bislang keine Resistenzen

Die drei Wirkstoffe entwickeln Synergien im Kampf gegen die Keime und bieten dabei noch einen zweiten Vorteil. «Die Dreier-Kombination scheint zu verhindern, dass MRSA dagegen resistent wird», erklärt der Mikrobiologe. Zwar sollten die Bakterien irgendwann schon eine Resistenz entwickeln, aber das könnte in diesem Fall sehr lange dauern. Nun will das Team auf ähnliche Cocktails eigentlich unwirksamer Medikamente für andere Erreger erforschen. «Wir sind optimistisch, dass der gleiche Ansatz auch gegen andere tödliche Pathogene wie Pseudomonas und bestimmte virulente Formen von E. coli wirken könnte», sagt Dantas.

(pte)

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